Axel Quast, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Mittelstenahe, Frank Springer, Bürgermeister der Samtgemeinde Börde Lamstedt, und der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Seebeck aus Flögeln (v.l.n.r.) traten in die Pedale, um den neuen Radweg zu testen. Foto: Mangels
Axel Quast, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Mittelstenahe, Frank Springer, Bürgermeister der Samtgemeinde Börde Lamstedt, und der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Seebeck aus Flögeln (v.l.n.r.) traten in die Pedale, um den neuen Radweg zu testen. Foto: Mangels
Das Warten hat ein Ende

Von Lamstedt nach Bröckelbeck jetzt sicherer unterwegs: Neuer Radweg an K21 eröffnet

von Christian Mangels | 12.06.2026

Nach langer Planung, monatelangen Bauarbeiten und einer viel diskutierten Vollsperrung der Kreisstraße 21 ist der neue Radweg zwischen Lamstedt und Bröckelbeck am Freitag mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes offiziell eingeweiht worden.

Zur Feierstunde am Lamstedter Steingarten begrüßten Landrat Thorsten Krüger und Kreisrat Frank Berghorn zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, den beteiligten Bau- und Planungsunternehmen, der Polizei sowie der Straßenmeisterei.

Mit dem rund sechs Kilometer langen Radweg ist entlang der K21 eine wichtige Lücke im Radwegenetz geschlossen worden. Die neue Strecke verbindet die Gemeinde Lamstedt mit dem Hemmoorer Ortsteil Bröckelbeck und führt teilweise durch das Waldgebiet Westerberg. Die Baukosten beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Einen Großteil davon übernimmt das Land Niedersachsen, das das Vorhaben mit bis zu 80 Prozent fördert.

Alternative Streckenführung über die Wirtschaftswege

Kreisrat Frank Berghorn erinnerte bei der Einweihung an die lange Vorgeschichte des Projekts. Bereits 2019 hatten die Planungen begonnen. Schwierigkeiten beim Grunderwerb machten jedoch eine Anpassung der ursprünglichen Trassenführung erforderlich. Gemeinsam mit der Samtgemeinde Börde Lamstedt wurde schließlich eine alternative Streckenführung über die Wirtschaftswege "Bickbeerstieg" und "Neuer Kamper Weg" entwickelt. Vor dem eigentlichen Baubeginn mussten außerdem Kampfmittelsondierungen durchgeführt und eine Trinkwasserleitung erneuert werden.

Auch während der Bauphase galt es, zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. So musste unter anderem eine Ameisenkolonie umgesiedelt werden, wie Berghorn berichtete. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. "Mit dem neuen Radweg verbessern wir die Infrastruktur in zwei Kommunen und schließen Lücken", sagte er. Den Radfahrern wünschte er "allzeit gute Fahrt auf diesem Radweg".

Offizielle Einweihung des neuen Radwegs zwischen Lamstedt und Bröckelbeck: Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bauwesen durchschneiden symbolisch das Band und feiern die Fertigstellung des wichtigen Infrastrukturprojekts. Foto: Mangels

Die eigentlichen Bauarbeiten hatten im September 2025 begonnen. Ab dem 6. Oktober wurde die K21 zwischen Lamstedt und Bröckelbeck voll gesperrt. Die Sperrung sorgte über Monate hinweg für Kritik und Unverständnis bei vielen Verkehrsteilnehmern. Wer von der Wingst oder aus Hemmoor in Richtung Lamstedt fahren wollte, musste weite Umwege in Kauf nehmen.

Der Landkreis hatte die Vollsperrung mit Sicherheitsvorgaben begründet. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite von lediglich 5,70 Metern sei eine halbseitige Sperrung nicht möglich gewesen. Zudem hätten naturschutzrechtliche Vorgaben eine Verbreiterung des Arbeitsbereichs ausgeschlossen.

Mehrfach mussten die Verantwortlichen um Geduld bitten. Vor allem die lang anhaltende winterliche Witterung zu Beginn des Jahres 2026 führte zu Verzögerungen im Bauablauf. Die ursprünglich für April geplante Freigabe der Strecke verschob sich deshalb um mehrere Wochen. Erst am 21. Mai konnte die Kreisstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Nicht nur Freizeitradler und Touristen profitieren

Von dem neuen Radweg profitieren künftig nicht nur Freizeitradler und Touristen. Sabine Wist, Bürgermeisterin der Stadt Hemmoor, sprach von einem "großzügig angelegten Radweg nach neuestem Standard". Dieser sei sowohl für den Tourismus als auch für den Alltag der heimischen Bevölkerung eine große Bereicherung.

Auch Lamstedts Bürgermeister Manfred Knust hob die Bedeutung des Projekts hervor. "Für den sanften Tourismus in unserer Region ist der Radweg etwas ganz Besonderes", sagte er. Zugleich räumte er ein, dass die lange Bauzeit für die örtlichen Gewerbetreibenden mit erheblichen Belastungen verbunden gewesen sei.

Neben dem eigentlichen Radweg wurden im Zuge der Baumaßnahme weitere Verbesserungen umgesetzt. So entstand im Bereich der Kreuzung K21/K29 in Bröckelbeck eine neue Verkehrsinsel zur sicheren Querung für Radfahrer und Fußgänger. Zudem wurde eine zusätzliche Bushaltestelle eingerichtet, die künftig auch vom Anruf-Sammeltaxi angefahren werden soll. Am Steingarten wurde darüber hinaus der Parkplatz neugestaltet.

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