Ein Bild aus besseren Tagen: Linienflugzeuge fliegen den Flughafen auf der Düne nicht mehr an. Das bleibt vorerst auch so. Eine Rückkehr zu dem Typ Britten Normen Islander schließt die OFD aus. Archivfoto: Demelt
Ein Bild aus besseren Tagen: Linienflugzeuge fliegen den Flughafen auf der Düne nicht mehr an. Das bleibt vorerst auch so. Eine Rückkehr zu dem Typ Britten Normen Islander schließt die OFD aus. Archivfoto: Demelt
Mobilität bricht weg

Nach Wegfall der Helgoland-Flieger: Bürgermeister beklagt negative Folgen

von Wiebke Kramp | 18.06.2026

Helgoland verliert seine Flugverbindungen und kämpft mit den negativen Folgen für Handwerker, Ärzte und Touristen.  Die Insel hofft auf Revitalisierung. Die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sind groß, schildert Bürgermeister Pollmann.

Die Flugzeuge vom Typ Tecnam (P20006T) wird die OFD wieder veräußern. Foto: OFD

Linienflugtechnisch bleibt Helgoland abgeschnitten. Nur Privatflieger landen und starten gegenwärtig weiterhin auf dem Flughafen auf der Düne. Die Fluggesellschaft OFD fliegt bereits seit zwei Jahren nicht mehr von Nordholz und Büsum nach Helgoland. Vor ein paar Tagen gab das in Emden beheimatete Unternehmen schließlich, wie von cnv-medien berichtet, das Aus des Flugbetriebs bekannt. Auf der Insel Helgoland bedauert man den Wegfall der Flugrouten sehr.

Und wie sieht das für in Nordholz aus? "Der Wegfall der Strecke Nordholz Helgoland hatte keinerlei negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wohl des Flughafens", heißt es seitens der Flughafenbetriebsgesellschaft Cuxhaven-Nordholz mbH auf Nachfrage unseres Medienhauses, und weiter: "Es gibt keine andere Luftfahrtgesellschaft außer der OFD, die diese wenig lukrative Strecke bedienen möchte."

"Wurden von der Nachricht nicht wie vom Blitz getroffen"

Die Gemeinde Helgoland betrachtet die Entwicklung hingegen mit Sorge. "Grundsätzlich ist es so, dass wir von der Nachricht nicht wie vom Blitz getroffen wurden, die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, dass das mit diesen Maschinen nichts wird …", ist die Reaktion von Helgolands Bürgermeister Thorsten Pollmann. Er erläutert. "Wir hatten schon Kontakt zu anderen Fluggesellschaften aufgenommen, aber von allen wurde bisher mitgeteilt, dass eine Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist." Die Politik werde sich am Montag (22. Juni 2026) auf ihrer Gemeindevertretersitzung positionieren und weiteres Vorgehen beratschlagen.

Pollmann unterstreicht die Bedeutsamkeit der Verkehrsflüge für seine Insel: "Für uns ist der Flugbetrieb ab Nordholz und Büsum sehr, sehr wichtig." Pollmann argumentiert mit Handwerkern, die zum Beispiel kurzfristig und schnell bei Ausfällen wie Kühlanlagen auf die Hochseeinsel kommen müssen. Wenn sie erst mit dem Schiff anreisen und auch noch eine Übernachtung einplanen müssten, werde es angesichts voller Auftragsbücher umso schwieriger, überhaupt noch Handwerker nach Helgoland zu bekommen.

Und auch von Behördenseite habe man, so Pollmann, schon die Erfahrung sammeln müssen, dass eigentlich notwendige Besuche abgesagt wurden, weil das Personal vom Festland wegen Seekrankheit nicht mit dem Schiff anreisen mochte.

Negative Auswirkungen habe die Situation für die Fachärzte, die ebenfalls darauf angewiesen seien, ohne große Zeitverluste zur und von der Insel zu kommen. Davon seien ebenfalls die Mitarbeitenden des in Bremerhaven ansässigen Alfred-Wegener-Instituts betroffen.

Und auch kommunale Vertreter selbst werden durch den mangelnden Flugdienst ausgebremst. Wenn man nach Pinneberg oder Kiel müsse, sei das besonders im Winter "eine halbe Weltreise".

Auswirkungen hat die fehlende Fluglinie im Winter auf mutterlose Robbenbabys. "Die Heuler müssen dann von der Düne zur Insel gebracht werden, von dort auf das Schiff nach Cuxhaven kommen, um auf dem Festland noch zur Seehundsstation nach Friedrichskoog oder Norddeich transportiert zu werden."

Hinzu kommen nicht zuletzt die Folgen für die Gästezahlen. Bürgermeister Pollmann spricht vom Wegbrechen von Urlaubern, die den schnellen Flieger von der Küste bevorzugen und nicht mit dem Schiff anreisen und manchmal keine Zusatzübernachtung an der Küste einplanen möchten. "Diese Gäste orientieren sich dann einfach anderweitig und bleiben weg."

Die entscheidenden Faktoren für die OFD, die Reißleine zu ziehen, waren nach deren Auskunft, dass es zu unrentablen täglichen Leerflügen für die Wartung in den Niederlanden gekommen wäre. Als Konsequenz trennt sich die OFD von ihren drei erst kürzlich angeschafften Maschinen vom Typ Tecnam, stellt sie zum Verkauf. Eine Rückkehr zum früheren Modell Britten Normen Islander wird ausgeschlossen, aber die Fluggesellschaft stellt in Aussicht, zu prüfen, ob der Erwerb eines anderen Flugzeug-Musters sinnvoll sei.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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