Giftköder in Hechthausen? Hündin stirbt wenige Stunden nach Spaziergang im Wald
Ein Spaziergang im Hechthausener Waldgebiet wird für Kristina Benemanns Hündin zum tödlichen Drama. Innerhalb weniger Stunden muss sie ihre geliebte Labrador-Hündin einschläfern lassen. Der Verdacht auf einen Giftköder erhärtet sich.
Als Kristina Benemann an diesem Montagmorgen (16. Februar 2026) mit ihrer Labrador-Hündin am Rand des Hechthausener Waldgebiets an der Straße Steinberg unterwegs ist, wirkt alles wie immer. Es ist 10.15 Uhr, sie hat noch etwas Zeit, bevor sie ihre Eltern besucht. Die Hündin schnüffelt am Wegesrand, bleibt kurz stehen. "Sie hat an etwas geschleckt", erinnert sich Kristina Benemann im Gespräch mit CNV-Medien. Nur wenige Stunden später ist ihre Hündin tot.
Was zunächst wie ein gewöhnlicher Spaziergang begann, endete an diesem Tag mit einer schweren Entscheidung in der Tierarztpraxis. Die viereinhalbjährige Labrador-Hündin musste eingeschläfert werden. Der Verdacht: Sie hatte zuvor einen Giftköder aufgenommen - offenbar eine Kunststoffverpackung mit Resten von Frischkäse, deren Inhalt verfärbt gewesen sein soll. "Ich dachte erst, das wäre Schimmel", sagt Kristina Benemann über die geöffnete Verpackung, die sie am Rand des Fußgängerwegs entdeckte. Mit ihrer Hündin habe sie trainiert, draußen nichts zu fressen. "Aber ausschließen lässt sich das nie."
Erste Symptome nach etwa einer Stunde
Etwa eine Stunde nach dem Spaziergang bemerkte sie erste Auffälligkeiten. Die Hündin zeigte Gangstörungen. "Ich dachte, ihr ist kalt oder sie hat Frost an den Pfoten." Zu Hause zitterte das Tier stark. Kristina Benemann rief vorsorglich in der Tierarztpraxis an. "Kurz darauf hat sie sich hingelegt und gekrampft." Sie fuhr sofort zur Tierarztpraxis. Zu diesem Zeitpunkt waren rund zweieinhalb Stunden seit dem Spaziergang vergangen. In der Praxis erhielt die Hündin krampflösende Medikamente und weitere Mittel, um unter anderem die Ausscheidung zu fördern. Doch ihr Zustand verschlechterte sich weiter. Das Fieber stieg so stark an, dass das Thermometer keinen Wert mehr anzeigen konnte. Ihnen blieb keine Wahl - die Hündin musste eingeschläfert werden. Zwischen der mutmaßlichen Aufnahme des Köders und dem Abschied lagen kaum vier Stunden.

Verdacht: Vergiftung durch Schneckenkorn
Die behandelnde Tierärztin äußerte laut Benemann den Verdacht, es könne sich um Schneckenkorn gehandelt haben. Produkte mit dem Wirkstoff Metaldehyd gelten als hochgiftig für Haustiere. Sie greifen das Nervensystem an und können Krämpfe, Erbrechen und hohes Fieber auslösen - Symptome, die oft bereits innerhalb von 30 Minuten bis drei Stunden auftreten. Auch das Ablecken von Pfoten oder das Fressen vergifteter Schnecken kann gefährlich sein. Ob dieser Verdacht zutrifft, ist bislang unklar.
Polizei hat noch keine Erkenntnisse zur Substanz
Noch am selben Tag erschien das Ehepaar Benemann auf der Polizeidienststelle in Hemmoor und erstattete Anzeige. Die Verpackung wurde nach NEZ/CN-Informationen eingesammelt und sichergestellt. Die Polizei ermittelt wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. "Die Ermittlungen sind noch ganz am Anfang. Erkenntnisse zur Substanz gibt es noch nicht. Der Köder wurde sichergestellt", erklärt Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizei Cuxhaven, auf Nachfrage von cnv-medien.de. Ob und wann eine Untersuchung erfolgt, entscheide die Staatsanwaltschaft. In Hechthausen handele es sich nach aktuellem Stand um einen Einzelfall. "Wir hatten jedoch vor noch nicht allzu langer Zeit einen Fall in Bederkesa."
Die Polizei empfiehlt in solchen Fällen: "Bürgerinnen und Bürger sollen in jedem Fall Anzeige erstatten, es handelt sich um eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz", betont Stephan Hertz. Sollten Tiere verdächtige Dinge gefressen haben, müsse umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Sachliche Warnungen an andere Tierhalter - etwa über soziale Medien - seien sinnvoll. "Wichtig ist jedoch, korrekte Informationen zu verbreiten und keine Hetze oder Falschmeldungen." Sollten Zeugen verdächtige Beobachtungen zum Vorfall in Hechthausen gemacht haben, werden diese gebeten, sich bei der Polizei in Hemmoor unter Telefon (0 47 71) 60 70 zu melden.
Schnelles Handeln und erstes Hilfsmittel: Kohletabletten
Auch wenn Kristina Benemann und ihr Mann Arne den Vorfall zur Anzeige gebracht haben, bleibt die Lücke, die ihre Hündin hinterlässt. "Was wir daraus gelernt haben: immer Kohletabletten zu Hause zu haben", sagt Kristina Benemann. Kohletabletten sind bei Vergiftungen eines der wenigen Mittel, die Tierhalter selbst noch einsetzen können, bevor ein Tierarzt erreicht wird. Die Aktivkohle kann Giftstoffe im Verdauungstrakt binden und so deren Aufnahme in den Körper verringern. Als Faustregel gilt: ein Gramm Kohle pro Kilogramm Körpergewicht.