Erweiterungsbau der Polizei Cuxhaven eröffnet - Meilenstein nach jahrelanger Planung
Bedienstete sprachen von "mehr Licht" und lobten die neuen Sozialräume. Gastredner eines Eröffnungsfestakts würdigten auch die technische Ausstattung. Solch ein Gesamtpaket zu schnüren, hat lange gedauert. Es soll neue Arbeitsbedingungen schaffen.
Das Schließsystem im Polizei-Neubau funktioniert mutmaßlich auch elektronisch, eine "Schlüsselübergabe" durfte am Freitag dennoch nicht fehlen. In der Rolle des Bauherren überreichte Stefan Müller (Staatliches Baumanagement Elbe-Weser) dem Inspektionsleiter eine überdimensionale Attrappe. Eine Geste, deren Symbolwert sich mit einem Wort umschreiben ließ: "Geschafft!".
Ganz so weit ist es freilich noch nicht; bis der tatsächliche Schlusspunkt unter die Maßnahme "Sanierung und Erweiterungsneubau für die Polizeiinspektion Cuxhaven" gesetzt werden kann, werden noch ein paar Monate ins Land gehen: Das inzwischen eingerüstete Bestandsgebäude (Baujahr 1978) muss erst noch einer Frischzellenkur unterzogen werden - Schlussakt der Gesamtbaumaßnahme, der am Freitag allerdings nicht im Vordergrund stand.
Kurz vor dem Wochenende drehte sich alles um das neu geschaffene Gebäude, das Teilen der rund 400 Beschäftigten bei der Polizeiinspektion Cuxhaven bereits seit einigen Wochen deutlich bessere Arbeitsbedingungen beschert.
Im Rahmen des aktuell nachgezogenen Eröffnungsfestakts rekapitulierte Inspektionsleiter, Kriminaldirektor Andreas Lohmann, zunächst Wege und Irrwege - auch solche hatte das Vorhaben in den zurückliegenden Jahren genommen. Als im Jahr 2004 klar wurde, dass die Cuxhavener "PI" mit mehr Personal und zusätzlichen Kompetenzen ausgestattet würde, sei "geplant, verworfen" und schließlich wieder neu geplant worden: Ein Komplett-Neubau "auf der grünen Wiese" oder eine Aufteilung der Inspektion auf zwei Standorte zählten zu den Optionen, die sich schließlich nicht durchsetzen konnten. Lohmann begrüßte dies vor Gästen ausdrücklich: Froh könne man sein, dass eine sich auf die Werner-Kammann-Straße konzentrierende Lösung gefunden wurde.

Für Polizei und für die Stadt Cuxhaven ein "Meilenstein"
"Was lange währt, wird endlich gut": Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens erinnerte an Kraft, Ausdauer und Beharrlichkeit, die das Vorhaben den Cuxhavener Beamtinnen und Beamten abverlangt habe. Das Ergebnis kann sich aus Sicht der Ministerin sehen lassen. "Für die Polizei und auch für die Stadt Cuxhaven ist das ein Meilenstein", sagte Behrens und lobte die künftigen Rahmenbedingungen, die mit einem Investment von knapp 27 Millionen Euro geschaffen werden. Das sei eine enorme Summe, unterstrich die Ministerin unter Verweis auf den landesweiten Sanierungsbedarf.
Die Cuxhavener Polizei kann sich also glücklich schätzen: Sinngemäß unterstrich das am Freitag auch Polizeipräsident Andreas Sagehorn (Oldenburg), indem er auf die im Zuge der Baumaßnahme gesetzten technischen und architektonischen Standards verwies. "Eine der modernsten Polizeidienststellen in Niedersachsen" entstehe zurzeit vor Ort - kein Luxus, sondern aus seiner Sicht eine Notwendigkeit: Angesichts der Küstenlage habe die hiesige Inspektion besondere Aufgaben. Sagehorn sprach in diesem Zusammenhang die (steigende) Zahl von Drohnensichtungen auf Kreisgebiet an. Auf das gesellschaftliche Klima bezogen beschrieb er Hass, Hetze und eine neue Qualität von Gewalt als Herausforderungen, mit der sich die Polizei innerhalb ihrer täglichen Arbeit konfrontiert sehe.

Lob für Kooperation: "Alle an einem Strang gezogen"
Auf das Bauvorhaben zurückkommend würdigte der Polizeipräsident die Geduld der Cuxhavener Kollegen, die eine seit Jahren nicht mehr zufriedenstellende Situation "im Großen und Ganzen ohne Murren" und mit großem persönlichen Engagement bewältigt hätten. Aus Sicht von Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer speist sich Letzteres auch aus den lokalen Rahmenbedingungen. "Hier in Cuxhaven ist die Polizei in die Blaulichtfamilie eingebettet wie kaum woanders", erläuterte Santjer und verwies dabei auf das Spektrum der Eröffnungsgäste, darunter auch Vertreter der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr und des Havariekommandos.
Stefan Müller, Leiter des Staatlichen Baumanagements Elbe-Weser, ließ abschließend verschiedene Kapitel der Projektgeschichte Revue passieren. Mit ein paar Widrigkeiten hatten die Arbeiten nach einem Ende 2022 erfolgten Spatenstich begonnen. So stieß man beim Erdaushub zum Beispiel auf einige ungewöhnlich massive Fundamentreste. "Umso stolzer sind wir darauf, mit dem Vorhaben unterhalb des genehmigten Kostenrahmens geblieben zu sein", sagte Müller, dessen Gesamtfazit am Freitag mehr als positiv ausfiel. "Es war eine Freude, an diesem Bau zu arbeiten", betonte er. "Weil alle an einem Strang gezogen haben." Ein Kompliment, das die Polizei zurückgeben konnte. Andreas Sagehorn beschrieb die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Baumanagement Elbe-Weser als "herausragend".