Cybersicherheit in Hemmoor: "Es ist nicht die Frage, ob, sondern wann es passiert"
Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz standen im Fokus eines Vortrags in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven). Die Hadler Gewerbevereine hatten zwei Experten eingeladen, die Einblicke in die Bedrohungen gaben.
Etwas verspätet startete am Dienstagabend (19. Mai 2026) der Vortrag über Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz im Hemmoorer Rathaus. Der Hadler Gewerbeverein hatte dafür Cyberschutz-Experten Heike Vollmers und Henning Münnecke als Vortragende eingeladen.
Um die Zeit bis zum Eintreffen der Referenten zu überbrücken, startete Uwe Ollenburg, Vorstandsvorsitzender der Unternehmervereinigung Hechthausen, einen ersten Austausch zwischen den Anwesenden. Sie sprachen über ihre Erfahrungen mit Cyberangriffen und wie die Unternehmen sich schützen können. Die Gefahr durch Hackerangriffe werde immer größer, betonte Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann, der den Rathaussaal den sechs Hadler Gewerbevereinen aus Cadenberge, Hechthausen, Hemmoor, Lamstedt, Otterndorf und Wanna für den Vortrag zur Verfügung stellte.
Kleine und mittlere Unternehmen geraten in den Fokus
Heike Vollmers und Henning Münnecke sind seit über 25 Jahren mit ihrer Firma im Bereich der Cybersicherheit tätig. Früher habe man sich vorgestellt, dass Hacker alleine in einem Keller sitzen und einen Hoodie tragen, stieg Vollmers bildlich ein. So sei es jedoch nie gewesen: "Cyberkriminalität ist auch ein Geschäftsmodell", erklärte sie. Eine Top-Angriffsart von Hackern sei aktuell "Ransomware". Darunter versteht man eine Schadsoftware, die genutzt wird, um Daten zu verschlüsseln oder Computer zu sperren. Daraufhin fordern sie Lösegeld von den Unternehmen. Werde dieses nicht gezahlt, landen die Inhalte im Darknet. Inzwischen sind ungefähr ein Drittel aller Unternehmen von solchen Angriffen betroffen, sagte Vollmers. Besonders kleine und mittlere Unternehmen geraten vermehrt in den Fokus. "Es ist nicht die Frage, ob, sondern wann es passiert", warnte sie.
Der Faktor Mensch spiele zudem eine große Rolle: Mindestens jeder achte Mitarbeiter habe schon mal Zugangsdaten aus einem Unternehmen verkauft. Die beiden gingen in ihrem Vortrag auf verschiedene Beispiele ein. Auch die Frage, ob man den Forderungen der Hacker nachkommen sollte, war Thema. "Auch wenn man den Forderungen nachkommt und bezahlt, hat man keine Sicherheit", verdeutlichte Münnecke. Die Hacker könnten die Daten dennoch weiterverkaufen. Zudem sei es ein Irrglaube, dass Hackergruppen vor allem aus Russland, China oder dem Iran agieren. Viele Gruppen säßen auch in Europa, betonte er.
Chancen und Risiken durch Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) biete sowohl Chancen als auch Risiken bei der Cybersicherheit. Positiv sei, dass die KI automatisch auf Vorfälle reagieren und Unregelmäßigkeiten erkennen könne. Jedoch können auch perfekte Phishing-Mails erstellt und Schwachstellen automatisch analysiert werden. Die KI könne die Kommunikation eines Unternehmens übernehmen, sodass die Nachrichten an den jeweiligen Tenor angepasst werden, erläuterte Vollmers. Daher sei es wichtig, die Systeme in einem Unternehmen regelmäßig zu prüfen, aber auch die Mitarbeiter zu schulen. "Es ist wichtig, die Menschen regelmäßig zu schulen, damit sie Unregelmäßigkeiten erkennen und das Vertrauen haben, das auch mitzuteilen", betonten die Vortragenden.

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