Feuer im Kreis Stade: Akku löst Brand aus - 73-Jährige schwer verletzt
Ein brennender Akku in Burweg (Kreis Stade) führt zu einem nächtlichen Feuerwehreinsatz. Eine 73-Jährige erleidet schwere Verletzungen. Am nächsten Tag kann die Frau befragt werden.
Eine Bewohnerin einer Wohnung im ersten Stockwerk eines Wohn- und Geschäftshauses in der Blaue Straße in Burweg ist bei einem Feuer in der Nacht zum Freitag (12. Juni 2026) verletzt worden. Das berichtet Rolf Hillyer-Funke, Sprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten.
Demnach habe die 73-jährige Frau eine halbe Stunde nach Mitternacht einen Notruf abgesetzt, nachdem sie durch Rauchmelder in ihrer Wohnung alarmiert worden sei. Ein gelagerter Akku sei laut dem Feuerwehrsprecher in Brand geraten und habe zu dem Feuer geführt.
Verbrennungen im Gesicht und an den Händen
Die Seniorin selbst habe noch vor Eintreffen der Feuerwehr "einige brennende Teile die Treppe hinunter ins Freie getragen und dabei Verbrennungen im Gesicht und an den Händen erlitten sowie Rauchgase eingeatmet", berichtet Hillyer-Funke weiter.
Die Frau habe vom alarmierten Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) behandelt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Die Polizei vermeldet, die 73-Jährige sei schwer verletzt worden.

Brennendes Mobiliar aus Fenster geworfen
Rund 40 Feuerwehrleute der Wehren Burweg, Himmelpforten und Oldendorf waren den Angaben zufolge zur Brandbekämpfung ausgerückt. Mehrere Trupps gingen unter schwerem Atemschutz gegen das Feuer im Obergeschoss vor. Das Feuer hatte mehrere Einrichtungsgegenstände, Inventar und Bekleidung in Brand gesetzt und teilweise zum Abplatzen des Putzes an einer Wandfläche geführt, so der Feuerwehrsprecher.
Durch das schnelle Eingreifen habe das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden können, noch bevor es sich zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand habe ausbreiten können.
Brennende Gegenstände seien aus dem Fenster geworfen sowie weitere gelagerte Akkus und auch Mobiliar hinausgetragen und anschließend im Freien abgelöscht worden. Die Akkus kamen demnach in spezielle Metallcontainer.
Akku-Brand ist chemischer Prozess
Die grundsätzliche Feuergefahr von Akkus mit Lithium-Ionen-Technologie ist unbestritten. Beim Umweltbundesamt (UBA) spricht man von einem "erhöhten Gefahrenpotenzial". Batterien dieses Typs besitzen hohe Energiedichten, halten also lange durch, und entladen sich kaum selbst, wenn sie nicht genutzt werden.
Das Problem: Sind sie einmal in Brand geraten, ist ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, der das Löschen zu einer speziellen Herausforderung macht.
Rauchmelder "hat Leben gerettet"
Die Polizei schätzt den Schaden in der Wohnung auf rund 80.000 Euro. Laut Feuerwehrsprecher seien im Erdgeschoß des Hauses "überschaubare Schäden durch durchgesickertes Löschwasser" entstanden.
Die Tatortgruppe der Polizeiinspektion Stade nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. Am Vormittag habe die 73-Jährige bereits im Krankenhaus von der Polizei befragt werden können, berichtet Polizeisprecher Matthias Bekermann. Demnach habe die Frau zunächst Knallgeräusche wahrgenommen und dann bemerkt, dass sich ein älterer Fahrradakku entzündet habe. Dieser sei jedoch seit Wochen nicht mehr aufgeladen worden.
Nachdem Lüften und Nachlöscharbeiten konnten die Feuerwehren den Einsatz nach rund 90 Minuten beenden. Feuerwehrsprecher Hillyer-Funke: "Rauchmelder und das schnelle Eingreifen der Feuerwehren hat in diesem Fall augenscheinlich das Leben der Bewohnerin gerettet, ein Großfeuer verhindert und den entstandenen Schaden begrenzt." (pm/tip)
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