Cuxland-CDU steht geeint hinter ihrem Vorsitzenden Ferlemann
Auf einem Kreis-Parteitag in Lüdingworth sicherte sich der 62-Jährige nicht nur das Vertrauen als Chef der Christdemokraten im Kreis. Ferlemann wurde auch zum Spitzenkandidat für die Kreiswahl bestimmt.
Sich mit Abstand als "stärkste politische Kraft im Landkreis" zu behaupten - dieses Ziel wollen die örtlichen Christdemokraten bei den in der zweiten Jahreshälfte anstehenden Urnengängen erreichen. Am 13. September werden in ganz Niedersachsen die Kommunalparlamente neu gewählt. Mit Blick auf diesen Termin benannte der CDU-Kreisverband am vergangenen Freitag einen Spitzenkandidaten für die Kreistagswahl.
Enak Ferlemann soll das Gesicht des vorangehenden Wahlkampfes sein: Mit diesem Vorschlag rannte Denis Ugurcu, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, bei den Teilnehmern eines in Lüdingworth anberaumten Kreisparteitags offene Türen ein. In unterschiedlichen politischen Lebenslagen - so Ugurcu sinngemäß - müsse man weder das Internet noch irgendwelche externen Berater bemühen. "Wir haben Enak Ferlemann!": ein "politisches Schwergewicht", das seinen Bekanntheitsgrad in Zeiten ausspielen soll, in denen die Union ihre Wählerstimmen längst nicht mehr nur gegen die Konkurrenz aus der demokratischen Mitte verteidigen muss. Ferlemann selbst war es, der im Saal von "Janssen's Tanzpalast" vor dem Erstarken der Extremisten warnte: Kommunalpolitik volllziehe sich niemals im luftleeren Raum. "Wir müssen damit rechnen", so der 62-Jährige mit Blick auf den künftigen Kreistag, "dass wir es mit mehr Abgeordneten von Rechts und von Links zu tun bekommen".
Disziplin auf Kreisebene: "Blaupause für Berlin"
Für Christdemokraten und ihre politischen Partner könnte eine solche Entwicklung einen Wendepunkt bedeuten - zumindest, was die bisherige Resilienz kommunaler Entscheidungsgremien angeht. "Wir haben es in zwei Wahlperioden geschafft, eine AfD-Fraktion quasi zu zerprengen; ich kenne in Niedersachsen keinen zweiten Landkreis, der das geschafft hat", betonte Ferlemann - und beschrieb respektvollen Umgang unter Kräften der bürgerlichen Mitte sowie die Fähigkeit, Sorgen und Nöte der Menschen zu artikulieren, als Kern-Rezept gegen das Auseinanderdriften von Wählermilieus. "Das ist auch eine Blaupause für Berlin", fuhr der frühere Staatssekretär fort. Dort müssten sich die Koalitionäre dringend zusammenreißen und liefern. Denn: "Gnade uns Gott, wenn der braune Sumpf in Deutschland wieder zu Regierungsverantwortung kommt."
Lebensqualität besteht auch bei weniger Mitteln fort
Ferlemanns Bestandsaufnahme der Lage vor Ort fiel optimistischer aus: Die Haushaltslage werde sich verschärfen, andererseits habe man im Cuxland gelernt, mit wenig zurechtzukommen. "Und wir haben trotzdem einen Landkreis mit hoher Lebensqualität", unterstrich der CDU-Kreisvorsitzende, der auf dem zurückliegenden Kreisparteitag mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt wurde. Unter dem Tagesordnungspunkt Vorstandswahlen - Mittelpunkt der Veranstaltung - votierten 90 Stimmberechtigte für Ferlemann, fünf stimmten mit "Nein", ein Parteimitglied enthielt sich. Ähnlich starke Ergebnisse erzielten Saskia Brandt, Christoph Frauenpreiß, Julia Grebe und Lasse Weritz als Stellvertreterinn und Stellvertreter. Andreas Sagemühl kam auf ein 100-Prozent-Ergebnis als alter und neuer Schatzmeister, neben einer Schriftführerin, einem Mitgliederauftragten und diversen Beisitzern wurde am Freitagabend auch ein Digitlbeauftragter (Lars Birner) bestimmt.
