Kommunalwahl in Cadenberge: Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Wählern
Kandidaten diskutierten im öffentlichen Raum auf dem Marktplatz Cadenberges - mit dabei auch zwei Schulklassen. Die Initiative "Cadenberge hilft" öffnete den Dialog. Bürgermeister-Kandidaten präsentierten sich und ihre Vorstellungen.
Statt Musik und Geschichte erlebten zwei 10. Klassen der Oberschule Cadenberge - darunter einige Erstwähler ab 16 Jahren - eine Lehrstunde in Sachen Wahlkampf. Die heiße Phase ist eingeläutet. Alle drei Land Hadler Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten sowie Carmen Sodtke (SPD) und Philipp Stangneth (CDU), die in der Gemeinde das Bürgermeisteramt anstreben, stellten sich auf Einladung der Initiative "Cadenberge hilft" persönlich vor. "Nehmen Sie alle teil an der größten Demonstration gegen Rechtsextremismus - gehen Sie am 23. September wählen", appellierte Uli Beushausen.
Welche Haltung die kandidierenden demokratischen Parteien zur Kommunalwahl bezüglich Geflüchteter haben, hatte "Cadenberge hilft" bereits zuvor in einem umfangreichen Katalog abgefragt. Die Stellungnahmen von CDU, FDP, Grünen und SPD sind auf der Homepage (www.hadelnhilft.de) einsehbar. Dabei wird deutlich, dass sich diese Parteien aktiv gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt einsetzen.
Für die persönliche Kandidatenvorstellung hatte die Initiative extra den Markttag gewählt, um möglichst viele Wähler direkt zu erreichen. Zusätzlich zu Käse, Eiern, Obst und Räucherfisch wurde dort also am Donnerstagmorgen Kommunalpolitik vermarktet. Michael Merz (CDU), der gemeinsam von SPD und Grünen ins Rennen geschickte Frank Thielebeule (parteilos) und der Einzelbewerber Maik Schwanemann (parteilos) erhielten die Gelegenheit, sich und ihre politischen Ziele für die Samtgemeinde Land Hadeln darzustellen.
Alle drei Männer sind knapp über Mitte 50, im dörflich geprägten Umfeld auf landwirtschaftlichen Hofstellen aufgewachsen, kommen aus der Verwaltung und sind ehrenamtlich engagiert. Und in Bezug auf Inhalte, waren ebenfalls nur marginale Unterschiede erkennbar. Alle drei wollen das Ehrenamt stärken, stehen für verbesserte medizinische Versorgung oder bezahlbaren Wohnraum.
"Was wollen Sie denn für die Jugend tun?"
"Was wollen Sie denn für die Jugend tun?", wollte ein Schüler konkret von den Kandidaten erfahren. Der derzeitige Samtgemeindebürgermeister Thielebeule unterstrich, dass die Samtgemeinde die institutionelle Jugendarbeit, für die der Pari steht, fortwährend ausgebaut habe und auch in den Gemeinden selbst viel Anstrengungen unternommen würden. Michael Merz möchte mehr in den direkten Dialog mit den Jugendlichen treten. Es würde zwar viele Angebote von Vereinen bis Feuerwehr geben, aber entscheidend sei, was den Jugendlichen selbst vorschwebe. Maik Schwanemann verdeutlichte, dass Gemeinden und Samtgemeinde in einen engen Austausch kommen müssen, um Konzepte zu entwickeln, die dann auch zeitnah umgesetzt werden.
In der Gemeinde Cadenberge konkurrieren Carmen Sodtke (65) und Philipp Stangneth (CDU) um das Bürgermeisteramt. Auch sie erhielten die Gelegenheit, sich auf dem Marktplatz vorzustellen. Die gut durch Sport, die Schützen und ihre langjährige politische Arbeit vernetzte Carmen Sodtke meinte unter anderem, dass sie auf Teamarbeit setze. Ausdrücklich möchte sie im Ort das Miteinander verbessern. Der 42-jährige Philipp Stangneth sieht unter anderem in Cadenberge noch "viele offene Baustellen" wie den Bahnhof oder die innerörtliche Ruine gegenüber der Shell-Tankstelle, die es zu beheben gelte.
Wofür die CDU und SPD in Cadenberge stehen, machten sie auch an ihren Ständen deutlich. Flagge für die demokratischen Werte zeigten auch die "Omas gegen Rechts" an ihrem Stand.
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