Bessere Auslastung im Krankenhaus in Otterndorf
Das Krankenhaus Land Hadeln in Otterndorf trotzt den Herausforderungen und setzt auf Optimierung und neue Angebote wie die Übergangspflege. Geschäftsführerin Jennifer Schroth betont erneut die Bedeutung des Hauses für die Region.

Jennifer Schroth, Geschäftsführerin des Krankenhauses Land Hadeln in Otterndorf, blickt zufrieden auf das zurückliegende Jahr und zuversichtlich nach vorn - trotz aller anstehenden Aufgaben, an Stellschrauben zu drehen, um das Defizit zu reduzieren sowie die Maßgaben und Neuerungen von Bund und Land zu erfüllen.
Weiterhin gehe es darum, abzuwägen und zu prüfen, wo Einsparungen und welche Optimierungsmaßnahmen möglich seien. Das seien viele Schritte und Prozesse, und hinzu komme die Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben. Welche Auswirkungen das Krankenhausreformgesetz oder das Anpassungsgesetz haben werde, müsse abgewartet werden: "Das ist Blick in die Glaskugel." Doch die Klinikchefin strahlt dabei Zuversicht aus und betont ausdrücklich: "Wir müssen zwar das Defizit reduzieren, aber der Bestand des Krankenhauses steht im Vordergrund. Es geht darum, dieses Haus als Krankenhaus zu halten. Das ist mein Auftrag von Anfang an."
Das Haus mit seiner Grund- und Regelversorgung und der Notaufnahme werde gut angenommen. "Unsere Auslastung war 2025 höher als im Jahr zuvor", sagt die Klinikchefin. Trotz vermehrter ambulanter Versorgung sei die Bettenauslastung dennoch höher ausgefallen: "Wir hatten knapp 4000 Patienten auf den Stationen. Hinzu kommen rund 10.000 ambulant versorgte Patienten."
Das Otterndorfer Krankenhaus verfügt über 94 Betten in insgesamt vier Stationen. "Unsere Krankenhausbetten sind für diese Region sehr wichtig - gerade im Hinblick auf die alternde Bevölkerung", sagt Jennifer Schroth. Das durchschnittliche Alter der Patienten liege deutlich über 70 Jahre.
Jennifer Schroth lenkt den Blick bei den guten Auslastungszahlen ausdrücklich auf zwei Schwerpunkte des Krankenhauses: die Endoprothetik - das steht für künstlichen Gelenkersatz - sowie die Geriatrie (Altersmedizin). Die Chirurgische Station, bei der die Endoprothetik angesiedelt ist, verfügt über 35 Betten, die Geriatrie-Station über 20 Betten.
Übergangspflege als neues Angebot
Als neues Angebot wurde in Otterndorf die Übergangspflege etabliert. Dabei wird Patienten ermöglicht, nach ihrem stationären Aufenthalt noch bis zu zehn Tage am Krankenhaus zu bleiben, solange bis eine Anschlussversorgung gesichert ist. Dies werde über das Entlassmanagement des eigenen Sozialdienstes gesteuert. "Das verschafft auch Angehörigen ein ruhiges Gewissen, dass ihre Mutter bei uns nicht einfach vor die Tür gesetzt wird, sondern hierbleiben kann, bis sie nach Hause oder in eine andere Einrichtung kann." Für die Klinik gebe es durch diese neue Möglichkeit keine finanziellen Einbußen.
Schmerztherapie wird wieder etabliert
Aus medizinischer Sicht sei das Haus gut aufgestellt. "Alle Chefarztpositionen sind besetzt und ich freue mich, dass ab März auch der Bereich Schmerztherapie wieder angeboten und ausgebaut werden kann, so etwas gibt es sonst hier in der Region nicht in dieser Form", erklärt die Klinikchefin. Dieser sehr stark nachgefragte Bereich habe krankheitsbedingt ruhen müssen. Freuen würde sie sich auch über Bewerbungen von Internisten. Und wie sieht es prinzipiell bei der Besetzung aus? Im ärztlichen Bereich gebe es immer die Notwendigkeit, spezielle Bereiche nachzubesetzen und dabei auch Überbrückungen mit Honorarkräften vorzunehmen. "Im pflegerischen Bereich ist dies nicht mehr nötig", schildert die Klinikchefin eine gegenwärtig komfortable Bewerberlage.
Die Klinik in Zahlen:
Nach mehreren Trägerwechseln und einem Insolvenzverfahren wurde das Krankenhaus Land Hadeln in Otterndorf 2021 rekommunalisiert. Heute ist die gemeinnützige GmbH eine Tochter des Landkreises Cuxhaven. Das Haus der Grund- und Regelversorgung hat 94 Betten in vier Abteilungen. Die Klinik und ihre nachgelagerten Gesellschaften wie das Medizinische Versorgungszentrum Cuxhaven oder die Servicegesellschaft, zu der auch die eigene Küche im Haus gehört, beschäftigen rund 300 Mitarbeitende.