Der aktuelle Kreistagsbeschluss soll auch die Situation an der Schule am Meer, Förderschule im Bereich Geistige Entwicklung (GE), perspektisch entzerren. Die Ausschreibung für den Neubau läuft, nächstens Jahr ist der Baugebinn gelplant.. Foto: Reese-Winne
Der aktuelle Kreistagsbeschluss soll auch die Situation an der Schule am Meer, Förderschule im Bereich Geistige Entwicklung (GE), perspektisch entzerren. Die Ausschreibung für den Neubau läuft, nächstens Jahr ist der Baugebinn gelplant.. Foto: Reese-Winne
Kreistagsbeschluss

Der Kreistag Cuxhaven beschließt Standort: Neue Förderschule kommt nach Hemmoor

von Wiebke Kramp | 18.06.2026

Der Kreistag Cuxhaven hat Hemmoor als Standort einer neuen Förderschule mit dem Schwerpunkt "Geistige Entwicklung" festgelegt. Ziel sind kürzere Schulwege, bessere Bedingungen für Familien und eine Entlastung bestehender Einrichtungen im Landkreis.

"Wir beschließen hier etwas Großes", unterstrich CDU-Fraktionssprecher Lasse Weritz und bedauerte, dass sich die Zuschauerränge zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich geleert hatten. Zu Beginn der Kreistagssitzung, als es um die Verlegung mit Neubau des Kreis-Gymnasiums von Bremerhaven nach Schiffdorf ging, waren Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter vom "Kreis-Gy" während der Fragestunde sehr aktiv und verfolgten die anschließende Debatte. Doch drei Stunden später, als es bei dem Beschluss über die Errichtung und den Standort von zwei neuen Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ging, war ihr Interesse an einer schulpolitischen Debatte verpufft. Längst waren sie von den Zuschauerrängen verschwunden.

Anpassung der Schulbezirke

Dabei setzt die Kreispolitik mit diesen Beschlüssen lang geforderte Verbesserungen für beeinträchtigte Kinder um und will Misstände beseitigen. Die aktuellen Kapazitäten der bestehenden Förderschulen GE reichen für die derzeitigen Schülerzahlen längst nicht mehr aus. Temporäre Maßnahmen wie die Einrichtung von einer Außenstelle und zwei Kooperationsklassen für die Schule am Wiesendamm in Bad Bederkesa oder eine Außenstelle in der Schule am Meer in Cuxhaven mussten in den zurückliegenden Jahren hingenommen werden. Eigentlich waren sie nur als Überbrückungsmaßnahmen gedacht. Nun aber nimmt der Landkreis Cuxhaven eine Anpassung der Schulbezirke vor. Er setzt dabei auf eine nachhaltige Entlastung der bestehenden Standorte der Förderschulen GE sowie die verbesserte regionale Abdeckung und Erreichbarkeit.

Künftig gestaltet sich die GE-Förderschullandschaft folgendermaßen: Für die Schule am Meer in Cuxhaven ist die Umsetzung eines Neubaus mit erweiterter Kapazität beschlossene Sache und das Ausschreibungsverfahren eingeleitet. Der Baubeginn für 2027 geplant. Hinzu kommt die Einrichtung von zwei zusätzlichen GE-Förderschulen für jeweils 80 Schülerinnen und Schüler. Dies ermöglicht die Auflösung der bisherigen Außenstellen und Kooperationsklassen der Schule am Wiesendamm. Als neuer Schulstandort im nordöstlichen Kreisgebiet ist Hemmoor bereits beschlossene Sache. Im südlichen Bereich wird zunächst in Schiffdorf eine kurzfristige Übergangslösung eingerichtet.

"Verdienen es, nicht kreuz und quer gekarrt zu werden"

"Gerade Kinder mit mehrfacher Schwerbehinderung verdienen es nicht, kreuz und quer durch den Landkreis gekarrt zu werden", erläuterte Christdemokrat Lasse Weritz. Durch zwei neue Schulstandorte würden die Wege kürzer. Mehr noch: "Wir entlasten damit die Schule am Meer und Bad Bederkesa enorm." Und auch den Kindern und ihren Familien werde dadurch der Alltag ein Stück weit erleichtert.

Ulla Bergen (SPD) verdeutlichte: "Es handelt sich dabei um Kinder, die keine Lobby haben. Sie brauchen vernünftige Schulen und kurze Wege." Endlich werde mit den Neubauten der Missstand der Nebenstellen in Bad Bederkesa abgeschafft. Anton Werner Grunert von der sogenannten Bürgerlichen Alternative (vormals AfD-Abgeordneter) befürwortete die Einrichtungen, erinnerte allerdings daran, dass er die abgeschafften Förderschulen für Lernbeeinträchtigte als Angebot vermisse. Rüdiger Kurmann von den Freien Wählern unterstrich, dass Kinder aus früheren Randbereichen der Gesellschaft durch gute Schulangebote mitten in der Gesellschaft ankommen.

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