Blitzer-Einnahmen: So viel Geld kassiert der Landkreis Cuxhaven von Rasern
Für Autofahrer sind sie ein Ärgernis, für den Landkreis Cuxhaven eine sprudelnde Einnahmequelle: Mit seinen Blitzern hat der Kreis im vergangenen Jahr rund 3,56 Millionen Euro an Bußgeldern festgesetzt - 8,21 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für den Kampf gegen Temposünder hat der Landkreis Cuxhaven aktuell zwei semistationäre Blitzer ("Bernd" und "Betti") und drei mobile Geschwindigkeitsmessanlagen im Einsatz. Außerdem betreibt der Kreis drei stationäre Geschwindigkeitsmesssäulen an der B73 in Hechthausen-Bornberg (innerorts), an der L119/Autobahnüberfahrt Neuenwalde (außerorts) und an der B71 in Heerstedt (außerorts). Für das kommende Jahr ist die Anschaffung einer weiteren stationären Geschwindigkeitsmesssäule geplant. Sie soll an der L 135 bei Hagen-Börsten aufgestellt werden.
Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises arbeiten in der Geschwindigkeitsüberwachung und vier weitere Kolleginnen und Kollegen sind - neben anderen Aufgaben - mit der Auswertung der Blitzermessungen beschäftigt. In der Sachbearbeitung der Ordnungswidrigkeitenverfahren arbeiten zurzeit sechs Beschäftigte, davon einige in Teilzeit.
59.319 Verfahren wegen zu schnellen Fahrens
Nach Auskunft der Pressesprecherin des Landkreises Cuxhaven, Simone Starke, haben die Kreis-Mitarbeiter im vergangenen Jahr insgesamt 59.319 Verfahren wegen zu schnellen Fahrens bearbeitet und Bußgelder in Höhe von insgesamt 3,56 Millionen Euro festgesetzt. Ein Jahr zuvor waren es "nur" 54.253 Verfahren und 3,29 Millionen Euro. Somit sind die geplanten Bußgeldeinnahmen durch Blitzer um rund 270.000 Euro gestiegen.
Die Frage, welcher Landkreis-Blitzer der ertragreichste ist, beantwortete die Sprecherin nicht. Simone Starke betont, dass das vorrangige Ziel der Verkehrsüberwachung die Verkehrsunfallprävention sei. "Der Einsatz der Geschwindigkeitsmessanlagen dient zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. So werden Unfälle verhütet und Unfallfolgen gemindert", so die Sprecherin.
Kriterien für die Auswahl eines Messortes seien nicht die dort zu erwartenden Einnahmen. Im Vordergrund stehe vielmehr die Frage, ob es sich um eine Unfallhäufungsstelle oder einen erwartbaren Gefahrenpunkt handele. "Die Messbediensteten gehen auch Wünschen und Hinweisen von Bürgerinnen und Bürgern nach und überwachen die Geschwindigkeiten so immer wieder auch an neuen Messorten", erklärt Simone Starke.
Die Stadt Cuxhaven hat aktuell zwei Geschwindigkeitsmessanlagen im Einsatz: einen halbstationären Blitzer ("Luzie") sowie eine mobile Anlage. "Je nach Standort und Verkehrsaufkommen bleibt Luzie in der Regel ein bis zwei Wochen an einem Ort", erläutert Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven. Die Auswahl der Messstellen erfolge nicht nach sogenannten "Blitzer-Hotspots" oder finanziellen Erwägungen, sondern in Abstimmung mit der Polizei und unter sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten.
Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2025 wurden in der Stadt Cuxhaven laut Pressesprecher insgesamt 10681 Geschwindigkeitsverstöße erfasst. Davon entfielen 9013 auf Verwarnungen bis 55 Euro und 1668 auf Bußgeldverfahren (über 55 Euro). Verstöße, die ein Bußgeld von mehr als 55 Euro oder eine Überschreitung von 16 km/h oder mehr betreffen, werden an den Landkreis Cuxhaven weitergeleitet. Die Summe der im genannten Zeitraum erhobenen Verwarngelder beläuft sich auf 303.320 Euro.