Abwasser aus der Samtgemeinde Hemmoor wird teurer
Ihr Trinkwasser beziehen Einwohner der Samtgemeinde Hemmoor vom Wasserverband Wingst. Ab neuem Jahr ist der Verband auch für das Schmutzwasser in Verantwortung. Das hat Konsequenzen: Zuerst müssen betreffende Haushalte Mehrkosten einkalkulieren.
Die Schmutzwasserentwässerung durch den Wasserverband Wingst beginnt am 1. Januar 2024. Aus diesem Grund waren noch Beschlüsse erforderlich, die eine Verbandsversammlung notwendig machten, die vom plötzlichen Tod des Verbandsvorsteher Detlef Horeis überschattet wurde. Der stellvertretender Verbandsvorsitzender Armin Heitmann würdigte dessen Verdienste.
Am 20 Dezember werden die Verträge zwischen der Samtgemeinde Hemmoor und dem Wasserverband offiziell unterzeichnet. Die Überlegungen, auch die Schmutzwassersparte zu übernehmen, sind bereits vor ein paar Jahren aufgekommen, reiften und wurden seit 2019 immer konkreter, erläuterten Geschäftsführer Sören Raap und sein Stellvertreter Patrick Pawlowski im Gespräch mit unserem Medienhaus.
Seit einem Jahr schon kaufmännisch involviert
Bisher war die EWE Wasser für das Hemmoorer Klärwerk in Verantwortung. Bereits vor einem Jahr hat der Wingster Verband dort den kaufmännischen Part von EWE Wasser übernommen und dadurch erste Einblicke gewinnen können. Nun steht auch die technische Betriebsführung durch die Wingster kurz vor dem Start. Neue Wartungsverträge oder Einarbeitung von neuem Personal zählen zu den Vorlaufarbeiten in zurückliegender Zeit. Drei neue Stellen sind beim Wasserverband Wingst geschaffen worden.
Die Abwassersparte verdoppelt sich
Immerhin verdoppelt sich damit im Bereich Abwassern die Zahl der Haushalte auf rund 10.000; denn es kommen knapp 5000 aus der Samtgemeinde Hemmoor dazu. Der Wingster Verband verspricht sich von der Übernahme Vorteile durch Synergieeffekte. "Wir verfügen damit auch über ausreichend Personal im Bereitschaftsdienst. Durchgängig ist dann jemand aus der Abwassersparte in Rufbereitschaft", so Raap und Pawlowski. Auch von einheitlichen Prozessleitsysteme im ganzen Verband inklusive Frühwarnsystem bei Störungen versprechen sie sich dauerhaft Kosteneinsparungen. Allerdings verhehlen die Geschäftsführer des Wingster Verbandes nicht, dass es im ersten Schritt die Bewohnerinnen und Bewohner teurer werden wird. Das Abwasser verteuere sich ausgerechnet zum Zeitpunkt der Übernahme, dies sei aber dem aufgelaufenen Defizit der vergangenen Jahre geschuldet unter anderem durch Umbaumaßnahmen bei der Kläranlage. Die Preiserhöhung sei aber keinesfalls in Stein gemeißelt: "Jetzt kommt zwar eine Erhöhung, aber langfristig ist eine Senkung unser erklärtes Ziel. Schließlich sollen sich Kostenvorteile auch dadurch erzielen, dass wir als kommunaler Zweckverband keine Gewinnerzielungsabsichten haben."
Abfuhr von Fäkalschlamm wird teurer
Stärker zur Kasse gebeten werden müssen auch Nutzer von Hauskläranlagen. Eine Kostenerhöhung werde es künftig auch im Bereich Samtgemeinde Hemmoor sowie den Bereichen der alten Samtgemeinden Am Dobrock und Sietland bei der Abfuhr von Fäkalschlamm geben. Grund für eine 18-prozentige Erhöhung in diesem Bereich seien die gestiegenen Energie- und Personalausgaben, verdeutlichten die Geschäftsführer Raap und Pawlowski.

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