Genervt: Reichlich Ärger im Wohngebiet in Hechthausen
Grundstückseigentümer fordern endlich einen Endausbau des kompletten Straßenverlaufes im Hechthausener Wohngebiet "Am Gutspark". Der Auftraggeber bittet um Geduld; Firmen seien nur schwer verfügbar. Die Gemeinde baut jetzt aber Druck auf.
Da herrschte plötzlich dicke Luft; und das galt nicht nur für die stickige Atmosphäre während der Sitzung des Klima-, Umwelt- und Tiefbauausschusses im viel zu kleinen Ratssaal in Hechthausen. Ziemlich geladen waren nämlich rund 25 Anwohner des Wohngebietes "Am Gutspark". Der Grund: Zwar erfolgt dort der Endausbau eines Straßenabschnittes, aber leider nicht inihrem Bereich. Sie warten nach eigenen Angaben zum Teil jedoch bereits seit über 20 Jahren auf eine solche Maßnahme. Jetzt hat die Gemeinde eine Frist gesetzt.
Mit einem solchen Andrang hatten Ratsmitglieder und Verwaltung ganz offensichtlich nicht gerechnet. Immer mehr Stühle mussten hereingetragen werden, bis alle Politiker und Bürger Platz fanden. Unter den Teilnehmern befand sich auch Hubertus Freiherr Marschalck von Bachtenbrock, der die Bauplätze im kompletten Wohngebiet angeboten und veräußert hatte.
Der Ablauf der finalen Straßenerschließung sorgt seit längerer Zeit für Unmut, denn zwar steht jetzt der "Teil 4" und damit der aktuellste Bereich zum Endausbau an. Dabei handelt es sich um die Erschließung der ringförmig angelegten Wohngebietsstraße "Am Gutspark" auf einer Länge von insgesamt 300 Metern. Wer dort wohnt, mag zufrieden sein, dass die Straßenbauarbeiten dort zu Ende gebracht werden. Andere Anlieger in den Teilbereichen 2 und 3 sind es ganz offensichtlich nicht.
Sie bemängeln, dass sie viel länger in dem Wohngebiet ansässig sind, aber bei ihnen vor der Haustür befinde sich noch immer die alte Fahrbahn mit all ihren Problemen. "Die Straße muss zumindest zeitnah wirksam ausgebessert werden. Ich habe mir bei den Schlaglöchern schon zwei Felgen kaputtgefahren", so eine Hechthausenerin.
Anwohner verlieren die Geduld
Doch mit punktuellen Ausbesserungen ist es für andere Nachbarn längst nicht mehr getan. Sie beklagten sich auf der öffentlichen Sitzung, dass nicht gleich im Zuge der aktuellen Baumaßnahme, mit der wahrscheinlich im Mai begonnen wird und die sich zwei Monate hinziehen dürfte, auch die Ausschreibung für die Abschnitte 2 und 3 erledigt worden sei. Ihre Befürchtung: Das Ganze zieht sich noch weiter in die Länge. Einige Anwohner würden schon über 20 Jahre warten; dies sei nicht mehr hinnehmbar.
Hubertus Freiherr Marschalck von Bachtenbrock befand sich angesichts der Unmutsäußerungen an diesem Abend zwar in der Defensive, aber er warb um Verständnis: "Es gibt ganz einfach zu wenige Firmen, die auf die Ausschreibungen reagieren." Mit Mühe und Not hätten er und das Planungsbüro nunmehr einen routinierten Auftragnehmer gefunden, der den Abschnitt 4 in Angriff nehmen werde: "Man muss die Firmen mit Samthandschuhen anfassen." Danach sollten die beiden Bereiche 2 und 3 folgen. Wann das sein wird? Ungewiss. Ausgeschrieben seien die beiden Abschnitte noch nicht. Ob eine Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgt, könne er nicht sagen.
Gemeinde: "Bis zum Jahresende ..."
Aber genau das fordert die Gemeinde Hechthausen jetzt von ihm. Auf Vorschlag des Ratsmitgliedes Rudolf Meyer-zum Felde ("Wir für Euch") wurde der Beschluss gefasst, dass auch die beiden Abschnitte 2 und 3 noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Allerdings bleibt die Frage offen, ob die Gemeinde tatsächlich eine rechtliche Möglichkeit hat, um das durchzusetzen.