Person und Hund angeblich in Gefahr: Falscher Alarm sorgt für Großeinsatz in Hemmoor
Ein nächtlicher Notruf sorgt in Hemmoor-Westersode für einen Großeinsatz: Rund 70 Einsatzkräfte eilen zu einem vermeintlichen Wohnhausbrand, bei dem eine Person und ein Hund in Gefahr sein sollen. Doch vor Ort erwartet die Retter eine Überraschung.
Ein vermeintlicher Wohnhausbrand hat in der Nacht zu Mittwoch (28. Oktober 2026) gegen 1 Uhr einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Hemmoor-Westersode ausgelöst. Rund 70 Einsatzkräfte rückten aus - doch vor Ort gab es schnell Entwarnung.
Um 1.04 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Westersode, Althemmoor, Warstade und Wingst sowie Gemeindebrandmeister Björn Müller alarmiert. Ein bislang unbekannter Anrufer hatte über den Notruf einen Wohnhausbrand in der Dorfstraße in Westersode gemeldet. Seinen Angaben zufolge sollten sich noch eine Person und ein Hund in dem brennenden Gebäude befinden.
Aufgrund der geschilderten Lage wurden neben den Feuerwehren auch ein Rettungswagen aus Hemmoor, eine Notärztin des Cuxland-Rettungsdienstes aus Cadenberge sowie zwei Streifenwagen der Polizei Hemmoor zur vermeintlichen Brandstelle entsandt. Insgesamt machten sich rund 70 Einsatzkräfte auf den Weg.
Bewohnerin und Hund werden durch Einsatzkräfte geweckt
Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, war jedoch weit und breit kein Feuer zu erkennen. Die Bewohnerin des betroffenen Hauses war kurz zuvor durch die Martinshörner und das Blaulicht der anrückenden Einsatzfahrzeuge aus dem Schlaf gerissen worden. Auch ihr Hund war auf die ungewöhnliche Situation aufmerksam geworden und schlug bellend an. Als die Frau vor die Tür trat, konnte rasch Entwarnung gegeben werden: In dem Haus hatte es zu keinem Zeitpunkt gebrannt. Sowohl die Bewohnerin als auch ihr Hund waren wohlauf.

Um auszuschließen, dass der Anrufer möglicherweise den Straßennamen verwechselt hatte, überprüften die Einsatzkräfte vorsorglich auch die entsprechende Hausnummer in der Lindenstraße, in die die Dorfstraße im weiteren Verlauf übergeht. Doch auch dort gab es keinerlei Hinweise auf ein Feuer. Nach rund einer halben Stunde war der Einsatz beendet und die alarmierten Kräfte konnten wieder einrücken.
Polizei ermittelt wegen möglichen Notrufmissbrauchs
Zurück bleibt bei den Beteiligten großes Unverständnis über die nächtliche Alarmierung. Sollte der Notruf bewusst erfunden worden sein, handelt es sich keineswegs um einen harmlosen Streich. Ein solcher Fehlalarm bindet zahlreiche Einsatzkräfte, die währenddessen bei tatsächlichen Notfällen fehlen könnten. Zudem ist der vorsätzliche Missbrauch von Notrufen strafbar.
Die Polizei Hemmoor hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe des Notrufs und die Identität des bislang unbekannten Anrufers zu klären.
Von Jürgen Lange
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