CSD-Team aus Cuxhaven trifft "Heartstopper"-Autorin - über queere Liebe und Zensur
Zur Lesung von "Heartstopper"-Autorin Alice Oseman reisten Fans aus ganz Deutschland nach Hamburg - darunter Mitglieder des CSD-Komitees aus dem Kreis Cuxhaven. Es ging um queere Sichtbarkeit und eine Geschichte, die als kleiner Webcomic begann.
Am Freitag (25. September 2026) drehte sich im Thalia in der Hamburger Spitalerstraße alles um Nick, Charlie und "Heartstopper". Die britische Autorin und Illustratorin Alice Oseman stellte sich den Fragen ihrer Fans. Es ging um ihre Graphic Novels, queere Identitäten, die Netflix-Serie - und darum, was nach "Heartstopper" kommt. Mit dabei waren Mitglieder des CSD-Komitees Cuxhaven, die aus dem Cuxland angereist waren.
Wie groß die Fangemeinde ist, zeigte sich bereits im Vorfeld. Nach Angaben des CSD-Komitees waren die Tickets innerhalb weniger Minuten vergriffen. Zahlreiche Fans versuchten demnach per Mail, doch noch einen Platz zu bekommen. Selbst am Abend hofften einige vor Ort noch auf Einlass. Viele Besucher hatten eine längere Anreise hinter sich. Als gefragt wurde, wer tatsächlich aus Hamburg komme, gingen nur wenige Hände nach oben.
Wie aus zwei Nebenfiguren "Heartstopper" wurde
Dabei begann die Geschichte von Nick und Charlie deutlich kleiner. Beide waren zunächst Nebenfiguren in Osemans Debütroman "Solitaire", bevor sie ihre Geschichte als Webcomic weitererzählte. Für eine gedruckte Ausgabe setzte Oseman 2018 auf Crowdfunding. 9000 Pfund wollte sie sammeln, am Ende kamen 58.925 Pfund zusammen.
Inzwischen ist "Heartstopper" in mehr als 40 Sprachen erschienen und wurde auch als Netflix-Serie zum internationalen Erfolg. Wie das CSD-Komitee berichtet, erzählte Oseman in Hamburg auch von ihrer Arbeitsweise: Sie zeichne ihre Figuren zunächst und lerne sie beim Schreiben immer besser kennen. Jede Figur betrachte sie dabei als Hauptfigur ihrer eigenen Geschichte.
Queere Identitäten und Zensur
Auch queere Identitäten waren Thema des Abends. Oseman erklärte, dass sie diese nicht nach einer Checkliste auf ihre Figuren verteile. Entscheidend sei vielmehr, was sich für die jeweilige Figur richtig anfühle.
Auch Zensur kam zur Sprache. "Heartstopper" erscheint in Ländern, in denen LGBTQ+-Menschen und queere Inhalte Einschränkungen ausgesetzt sind. Nach Angaben des CSD-Komitees berichtete Oseman von der Idee, bei einer zensierten Fassung schwarze Balken einzusetzen. So sollte sichtbar bleiben, an welchen Stellen queere Inhalte entfernt wurden.
Von Hamburg zurück nach Cuxhaven
Hamburg war nur eine Station auf Osemans internationaler Reise. Zuvor war sie in London, München und Berlin zu Gast, anschließend geht es für sie nach Australien und Neuseeland.
Für die Mitglieder des CSD-Komitees führte der Weg zurück ins Cuxland - und damit zu einem Thema, das auch in Hamburg immer wieder mitschwang: die Sichtbarkeit queeren Lebens. Am 5. Juni 2027 soll unter dem Motto "Gemeinsam Meer Vielfalt" erstmals ein Christopher Street Day in Cuxhaven stattfinden. Das Komitee arbeitet derzeit an den Vorbereitungen.
"Heartstopper" hat queere Geschichten auf Bücherregale und Bildschirme in aller Welt gebracht. In Cuxhaven soll queere Sichtbarkeit im kommenden Sommer einen weiteren Platz bekommen: mitten in der Stadt - beim ersten CSD am Meer.
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