Darum schließt dieser beliebte Spielkreis im Cuxland
Dass dieser beliebte Spielkreis geschlossen werden muss, hat mehrere Gründe. Ein Mangel an Kindern ist keiner davon. Aber für das Gebäude in Wingst-Oppeln gibt es bereits schon konkrete Zukunftspläne.
Leicht fällt es allen Beteiligten nicht. Doch es führt offensichtlich kein Weg daran vorbei, dass der Spielkreis Oppeln ein Auslaufmodell ist. Das hat mehrere Gründe. Aber Kirche, Gemeinde und Samtgemeinde sind gemeinsam bemüht, das Beste aus der Angelegenheit zu machen. Hintergründe und Zeitstrahl werden auf einem Elternabend am 14. November um 17 Uhr erläutert.
Klar ist: Hier herrscht auch demnächst noch weiterhin quirliges Leben. Mit dem Spielkreis ist nicht von jetzt auf gleich Schluss. "Bis Sommer 2026 ist der Betrieb gesichert", betont der Wingster Bürgermeister Patrick Pawlowski bei einem Ortstermin.
Dieser 1975 gegründete Spielkreis ist äußerst beliebt. Bei den 23 Kindern und ihren Eltern, die nicht nur aus Oppeln, sondern der ganzen Umgebung kommen - aber auch bei den insgesamt vier Mitarbeiterinnen. Leiterin Sandra Griemsmann bekennt freimütig, dass sie ziemlich geschockt gewesen sei, als sie von den Schließungsplänen Kenntnis bekam. "Ich musste schon schlucken, das ist wie mein zu Hause hier und wir sind ein tolles Team." Und auch in der Elternschaft macht sie eine Verunsicherung aus. Um die Arbeitsstelle brauchen sich die Kräfte jedoch nicht zu sorgen, seitens der Samtgemeinde wurde eine Beschäftigungsgarantie gegeben.
Die hübsche herbstliche Dekoration mit Sonnenblumen und Kürbissen aus Papier und das fröhliche Kinderplappern kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gebäude ein grundlegender Sanierungsfall ist. In den Wänden klaffen Risse, die Deckenverkleidung hat die beste Zeit schon hinter sich.
Der kirchliche Spielkreis befindet sich in den Räumen der alten Dorfschule, der vordere, jüngere Bereich wurde 1956 errichtet, der ältere Teil sackte 2018/2019 ab. Eigentümerin ist die Kirchengemeinde. Seinerzeit wurde der Betrieb provisorisch in die Wingster Jugendherberge ausgelagert. Der abgesackte Teil wird seitdem nicht mehr genutzt. Die Landesschulbehörde hat nach eingeleiteten baulichen Notmaßnahmen den Weiterbetrieb des Spielkreises genehmigt. Allerdings stand fest, dass weitere Arbeiten würden erfolgen müssen. Zwecks Rettung wollte die Gemeinde das Gebäude von der Kirche für den symbolischen Euro übernehmen. Aus dem Spielkreis sollte ein Kindergarten werden. Doch das scheint mittlerweile ein Luftschloss zu sein. Die Vorgaben erweisen sich als hoch und zu kostenintensiv - vor allem, nachdem die Baukosten weiter explodiert sind. 400.000 Euro waren im Wingster Haushalt inklusive Förderung dafür verankert. Wenn man jedoch den Anforderungen an eine Kita gerecht werden will (und die Standards müssen eingehalten werden), kommt man heute auf rund 1,2 Millionen Euro Baukosten - und dies vor dem Hintergrund von freien Plätzen auch in benachbarten Kitas. Diese Hausnummer ist zu groß.
Investitionskosten wären zu hoch
Aufgrund der zu hohen Investitionskosten zur Sanierung des Gebäudes mit einer anschließenden Betriebserlaubnis als Kindertagesstätte einigten sich Kirchenvorstand mit den politischen Verantwortlichen auf eine Spielkreis-Schließung.
"Aber ist uns in der Gemeinde wichtig, dass die ländliche Versorgung aufrechterhalten werden kann", betont Bürgermeister Patrick Pawlowski. So kam es auch gemeinsam mit der Kirche zur Überlegung, dass Oppeln weiterhin einen Dorfmittelpunkt brauche - als Treffpunkt für verschiedenste Gruppen. Für ein derartiges Dorfhaus gibt es andere Fördermöglichkeiten und weniger baurechtliche Hürden. So schmerzlich eine Schließung auch sei, sagt Pastor Klaus Volkhardt, so bedeutsam sei weiterhin die Förderung von kleinen dörflichen Einheiten. Und er zeigt sich zuversichtlich, dass ein solch ein Dorfhaus durchaus auch eine Chance für Oppeln bedeutet, wenn dort Kirchengruppen, Vereine, Jugendarbeit und vielleicht auch Tagesmütter einen Raum finden.

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