Die Grünen im Land Hadeln halten sich aus dem Bürgermeisterrennen raus
Die Grünen im Land Hadeln werden bei der Kommunalwahl am 13. September keinen eigenen Kandidaten für das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters ins Rennen schicken. Auch eine Unterstützung für einen der drei Bewerber wird es nicht geben.
Stattdessen setzen die Grünen bewusst auf Eigenständigkeit und wollen ihre politischen Themen in den Mittelpunkt stellen. Das machten Alena Schwarz aus Cadenberge und Uwe Burmester aus Kehdingbruch deutlich, die kürzlich zu neuen Sprechern des Grünen-Ortsverbands Land Hadeln gewählt wurden.
Im Pressegespräch mit der NEZ/CN-Redaktion erklärten sie, dass im Vorfeld Gespräche mit allen drei Kandidaten geführt worden seien: mit Frank Thielebeule, der als Parteiloser von der SPD unterstützt wird, mit CDU-Kandidat Michael Merz sowie mit dem parteilosen Maik Schwanemann. "Die Kandidaten setzen unterschiedliche Schwerpunkte", so Burmester. Dennoch habe man sich bewusst dagegen entschieden, sich festzulegen.
Dass gleich drei Kandidaten antreten, bewerten die Grünen durchaus positiv. "Das ist gut für den demokratischen Entscheidungsprozess", betonte Schwarz.
Die Steigerung der Lebensqualität in der Region
Inhaltlich wollen die Grünen im Wahlkampf klare Akzente setzen. Im Fokus stehen Themen wie Klimaanpassung, die Beschattung öffentlicher Plätze angesichts zunehmender Hitzeperioden, eine bessere Mobilität sowie die Steigerung der Lebensqualität in der Region. Auch der Erhalt der Schwimmbäder und der Ausbau der Fahrradinfrastruktur spielen eine wichtige Rolle.
"Wir sind froh, dass wir in vielen Gemeinden Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl stellen können", sagte Burmester. Schwarz ergänzte, dass es sich um "eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen Köpfen" handle. Ziel sei es, frischen Wind in die Kommunalpolitik zu bringen.
Die bisherige Zusammenarbeit der Grünen mit der SPD und Dominik Kurschat im Samtgemeinderat bewerten beide Sprecher positiv. "Die Samtgemeinde steht nicht schlecht da", so Schwarz. Gleichzeitig machte Burmester deutlich, dass politische Arbeit immer auch Kompromisse erfordere: "Es wäre vermessen zu glauben, dass wir unsere Ziele eins zu eins umsetzen können."
Mit ihrem neuen Vorstand haben sich die Grünen zudem vorgenommen, präsenter zu werden. Geplant sind mehr Informationsveranstaltungen und Formate, die den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern fördern. "Wir wollen Begegnungsräume schaffen und Gespräche auf Augenhöhe ermöglichen", sagte Schwarz. Sie treibe besonders die Frage um, "wie wir als Gesellschaft wieder stärker in Kontakt treten können". Der nächste Termin: Am 26. Mai laden die Grünen zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Klima-Kipppunkte in den Kornspeicher in Neuhaus ein.
Mit Sorge blicken die Grünen auf den zunehmenden Zuspruch für rechte Parteien. Gleichzeitig verzeichnen sie selbst ein Wachstum an Mitgliedern im Ortsverband. "Bei uns sind alle Bevölkerungsgruppen vertreten", betonte Burmester. Ein besonderes Anliegen sei es, mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu gewinnen und in die Räte zu bringen. Beim Thema Klimaschutz hoffen die Grünen zudem, dass die Stelle des Klimaschutzmanagers in der Samtgemeinde erhalten bleibt - ein wichtiger Baustein für die zukünftige Entwicklung der Region.