Haushalt 2026: So will die Samtgemeinde Land Hadeln zurück zur schwarzen Null
Das finanzielle Tal der Tränen scheint durchschritten: Nach zwei mageren Jahren will Sönke Westphal, Kämmerer der Samtgemeinde Land Hadeln, in der Ratssitzung am Dienstag (20. Januar) erstmals wieder einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren.
"Die Null muss stehen" - diese Fußballerweisheit lässt sich auch auf die finanzielle Situation der Samtgemeinde Land Hadeln übertragen. Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule und sein Team haben das Ziel ausgegeben, im neuen Jahr wieder einen ausgeglichenen Haushalt zum Beschluss vorzulegen. Und dieses Ziel scheint tatsächlich zum Greifen nahe: Der Etatentwurf für 2026 ist der erste ausgeglichene Haushalt nach zwei hochdefizitären Jahren, der ohne Haushaltssicherungskonzept und damit rigide Sparauflagen auskommt. "Wir sind in der Lage, das, was wir uns vorgenommen haben, auch in die Umsetzung zu bringen", sagt Thielebeule.
Noch im November 2025 sah die Lage ziemlich düster aus: Die Samtgemeinde steuerte im ersten Entwurf des Haushaltsplans auf ein Defizit von 1,34 Millionen zu. Doch in den vergangenen Wochen hat sich die finanzielle Situation erstaunlich dynamisch entwickelt, sodass das aktualisierte Zahlenwerk nun sogar mit einem kleinen Überschuss abschließt.
Wie ist es zur unverhofften Erholung der Samtgemeindefinanzen gekommen? Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle, wie Kämmerer Sönke Westphal in der jüngsten Finanzausschusssitzung erläuterte. Zum einen hat die niedersächsische Landesregierung Veränderungen beim kommunalen Finanzausgleich vorgenommen. Gemeinden sollen künftig mehr, Landkreise weniger Geld erhalten. Konkret für die Samtgemeinde Land Hadeln heißt das, dass sich die Schlüsselzuweisungen vom Land um 1,24 Millionen Euro auf jetzt 13,66 Millionen Euro erhöhen.
Auch bei den Kindertagesstätten leistet das Land mehr Unterstützung. Hintergrund: Die Landesregierung hat beschlossen, rund 250 Millionen Euro pro Jahr mehr für Kita-Personal zu zahlen. Davon profitiert auch die Samtgemeinde Land Hadeln, die einen Betrag in Höhe von 712.500 Euro bekommt.
Durch die zusätzlichen Finanzspritzen schafft die Samtgemeinde einen ausgeglichenen Haushalt, der im Ergebnishaushalt Erträge von rund 45 Millionen Euro vorsieht und gegenüber den Aufwendungen einen Überschuss von 7400 Euro erwirtschaftet. Im Finanzhaushalt liegen die Einzahlungen bei rund 43,62 Millionen Euro, die Auszahlungen machen 41,54 Millionen Euro aus.
3,37 Millionen Euro werden in den Brandschutz gesteckt
Die Entspannung der Finanzsituation verschafft der Samtgemeinde Luft für Investitionen. Rund 3,37 Millionen Euro werden in den Brandschutz, also die Erneuerung und den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern, gesteckt. Etwa 300.000 Euro soll für ein Grundstück ausgegeben werden, das die Samtgemeinde für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses Cadenberge erwerben will. Allerdings ist nur ein Teil des rund 20.000 Quadratmeter großen Areals für die Feuerwehr vorgesehen, wie Frank Thielebeule erläuterte.
Für die Modernisierung der Grundschulen sind insgesamt 1,59 Millionen Euro eingeplant, wobei Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro fließen. Etwa 2,18 Millionen Euro sind für die Sanierung der Sportanlagen vorgesehen; die Dachsanierung der Stadthalle Otterndorf ist hier der größte Brocken.
Ein immer wiederkehrender Posten im Haushalt ist die Instandhaltung von Straßen und Brücken. Rund eine Million Euro sind in diesem Bereich für Investitionsvorhaben eingeplant. 2026 stehen unter anderem die Brücke am Splethweg und die Straße Westercadewisch im Fokus. Kämmerer Sönke Westphal geht davon aus, dass die Unterhaltungskosten für Straßen, Wege und Brücken perspektivisch steigen werden. Er empfahl, die Bauunterhaltung künftig stärker in den Vordergrund zu rücken.
In der Samtgemeinderatssitzung am Dienstag, 20. Januar, die im Dorfgemeinschaftshaus Osterbruch über die Bühne geht, wird über den Haushaltsplanentwurf abgestimmt.