Die künftige niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens, hier bei einem Cuxhaven-Besuch als Sozialministerin. Foto: Reese-Winne
Die künftige niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens, hier bei einem Cuxhaven-Besuch als Sozialministerin. Foto: Reese-Winne
Landespolitik

Daniela Behrens wird Innenministerin: Die Reaktionen aus dem Kreis Cuxhaven

von Kai Koppe | 20.01.2023

Für das Sozialressort sei dieser Schritt ein Verlust, war von Parteifreunden aus dem Kreis Cuxhaven am Freitag zu hören. Die Reaktionen aus der Heimat von Daniela Behrens auf die Nachricht, dass sie Nachfolgerin von Boris Pistorius wird.

Am Mittwoch wird sie ihre Ernennungsurkunde erhalten, danach sich erst einmal Zeit nehmen, um ihr neues Haus kennenzulernen. "Ich freue mich auf diese neue Aufgabe", betonte Daniela Behrens, designierte niedersächsische Innenministerin, in einem Telefonat mit unserem Medienhaus.

Die 54-jährige Bokelerin, die bislang an der Spitze des Sozialministeriums stand und nun die Geschäfte des nach Berlin gewechselten Boris Pistorius übernimmt, sprach von einer großen Herausforderung, die sie allerdings gerne und mit großem Engagement annehme. "Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich in Niedersachsen die erste Frau in diesem Amt bin."

Einsatzkräften "den Rücken stärken"

Die Frage, was inhaltlich auf sie zu komme, beantwortete Behrens knapp und präzise: "Niedersachsen ist ein sicheres Land", sagte sie, "meine Aufgabe ist, dass das so bleibt". Es gehe unter anderem darum, Polizei und Rettungsdienste so aufzustellen, dass sie für die Anforderungen im Alltag gerüstet sind. Wichtig sei ihr aber auch, den Einsatzkräften "den Rücken zu stärken", unterstrich die Sozialdemokratin angesichts der nicht hinnehmbaren Übergriffe auf Helfer und im Einsatz befindliche Beamte. 

Behrens' Nominierung mag am vergangenen Freitag viele überrascht haben; für den örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Ebken ist sie so etwas wie die logische Folge aus der souveränen Führung des Sozialministeriums in (Corona)-Krisenzeiten. "Da hat Daniela Behrens nachgewiesen, dass sie sich schnell und erfolgreich in Themen einzuarbeiten vermag", sagte Ebken und lobte im selben Atemzug die Entschlusskraft von Ministerpräsident Stephan Weil: Die Landesregierung sei von der Kanzler-Entscheidung, Behrens' Amtsvorgänger Pistorius zum Verteidigungsminister zu ernennen, förmlich überrannt worden. "Es spricht schon für sich, dass Stephan Weil innerhalb von nur zweieinhalb Tagen nach Pistorius' Ausscheiden eine gute Lösung präsentiert hat", sagte Oliver Ebken mit Blick auf die Nachfolgeregelung, in deren Zuge Andreas Philippi, Mediziner und derzeit noch SPD-Bundestagsabgeordneter, an die Spitze des niedersächsischen Sozialministeriums nachrückt.

Der Bokelerin Behrens das Innenministerium zu übertragen, lobte auch der Rats- und Kreistagspolitiker Gunnar Wegener (SPD)  als "gute Entscheidung für unsere Region" - und bezog sich dabei nicht zuletzt auf haushaltspolitische Aspekte. "Daniela Behrens kennt die kommunalen Fragen", betonte Wegener, der seiner ehemaligen Kreistagskollegin bescheinigte, als Sozialministerin einen "hervorragenden Job" gemacht zu haben. Im sozialpolitischen Bereich gebe es deshalb durchaus einige Menschen, die den Ressortwechsel bedauern würden, sagte Wegener, der andererseits deutlich machte, dass man an der Spitze des Innenministeriums jemanden brauche, der sich wie Behrens "in Niedersachsen in den regionalen Strukturen auskennt". Insofern habe er den Verlautbarungen aus der Staatskanzlei, bundesweit nach einem Pistorius-Nachfolger suchen zu wollen, keine große Bedeutung beigemessen. 

Santjer: "Sie kann zuhören"

Als Vorsitzender des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen unterstrich Uwe Santjer die Kompetenz der designierten Innenministerin: "Daniela Behrens bringt kommunalpolitische Erfahrungen mit und wird eine starke Fürsprecherin und Gesprächspartnerin für die niedersächsischen Kommunen sein, denn sie weiß um die Chancen und Bedürfnisse vor Ort", sagte Santjer und hob dabei besonders hervor, dass sich Behrens in ihren bisherigen Ämtern stets auf Augenhöhe mit den Menschen bewegt habe. "Sie kann zuhören", so Santjer, der sich sicher ist, dass die 54-Jährige jene Kultur des Dialogs, die ihr Amtsvorgänger mit Polizei, Feuerwehren und anderen Aktiven innerhalb der Blaulichtorganisationen etabliert hat, fortführen wird. Diese Mission wird die Ministerin über kurz oder lang in den Landkreis Cuxhaven führen. Einen Termin für einen "Antrittsbesuch" vor Ort gebe es noch nicht, verriet Daniela Behrens am Telefon. Man dürfe aber sicher sein: Ihre Heimat behalte einen besonderen Platz in ihrem Herzen. 

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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