Tochter sollte sterben? Prozess im "Ehrenmord"-Fall aus Dorum geht weiter
Am Landgericht Stade wird der Prozess um einen mutmaßlich geplanten "Ehrenmord" aus Dorum (Kreis Cuxhaven) fortgesetzt. Am zweiten Verhandlungstag sollen mehrere Zeugen aussagen - darunter auch der Sohn, der sich schließlich an die Polizei wandte.
Der Angeklagte trägt die Kapuze seines Pullovers tief ins Gesicht gezogen, als Justizbeamte ihn am Dienstag (10. März 2026) in den Saal 209 des Landgerichts Stade führen. Ohne aufzublicken, nimmt der 46-Jährige auf der Anklagebank Platz. Es ist der zweite Verhandlungstag in einem Prozess, der weit über den Landkreis Cuxhaven hinaus Aufmerksamkeit erregt.
Vor Gericht muss sich der Mann aus der Gemeinde Wurster Nordseeküste wegen versuchter Anstiftung zum Mord verantworten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll er seinen 17-jährigen Sohn dazu gedrängt haben, die eigene Schwester zu töten. Hintergrund soll der Lebensstil der 19-Jährigen gewesen sein, den ihr Vater missbilligt haben soll. Die Ermittler sprechen von einem geplanten sogenannten "Ehrenmord".
Am Dienstag setzt das Gericht die Beweisaufnahme fort. Mehrere Zeugen sollen gehört werden - darunter auch der Sohn des Angeklagten. Er war es, der sich schließlich an die Polizei wandte und damit die Ermittlungen ins Rollen brachte. Dem Gericht steht damit ein langer und möglicherweise entscheidender Prozesstag bevor.
Unsere Redaktion berichtet fortlaufend über den Prozess am Landgericht Stade. Wie die Aussagen der Zeugen ausfallen und welche neuen Erkenntnisse der zweite Verhandlungstag bringt, lesen Sie im Laufe des Tages ausführlich auf cnv-medien.de.