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"The Voice of Germany"-Star Andreas Kümmert spielte am Freitagabend in der Hemmoorer Kulturdiele. Schnell konnte der Sänger mit seiner markanten Stimme das Publikum für sich gewinnen. Foto: Mangels
"The Voice of Germany"-Star Andreas Kümmert spielte am Freitagabend in der Hemmoorer Kulturdiele. Schnell konnte der Sänger mit seiner markanten Stimme das Publikum für sich gewinnen. Foto: Mangels
Musikalisches Sturmgewitter

Energiegeladener Auftritt: Andreas Kümmert ("Voice of Germany") begeistert in Hemmoor

von Christian Mangels | 09.12.2024

Was für eine Stimme, was für ein Konzertabend: Andreas Kümmert ("The Voice of Germany") bescherte seinen Fans in der Hemmoorer Kulturdiele einen magischen Abend. Schier überwältigend war dieses musikalische Sturmgewitter aus Blues, Rock und Soul.

Es gibt Bluesrock-Sänger, die ruhen in sich selbst. Stehen mit Ihrer Gitarre ungerührt und unerschütterlich wie ein Fels in der Brandung auf der Bühne und erzählen altersweise ihre Geschichten. Und es gibt einen Andreas Kümmert. Der 38-jährige Singer und Songwriter ist einer, dem das Künstlerleben manchen Streich gespielt hat. Als deutscher Kandidat für den Eurovision Songcontest 2015 stand ihm ein großer Karriereschritt bevor, doch der sensible Künstler verzichtete damals spektakulär auf die ESC-Teilnahme.

In einem schmerzlichen Findungsprozess beschloss er, seinen Werdegang selbst zu gestalten und nicht in die für ihn vorgesehene Schublade zu steigen. Heute spielt er meist vor einem wesentlich kleineren, jedoch ebenso begeisterten Publikum, so auch am Freitagabend in der ausverkauften Kulturdiele.

Das kleine, aber feine Konzert des Culturkreises Hemmoor täuschte nicht darüber hinweg, dass da ein echter Vollblutmusiker auf der Bühne steht, der es versteht, sein Publikum mit seiner unglaublichen Stimme und witzigen, selbstironischen Geschichten zu verzaubern. Immer wieder nimmt er verschmitzt die Rituale des Konzertbetriebs und sich selbst auf die Schippe ("Wir spielen hauptsächlich auf Kindergeburtstagen."). Kaum ein ernst gemeinter deutscher Satz kommt ihm bei den Ansagen über die Lippen.

Mit geschlossenen Augen und markanter Stimme

Umso echter und ehrlicher ist dafür seine Musik. Mit geschlossenen Augen und markanter Stimme verleiht Kümmert den Liedern einen ganz eigenen Ausdruck. Er spielt dazu auf der akustischen Gitarre, während Schlagzeuger Michael Germer rhythmische Akzente setzt. 

Zum Repertoire gehören eigene Stücke von Kümmerts vier Alben, zum Beispiel der Konzert-Opener "Something in my Heart" oder das Liebeslied "Hey Louise". Doch auch viele Coversongs sind an dem Abend dabei, die sich Kümmert zu eigen macht, darunter "Ain't No Sunshine" des US-amerikanischen Sängers Bill Withers (das Lieblingslied von Kümmerts Zahnarzt) und "Rocket Man" von Elton John, mit dessen Interpretation der Unterfranke bereits bei den "Blind Auditions" von "The Voice of Germany" aufgefallen war.

Nach der Pause holt Andreas Kümmert den Kollegen Jochen Thoma als Gastsänger für zwei Songs auf die Bühne. Im Duett mischen sie den Saal unter anderem mit der Rockballade "The Spider and the Fly" aus der Frühzeit der Rolling Stones auf. Spätestens jetzt fällt auf, dass Kümmert nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein herausragend guter Gitarrist ist.

Besondere Momente erleben die Zuschauer auch, als an Kümmerts Gitarre eine Saite reißt. Michael Germer improvisiert ein Schlagzeug-Solo, auf das Kümmert mit spontanen Gesangseinlagen reagiert, während er in aller Seelenruhe seine Gitarre repariert.

Am Ende fordert das begeisterte Publikum eine Zugabe - und bekommt sie auch. Mit Eric Claptons Klassiker "Before you accuse me" zeigt Andreas Kümmert noch einmal sein ganzes Können. Ganz unbekümmert und zufrieden urteilt er: "Schön, dass keine Flaschen geflogen sind."

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