Diskussion über Wolf soll in Otterndorf besorgte Anwohner aufklären
Ein möglicher Wolfsriss am Neubaugebiet Am Medembogen sorgt für Unruhe in Otterndorf. Die Kommunalpolitik reagiert mit einer Sondersitzung des Bau- und Umweltausschusses, um Aufklärung und Sicherheit für die Anwohner zu schaffen
in mulmiges Gefühl bleibt bei den Otterndorfer spürbar. Dass möglicherweise Mitte der vorigen Woche ein Wolf am Rande des von Familien geprägtem Neubaugebiets Am Medembogen ein Reh gerissen hat, hinterlässt weiter Fragen und Besorgnis. Dies nimmt auch die Kommunalpolitik in der Stadt aktuell zum Anlass. Die SPD-, Grünen-, Rennebeck-Gruppe hat angesichts der Wolfsdiskussion eine kurzfristig einberufene Sitzung des Bau- und Umweltausschusses beantragt. Dabei solle es ausschließlich darum gehen, eine sachliche Aufklärung zu liefern und einen Experten zu hören. "Wir möchten die Bevölkerung informieren", erläutert der Ausschussvorsitzende Peter Martin Stelzenmüller auf Nachfrage unseres Medienhauses. Es gehe dabei auch um Zuständigkeiten von Landkreis und Land sowie um das geänderte Bundesjagdgesetz. Daher solle diese außerplanmäßige Sitzung auf jeden Fall stattfinden- unabhängig von der notwendigen Feststellung, ob ein Wolf tatsächlich für diesen Riss verantwortlich war. Die Einberufung einer Sitzung hat wegen der Ladefristen mindestens einen Vorlauf von acht Tagen.
Heitsch: "Fordern wolfsfreie Zonen"
Florian Heitsch als Geschäftsführer des Hadelner Deich- und Gewässerverbandes hat vor allem die Deichsicherheit im Blick. Und betrachtet daher den Vorfall mit Argusaugen, weil sich der Deich in der Nähe des mutmaßlichen Wolfsrisses befindet: "Uns ist wegen der notwendigen Beweidung eine wolfsfreie Zone und ein aktives Wolfsmanagement wichtig", unterstrich er auf Nachfrage. Dies mache sein Verband auch immer wieder an betreffenden Stellen deutlich. Eine derartige wolfsfreie Zone würde das neu beschlossene Bundesrecht hergeben, müsse jetzt aber auf Landesebene ausgestaltet werden, hofft Heitsch auf eine zügige Umsetzung im Sinne der Deichschäfer: "Da muss jetzt mal was kommen." Bezüglich des Verdachtes, dass ein Wolf in der Nähe des Neubaugebiets umhergestreift war und möglicherweise das Reh gerissen habe, kann Heitsch nichts Neues sagen: "Tatsächlich habe ich von niemandem gehört, der einen Wolf hier in der Nähe gesehen hat." Der Verbandsgeschäftsführer ist selbst Anwohner im Viertel Am Medembogen.
