2025 hat er ausgedient: der Blitzer an der B71 in Heerstedt. Dafür werden an anderen Stellen neue Blitzer installiert. Foto: Archiv
2025 hat er ausgedient: der Blitzer an der B71 in Heerstedt. Dafür werden an anderen Stellen neue Blitzer installiert. Foto: Archiv
Fest installierte Radarfallen

Achtung, Autofahrer im Kreis Cuxhaven: Hier stehen bald neue Blitzer

27.11.2023

Blitzer "Bernd" wird von einigen Verkehrsteilnehmern im Kreis Cuxhaven gefürchtet. Jetzt bekommt er Gesellschaft. Die Kreisverwaltung will weitere feste Radarfallen installieren. Und schon jetzt ist klar, wo die Geräte installiert werden.

Er ist über zwei Meter groß, bringt stolze 1150 Kilo auf die Waage und ist trotzdem unauffällig. Wenn allerdings sein großes rotes Auge blitzartig aufleuchtet, ist das anders. "Bernd", der Blitzer, hat in den vergangenen Jahren Tausende Raser im Kreis Cuxhaven erwischt und bringt der Kreis-Kasse beharrlich Einnahmen. Nun plant der Kreis Cuxhaven weitere Tempokontrollen.

Die Absicht sei aber nicht, damit die knappen Kassen aufzufüllen. Das versicherten sowohl Dezernent Michael Take als auch sein Fachgebietsleiter für die Bußgeldstelle, Marco Holst. Es gehe darum, den Verkehr sicherer zu machen. Das beweise schon das Vorgehen der Bußgeldbehörde, betonten beide.

Kreis Cuxhaven: Blitzer in Heerstedt wird 2025 abgeschaltet

Anlass für die Anschaffung neuer Blitzgeräte ist, dass die stationären Anlagen des Kreises veraltet sind. Ersatzteile sind nicht mehr zu bekommen, geeicht werden sie auch nicht mehr. Der Blitzer an der B73 in Hemmoor ist schon außer Betrieb, der an der B71 in Kirchwistedt ebenso. Der Blitzer in Heerstedt wird 2025 abgeschaltet.

Der fest installierte Blitzer an der B71 in Heerstedt wird 2025 abgeschaltet. Foto: Archiv

Dafür sollen nun neue Messsäulen angeschafft werden. Die schwarzen Säulen können auf beiden Fahrbahnen zugleich die Geschwindigkeit messen, sind mit Lasertechnik und Panzerglas ausstattet und kosten 190.000 Euro. Als Standorte hat die Behörde die gefährlichsten Straßen im Visier. Alle Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sind dafür in den vergangenen Monaten genau unter die Lupe genommen worden.

Autobahnabfahrt Neuenwalde gilt als Unfallschwerpunkt

Das Ergebnis: Ganz oben auf der Liste steht die Autobahnabfahrt Neuenwalde an der Landesstraße 119, an der sich viele Unfälle ereignen. Sie soll im nächsten Jahr einen fest installierten Blitzer bekommen. Ebenfalls 2024 soll an der Bundesstraße 73 in Hechthausen-Bornberg ein Blitzer installiert werden. 2025 ist dann die viel befahrene Bundesstraße 71 zwischen Bremerhaven und Beverstedt dran. In Stinstedt wird eine Messsäule aufgestellt. 2026 bekommt die Bundesstraße 73 in Otterndorf einen Blitzer, 2027 Drangstedt an der Landesstraße 120 zwischen Debstedt und Bad Bederkesa.

Die Reihenfolge könne sich aber auch noch ändern, wenn sich andere Gefahrenpunkte ergeben sollten, so Holst. Dass die festen Blitzer so erfolgreich werden wie "Bernd", ist nicht zu vermuten. Der hatte schon in seinem ersten Monat im Herbst 2019 mehr Bußgeld gebracht als der stationäre Blitzer in Hemmoor im ganzen Jahr - nämlich 100.000 Euro. Aber das Geld sei gar nicht das Ziel, unterstreicht Take. "Wir wollen den Verkehr sicherer machen und die Unfälle reduzieren. Die meisten Autofahrer merken sich das schnell und gehen vom Gas. Und das ist das Ziel."

Blitzer im Kreis Cuxhaven: Es gibt nicht nur "Bernd", sondern auch "Betti"

"Bernd" ist übrigens nicht mehr allein. Der Kreis hat einen zweiten mobilen Blitzer angeschafft, "Betti", die ab 2024 voll im Einsatz sein wird. Von den Autofahrern werden die grauen Kästen gefürchtet. Mancher ist sogar schon mal auf sie losgegangen. "Bernd" wurde bemalt, angefahren, angezündet und sogar beschossen. Sinnvoll ist das nicht. Der Traffistar s350, wie "Bernd" formell heißt, ist alarmgesichert und mit Panzerglas ausgestattet. Sogar eine Feuerlöschanlage ist im Inneren verbaut, um die Daten zu schützen.

"Bernd" allein bringt es nicht: Der Kreis will an besonders gefährlichen Stellen fünf feste Radarfallen aufstellen, um die Autofahrer zum Bremsen zu bringen. Foto: Lothar Scheschonka

Aber es gibt nicht nur Ablehnung. Von Anwohnern wird der Blitzer oft geradezu herbeigesehnt. "Manchmal kommen die Leute mit Kaffee und Kuchen heraus, weil sie sich so freuen, dass wir da sind", hat Jürgen Frese, Mitarbeiter der Bußgeldstelle, einmal erzählt.

Von Inga Hansen

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