Der Geschäftsführer der Firma Lindemann, Niels Schütte (l.), Schulleiter Thomas Kranenberg (M.) und Landrat Thorsten Krüger nahmen die Grundsteinlegung vor. Fotos: Schröder
Der Geschäftsführer der Firma Lindemann, Niels Schütte (l.), Schulleiter Thomas Kranenberg (M.) und Landrat Thorsten Krüger nahmen die Grundsteinlegung vor. Fotos: Schröder
Provisorium hielt Jahrzehnte

Millionen-Investition in die Zukunft: Gymnasium in Hemmoor wird erweitert

von Egbert Schröder | 08.09.2023

Was verbindet eine Badeente mit USB-Stick, eine NEZ-Ausgabe und ein Bauplan miteinander? Ganz einfach: Die Utensilien sind in eine "Zeitkapsel" gesteckt und bei der Grundsteinlegung für die Erweiterung des Hemmoorer Gymnasiums versenkt worden.

Mehr als elf Millionen Euro lässt sich der Landkreis Cuxhaven das Vorhaben kosten; es könnten aber durch Folgeaufträge noch wesentlich mehr werden.

Jahrelang wurde geredet und verhandelt, doch jetzt erfolgt endlich der Bau: In zahlreichen Arbeitskreis- und Hintergrundgesprächen ist ein Plan erarbeitet worden, der das Hemmoorer Gymnasium auch baulich - und nicht nur bei der Vermittlung des Lernstoffs - zukunftssicher aufstellen soll.

Provisorium hielt mehrere Jahrzehnte

Rund 700 Schülerinnen und Schüler aus den Landkreisen Cuxhaven und Stade drücken dort die Schulbank. Und die ist nicht in jedem Klassenzimmer die bequemste gewesen. Besonders nicht im sogenannten - und bei Schülern berühmt-berüchtigten - "Pappkarton". Dabei handelt es sich um einen ursprünglich nur als Provisorium gedachten und in "Leichtbauweise" errichteten Gebäudetrakt, in dem Generationen ihrer längst zurückliegenden Pennälerzeit Referate halten oder den Pädagogen bei ihren Ausführungen zuhören durften.

Planungsbüros im Wettstreit

Doch der "Pappkarton" ist nun Geschichte. Er ist abgerissen worden und hat Platz gemacht für die Erweiterungspläne, die auch optisch Gestalt annehmen. Denn: Einzelne Wände haben inzwischen eine stattliche Höhe angenommen, bevor Landrat Thorsten Krüger, Schulleiter Thomas Kranenberg und Niels Schütte (Geschäftsführer des Stader Bauunternehmens Lindemann) den Grundstein am Freitag offiziell legten. Die Planung basiert auf einem Entwurf des Büros "Frenzel und Frenzel" aus Buxtehude, das sich in einem Wettbewerb gegen die Mitwerber durchgesetzt und den Zuschlag erhalten hatte.

Platz für größere Veranstaltungen

Dreh- und Angelpunkte sind unter anderem das Aula- und Mensagebäude mit Küche, das auch für größere Veranstaltungen gedacht ist. Hinzu kommen zweigeschossige Unterrichtsgebäude sowie Sanitäranlagen und Nebenräume. Der gesamte neue Komplex ist mit dem vorhandenen Schulgebäude verbunden und umfasst als Erweiterungsbau eine Fläche von insgesamt mehr als 1700 Quadratmetern. Mensa und Aula können zu einem großen Raum verbunden werden; zudem ist im Sinne des Klimawandels und der Nachhaltigkeit für eine Fotovoltaik-Anlage auf den Dächern gesorgt.

Wie Niels Schütte bei der Grundsteinlegung erläuterte, sei mit der konkreten Umsetzung nach dem Zuschlag Mitte vergangenen Jahres begonnen worden und der Baubeginn Anfang dieses Jahres erfolgt. Seitens des Planungsbüros ist eine 18-monatige Bauphase vorgesehen, sodass die Fertigstellung bei gutem Verlauf zum neuen Schuljahr 2024 erfolgen könnte.

Schulleiter Thomas Kranenberg bedankte sich für die bislang problemlosen Bauarbeiten und auch für das Bemühen, während der Abitur-Phase Rücksicht zu nehmen.

Bekenntnis für ländlichen Raum

Landrat Thorsten Krüger unterstrich, dass die Investition in Hemmoor auch ein Bekenntnis des Landkreises in die Zukunft des eher ländlich geprägten Raumes sei: "Wir müssen dort investieren", betonte er. Zugleich betonte er,  dass dies nicht das letzte Projekt sei. Der Kreis habe mit der Aufstellung des Schulentwicklungsplanes einen Weg beschritten, um strukturell Fortschritte bei der schulischen Versorgung zu schaffen. Allerdings warnte er vor übertriebenen Erwartungen an die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landkreises: "Wir müssen auch sehen, ob wir alle Wünsche und notwendige Investitionen in einem schwierigen Umfeld noch leisten können."

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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