Lasse Weritz (CDU) ist bereit, die CDU in der Stadt und in der Samtgemeinde Hemmoor in den Wahlkampf zu führen. Archivfoto: Schröder
Lasse Weritz (CDU) ist bereit, die CDU in der Stadt und in der Samtgemeinde Hemmoor in den Wahlkampf zu führen. Archivfoto: Schröder
"Absolute Ideenlosigkeit"

CDU verschärft Ton im Wahlkampf in der Samtgemeinde Hemmoor

von Egbert Schröder | 27.04.2026

Mitte September steht die niedersächsische Kommunalwahl an. Auf drei Posten in den Rathäusern in der Samtgemeinde Hemmoor wird es Veränderungen geben. Aber auch in der Stadt Hemmoor? Dort hat der Wahlkampf so richtig mit markigen Sprüchen begonnen.

Drei Bürgermeisterwechsel sind auf jeden Fall in der Samtgemeinde Hemmoor bei der Kommunalwahl am 13. September angesagt (Samtgemeinde, Osten und Hechthausen). Ob es in der Stadt Hemmoor eine vierte  Veränderung gibt? Das wird sich zeigen. Dort wird die Tonlage im aufkeimenden Wahlkampf allerdings schon jetzt  rauer.

Bei der Kommunalwahl am 13. September ändert sich personell einiges. Dabei geht es um den hauptamtlichen Posten des Verwaltungschefs und auch um die ehrenamtlichen Bürgermeister in Osten, Hechthausen und in der Stadt Hemmoor. So sieht es zurzeit vor Ort aus:

Samtgemeinde Hemmoor

Samtgemeinde Hemmoor: Jan Tiedemann (Hechthausen) hatte bei der letzten Kommunalwahl das Ticket für den Job des hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisters und damit des Verwaltungschefs gelöst. Eine weitere Amtszeit gibt es für ihn nicht. Bislang stehen Torge Krüger und Hendrik Lunden in den Startlöchern, um Tiedemanns Nachfolge anzutreten. Beide gehen als parteilose Kandidaten ins Rennen. Doch sie werden aus unterschiedlichen parteipolitischen Lagern unterstützt. Für Krüger setzt sich die CDU ein, während Lunden die Unterstützung der SPD hat.

Gemeinde Osten

Osten: In Osten kommt es auf jeden Fall zu einem Wechsel im Bürgermeisteramt. Wie berichtet, hat Amtsinhaber Carsten Hubert (CDU) darauf verzichtet, erneut für den Gemeinderat zu kandidieren. Er möchte seine kommunalpolitische Tätigkeit nur noch im Samtgemeinderat fortsetzen. CDU und SPD hatten sich kürzlich darauf verständigt, mit einer gemeinsamen Liste in Osten anzutreten (wir berichteten). Daher ist nicht absehbar, wer künftig als Bürgermeister oder Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte führt.

Gemeinde Hechthausen

Hechthausen: Auch in Hechthausen steht ein Wechsel an der Spitze des Gemeinderates an. Bürgermeister Erwin Jark (SPD) steht nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Entschieden ist offiziell noch nichts. Jan Tiedemann wird aber die Liste der SPD anführen, die seit über zwei Jahrzehnten die Mehrheit in Hechthausen stellt. Tiedemann kennt das Geschäft, denn vor seiner Zeit als (hauptamtlicher) Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus war er bereits Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Hechthausen. Und dort mischte er als Gemeindedirektor auch in den letzten Jahren kräftig mit, um Impulse für den Ort durch das "Dorfregion"-Förderprogramm zu erzielen. Etliche Vorhaben konnten in Hechthausen durch diese meist 90-prozentige Förderung umgesetzt werden. Und die CDU? Die kommt in Hechthausen nicht vom Fleck. Wie eine Einheit wirkt sie nicht. Das weiß auch die CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende Anja Meißner. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte sie jedoch: "Da findet ein Wandel statt." Das Team müsse sich erst noch bilden, aber das werde bis zur Kommunalwahl klappen. 

Stadt Hemmoor

Stadt Hemmoor: Da stochert man bei der Frage nach der Topplatzierung auf der Parteienliste noch im Nebel. Die amtierende Bürgermeisterin Sabine Wist (SPD) wird nach Informationen unserer Redaktion wieder antreten. Aber bei der Frage, ob sie auch erneut für den Posten der Bürgermeisterin kandidieren würde, geben sich Sabine Wist und auch der Hemmoorer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ricardo Adam schweigsam und verweisen auf die nächsten Wochen, in denen noch Bewerberinnen und Bewerber für ein Stadtratsmandat gesucht werden. Das ist anscheinend nicht ganz so leicht. Der SPD-Fraktion drohen die Abgänge mehrerer langjähriger Fraktionsmitglieder, die zuletzt viele Stimmen gezogen hatten. Für Adam ist klar, dass Sabine Wist auch künftig eine "führende Rolle" in der SPD bei der Kommunalwahl in Hemmoor spielen werde. Auch als Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin? Das ist bis zur Aufstellung der Kandidatenliste nicht bekannt.

Und bei der CDU? Dort hat das Kandidatenkarussell ordentlich Fahrt aufgenommen und ganz vorn wird wahrscheinlich Lasse Weritz Platz nehmen. Anja Meißner ist die CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende und möchte ihrer Partei vorschlagen, dass er auf Stadt- und Samtgemeindeebene oben auf der Liste steht. Das entscheide sich jedoch am 16. Mai. Dann erfolge die Listenaufstellung. Der erste Platz ist für Weritz jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Bürgermeisteramt, wenn die CDU stärkste Kraft im Hemmoorer Stadtrat werden würde. "Ich habe kürzlich die SPD kritisiert, dass es ihr in erster Linie um 'Posten und Personen‘ geht. Da trete ich jetzt nicht an und sage, dass ich Bürgermeister werden muss oder will." Das zeige sich im November, wenn sich der Stadtrat konstituiere. 

Weritz: "Wettbewerb der Ideen"

Doch dass die SPD aus seiner Sicht nicht in der Lage ist, die Geschicke der Stadt zu gestalten, erklärt der Christdemokrat unmissverständlich. Er beklagt die "absolute Ideenlosigkeit" in den letzten fünf Jahren. Noch zu Beginn der Wahlperiode habe es einen gewissen "Drive" durch Projekte - aber ausschließlich aus der vorherigen Amtsperiode - gegeben. Und jetzt?  Stillstand bei der Gewerbegebietserschließung, Nichtstun beim Straßenbau, die Beerdigung des "Bürgerhaus"-Planes: Das könne doch keine Politik für Hemmoor sein. Weritz: "Wir brauchen endlich mal wieder einen Wettbewerb der Ideen." Dass Sabine Wist als Bürgermeisterin Sitzungen leite und die Stadt repräsentiere, sei nun wahrlich nicht genug: "Es wäre ja auch mal klasse, wenn sie mit Ideen ums Eck käme, die die Stadt voranbringen würden."

Sabine Wist ist seit fünf Jahren Bürgermeisterin in der Stadt Hemmoor. Ob sie erneut die SPD-Liste anführt? Das ist noch ungewiss. Archivfoto: Rohde

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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