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Die Pläne liegen auf dem Tisch; nun müssen nur noch die Bauarbeiter anrücken: In Hechthausen wird der Bau eines Ärztehauses vorangetrieben. Foto: Ina Fassbender/dpa
Die Pläne liegen auf dem Tisch; nun müssen nur noch die Bauarbeiter anrücken: In Hechthausen wird der Bau eines Ärztehauses vorangetrieben. Foto: Ina Fassbender/dpa
Viele Projekte, hohe Förderung

Kein Ende des "Bau-Booms" in Hechthausen - trotz Defizit wird weiter investiert

von Egbert Schröder | 20.01.2026 Zuletzt aktualisiert: 20.01.2026 23:53 Uhr

Viele "Nachbarn" blicken neidisch auf Hechthausen: In der Gemeinde werden insbesondere durch die "Dorfregion"-Förderung (bis zu 90 Prozent der Gesamtsumme) Projekte vorangetrieben, die das Dorf allein nicht stemmen kann. Und der Boom geht weiter ...

Gleich zu Wochenbeginn legten die Fachausschüsse des Rates in einer gemeinsamen Sitzung die Vorgehensweise im Rahmen des Doppelhaushaltes 2026/2027 fest. Klar war schon vor Beginn der ersten Beratungen, dass es in diesem und im kommenden Jahr rote Zahlen geben würde. Besonders krass sieht es für das laufende Haushaltsjahr aus: Die Kämmerei geht von einem Fehlbetrag in einer Größenordnung von über 430.000 Euro aus. Im kommenden Jahr sind es voraussichtlich knapp 80.000 Euro. Ab 2028 dürfte es nach dem aktuellen Stand wieder Überschüsse im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich geben.

Prall gefülltes "Sparbuch"

Das Defizit in diesem Jahr ist im "Ergebnishaushalt" verankert, in dem insbesondere die laufenden Ausgaben zu Buche schlagen. Dass angesichts der Dimension von 435.800 Euro in Hechthausen nicht die Alarmglocken schrillen, liegt an der sogenannten Überschussrücklage. Dabei handelt es sich quasi um das "Sparbuch" der Gemeinde, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. In dieser Rücklage befinden sich noch mehr als zwei Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund dürfte eine Genehmigung des Etats durch die Kommunalaufsicht trotz des hohen Defizits keine Hürde darstellen.

Um die Investitionen zu schultern, nimmt die Gemeinde in diesem Jahr zweckgebundene Kredite auf. 2027 ist dies (noch) nicht vorgesehen. Doch das kann sich ändern, wenn der Gemeinderat weitere Projekte insbesondere im Bereich der Infrastruktur umsetzen will. Bürgermeister Erwin Jark (SPD) hob im Rahmen der gemeinsamen Ausschusssitzung hervor, dass es seit der Förderung durch die "Dorfregion"-Anerkennung bereits 18 Vorhaben gegeben habe oder noch gibt, die mit hohen Zuschüssen verbunden seien.

Begegnungszentrum mitten im Ort

In diesem Jahr wird der Bau des "Bürgerhauses" am Marktplatz Form annehmen. Dort, wo viele Jahrzehnte die Feuerwehr untergebracht war, klafft nach dem Gebäudeabriss jetzt eine Lücke. Vorgesehen ist ein Begegnungszentrum, das neu entstehen wird und Platz für größere Gruppen bieten soll. Die Finanzierung ist aus zwei Fördertöpfen zum größten Teil gedeckt. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von 1,35 Millionen Euro, der bereits weitgehend in den zurückliegenden Haushaltsjahren verplant worden ist. 

Kompletter Ausbau des Ärztehauses

Neu dagegen ist der vorgesehene Bau eines Ärztehauses in der Ortsmitte, das gegenüber des ebenfalls neuen Parkplatzes an der Ecke Hauptstraße/Wischer Straße gebaut wird. Ursprünglich war zunächst vorgesehen, zunächst nur das Erdgeschoss für die Arztpraxis auszubauen. Doch mittlerweile gibt es nach Angaben von Verwaltungschef Jan Tiedemann auch eine konkrete Anfrage eines Mieters aus dem Gesundheitsbereich für das Obergeschoss. Dadurch erhöht sich zwar die Gesamtsumme auf 1,35 Millionen Euro. Zugleich erfolgt aber jetzt der Bau nicht nur  etappenweise, sondern komplett. 

Dass Hechthausen tatsächlich ab 2028 finanziell wieder rosige Zeiten erleben wird, ist für Sven Reese (CDU) nicht realistisch. Er rechnet gesamtwirtschaftlich mit Problemen, die auch auf die kommunale Ebene durchschlagen werden: "Da kommt keine Euphorie auf." Bürgermeister Jark lenkt dagegen den Blick von der Zukunft auf die Bilanz und die Jahre 2026/2027. Und die könne sich sehen lassen: "Wir haben Hechthausen in den vergangenen Jahren vorangebracht."

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Egbert Schröder

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