Schnelles Internet für ländliche Gebiete: Hemmoor treibt Glasfaserausbau voran
In der Samtgemeinde Hemmoor dürfte es früher als geplant schnelles Internet "bis zur letzten Milchkanne" geben. Der Glasfaserausbau schreitet deutlich schneller voran als erwartet. Wie ist das möglich und welche finanziellen Folgen hat das?
Es ist eine Investition in die Zukunft: Das Glasfasernetz im Cuxland soll flächendeckend und weitgehend lückenlos ausgebaut werden. Und das geht anscheinend schneller als gedacht und geplant: So streckt die Samtgemeinde Hemmoor noch in diesem Jahr 300.000 Euro vor, um auch in ihren ländlichen Bereichen möglichst zügig eine Versorgung zu realisieren.
Der Landkreis Cuxhaven setzt - wie berichtet - gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen den geförderten Ausbau leistungsfähiger Glasfasernetze in bislang nicht ausreichend versorgten Gebieten um. In der Samtgemeinde Hemmoor erfolgt der Ausbau durch das Unternehmen "Muenet" und dessen Ausbaupartner.
Ziel ist der "Gigabitausbau"
Grundlage des Projektes ist eine Förderung des sogenannten "Gigabitausbaus" durch den Bund und das Land.
Der Bund beteiligt sich auf Grundlage der "Gigabit-Richtlinie 2.0", das Land Niedersachsen nach den Vorgaben zur Förderung von Gigabitnetzen in den sogenannten "grauen Flecken" in Niedersachsen. Ergänzend zu den Fördermitteln von Bund und Land tragen der Landkreis Cuxhaven sowie die beteiligten kreisangehörigen Kommunen jeweils einen eigenen Finanzierungsanteil.
Ziel des gemeinsamen Förderprojektes ist es, insbesondere Bereiche mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen zu erschließen, bei denen ein "eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen bislang nicht erfolgt ist".
Samtgemeinde trägt 720.000 Euro
Für das gesamte Förderprojekt im Landkreis Cuxhaven beläuft sich die "Wirtschaftlichkeitslücke" auf rund 32,3 Millionen Euro. Hiervon schultern der Bund 60 Prozent, das Land Niedersachsen 25 Prozent, der Landkreis Cuxhaven und die beteiligten Kommunen jeweils 7,5 Prozent. Für die Samtgemeinde Hemmoor ergibt sich aus diesem Finanzierungsmodell über die gesamte Laufzeit des Projektes voraussichtlich ein kommunaler Finanzierungsanteil von insgesamt rund 720.000 Euro.
Jetzt hat sich nach Angaben der Hemmoorer Samtgemeindeverwaltung gezeigt, dass sich der Projektfortschritt in einem schnellen Tempo vollzieht. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass erst ab dem kommenden Jahr die ersten 180.000 Euro für die Samtgemeinde fällig werden. Für die darauffolgenden drei Jahre war ein ähnlich hoher Beitrag geplant, wodurch unter dem Strich 720.000 Euro auf der Gesamtrechnung stehen.
Nach der inzwischen konkretisierten Ausbauplanung werde der Ausbau in der Samtgemeinde Hemmoor
jedoch "deutlich schneller" umgesetzt. Nach der aktuellen Planung solle der geförderte Glasfaserausbau im Gebiet der Samtgemeinde Hemmoor bereits bis zum Frühjahr 2028 abgeschlossen werden.
Eigentlich eine gute Nachricht, doch die Entwicklung bringt die Finanzplanung der Samtgemeinde durcheinander. So müssen in diesem und im kommenden Jahr 300.000 Euro gezahlt werden und 2028 noch einmal 120.000 Euro. An dem gesamten Investitionsvolumen ändert dies jedoch nichts; es geht alles halt nur schneller.
Das nahm der Samtgemeinderat auf seiner Sitzung in Hemmoor jedoch gerne in Kauf. Kein Wunder: Schießlich - so die Verwaltung - handele es sich um einen "wesentlichen Beitrag zur langfristigen digitalen Infrastruktur und Standortqualität der Samtgemeinde Hemmoor". (es/red)
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