Lilly Fischer (l.) und Janis Hellwege (r.) präsentieren ihre Projekte zur Förderung von Insektenfreundlichkeit. Sie absolvieren ein freiwilliges ökologisches Jahr und einen Bundesfreiwilligendienst im Natureum. Foto: Brettschneider
Lilly Fischer (l.) und Janis Hellwege (r.) präsentieren ihre Projekte zur Förderung von Insektenfreundlichkeit. Sie absolvieren ein freiwilliges ökologisches Jahr und einen Bundesfreiwilligendienst im Natureum. Foto: Brettschneider
Engagement

Freiwilligendienst im Natureum: Ein Jahr Tiere, Projekte und Natur in Balje

von Bengta Brettschneider | 13.06.2025

Im Natureum in Balje engagieren sich junge Menschen für Natur- und Tierschutz. Ihr Freiwilligendienst bringt sie nicht nur Ottern, Frettchen und Insekten näher - sondern auch dem, was sie beruflich wirklich wollen.

Nach 13 Jahren Schule und dem Abitur in der Tasche ist sie da, die große Frage nach dem "Was jetzt?". Janis Hellwege war sich noch nicht sicher, was er nach dem Abitur machen wollte. Jetzt ist der 19-Jährige ein "Bufdi" (Bundes-Freiwilligendienst) im Natureum.  Lilly Fischer kommt aus Bassum bei Bremen und verließ die Schule nach der zwölften Klasse. Um die Fachhochschulreife zu bekommen, muss sie ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr machen und entschied sich auch für das Natureum. Während des Jahres wohnt sie im "Öko-Haus", wo bis zu fünf Personen, wie Bufdis, Platz finden. Neben ihrer Arbeit im Natureum müssen beide insgesamt fünf Seminare während des Jahres besuchen. Lilly war unter anderem bereits auf Spiekeroog und in Leer. Der Schwerpunkt der Seminare ist immer die Naturverbundenheit. "Wir haben die Wasserqualität bestimmt oder haben über die Auswirkungen der Rodung des Urwaldes gesprochen", erklärt Lilly Fischer. Nach ihrem Ökologischen Jahr beginnt sie eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, möchte sich aber in einem Tierheim engagieren, um weiter im Kontakt mit Tieren sein zu können. 

Otterfütterung im Halloween-Kostüm

Die Arbeit im Natureum sei nie langweilig, erklärt Lilly. Eine ihrer Lieblingserinnerungen an die vergangenen Monate sei die Otter-Fütterung zu Halloween gewesen, die sie verkleidet gemacht hätten.

An jedem Morgen und Abend machen Lilly und Janis eine Runde über das Gelände und beginnen bei den Aquarien und Terrarien. "Dort ist es wichtig, dass die Luftfeuchtigkeit immer gleich hoch ist", erklärt Janis. Auch Schafe, Hühner, Frettchen, Otter, Pferde und Laufenten wohnen auf dem Gelände des Natureums. Diese wollen nicht nur gefüttert, sondern auch die Ställe auch ausgemistet werden. "Die Säuberung des Otter-Teichs nimmt einen ganzen Tag in Anspruch", betont Janis. Die Arbeit sei sehr vielseitig, aber den Spruch "du stinkst wie ein Otter" könne er bestätigen. "Ein sehr spezieller, intensiver Geruch."

Raum für eigene Projekte

An einem Tag in der Woche kümmern sich Lilly und Janis um ihre Projekte. Lilly bastelt besondere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere, wie zum Beispiel ein "Fummelbrett" zur Beschäftigung für die Frettchen.  Auch zu der aktuellen Sonderausstellung haben sie einen Teil beigetragen. Neben Zeichnungen, wie ein guter, insektenfreundlicher Garten aussieht, von Lilly, befindet sich am Ausgang auch ein Spiel. Dort können Besucher ihr Wissen darüber testen, welche Pflanzen gut für Insekten sind. Auf der Rückseite der unnützen Pflanzen befindet sich eine Abbildung für eine gute Alternative. "Ich war schon immer ein Insekten-Nerd", erklärt Janis. Er hat auch eine App, in der Insekten notiert und ihren Standort getrackt wird. Für die Ausstellung hat er unterschiedliche Insektenhäuser gebaut.

Das Freiwillige Ökologische Jahr und der Bundes-Freiwilligendienst seien "ein entspannter Einstieg ins Arbeitsleben" gewesen, meint Lilly. "Wir konnten hier auch lernen, mit Kollegen oder einem Vorgesetzten umzugehen oder auch, wie man Probleme anspricht." Außerdem sei es, direkt neben der Oste, der schönste Arbeitsplatz, den man sich vorstellen kann. "Fast wie Urlaub, wenn man nicht arbeiten müsste."

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