Adriana und Ricardo Lacerda haben sich mit ihrem Restaurant 2016 einen Traum erfüllt. Foto: Fischer
Adriana und Ricardo Lacerda haben sich mit ihrem Restaurant 2016 einen Traum erfüllt. Foto: Fischer
Vor der nächsten Herausforderung

Cuxhavenerin will Lokal im Lotsenviertel bis Rente führen - doch das geht nicht mehr

von Tim Larschow | 21.03.2023

Adriana Lacerda ist gebürtige Cuxhavenerin und im Lotsenviertel groß geworden. Hier hat sie sich ihren Traum vom eigenen Restaurant verwirklicht. Ihr Ziel war es, ihr Lokal bis zur Rente weiterführen, doch das ist nun nicht mehr möglich.

Ihren ersten "Neuanfang" wagte Adriana Lacerda in Magdeburg. "Dort habe ich zehn Jahre gelebt und mein erstes Restaurant geführt. Und auch meine Tochter ist dort zur Welt gekommen." Doch schon damals war für die 43-Jährige klar, dass Sachsen-Anhalt nicht die Endstation sein wird. Ihr Traum: ein eigenes Restaurant in der alten Heimat. "Gute Kinder kommen schließlich immer wieder nach Hause", sagt sie.

"Das gehört bei uns Portugiesen ja schon fast zur Tradition"

Zurück in Cuxhaven, begann sie 2006 zunächst bei der Deutschen Fischfang Union (DFFU) als Linienführerin zu arbeiten. "Hier hatte ich die Leitung in der Frühschicht und war unter anderem auch für Qualitätskontrollen zuständig." Ihre Eltern und Großeltern gehörten zu den ersten Portugiesen, die damals zum Arbeiten nach Cuxhaven kamen. "Opa ist zur See gefahren und Oma hat in der verarbeitenden Fischindustrie gearbeitet. Auch mein Vater hat bis zum Renteneintritt in dieser Branche gearbeitet und meine Mutter ist immer noch dabei. Das gehört bei uns Portugiesen ja schon fast zur Tradition", scherzt die Cuxhavenerin.

Das verflixte siebte Jahr

Auch ihren Ehemann lernte sie bei der DFFU kennen. Ricardo Lacerda war damals als Mechaniker im Unternehmen beschäftigt. "Ich habe meinen Mann 2007 kennengelernt. Heiraten war anfangs aber keine Option. Wir haben erst mal das verflixte siebte Jahr abgewartet", erzählt Lacerda und lacht. Ricardo Lacerda teilte damals den Wunsch seiner Frau von der Selbstständigkeit. "Mein Hobby war das Kochen und das konnte ich dann 2016 zu meinem Beruf machen", sagt Ricardo Lacerda. Der Traum vom eigenen Lokal wurde zur Realität: "Wir haben im Alten Deichweg klein angefangen und das 'Sagres‘ eröffnet", erinnert sich der 53-jährige Portugiese.

Der erste Lockdown

In die Schillerstraße ist das Ehepaar erst 2020 gezogen. "Die Schlüsselübergabe hatten wir am 15. März, einen Tag später gab es den ersten Lockdown", erzählt Adriana. Kein gutes Omen. Nach den vielen Herausforderungen durch die Pandemie wurde nun auch der Vertrag für das Restaurant im Lotsenviertel nicht verlängert. Vergangenen Donnerstag hatten Ricardo und Adriana Lacerda ihren letzten Arbeitstag im Stadtquartier.

"Es muss noch viel umgebaut werden"

"Wir sind sehr traurig, dass der Vertrag hier nicht verlängert wird. Wir hatten gehofft, hier bis zur Rente arbeiten zu können." Doch ein neuer Standort für das "Sagres" ist bereits gefunden. Im Juni sollen die Umbauarbeiten in Döse beginnen und in den Räumlichkeiten der dann ehemaligen "Schlemmerpfanne" ein Neuanfang gewagt werden. "Es muss dort noch viel umgebaut werden, aber wir bleiben optimistisch und freuen uns auf die neue Herausforderung." Und dank ihres zweiten Standbeins, dem Bekleidungsgeschäft "Vila Nova Boutique", bleibt die Verbundenheit zum Lotsenviertel auch in Zukunft bestehen.

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Tim Larschow

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