Vollsperrung der Kreisstraße 21 zwischen Lamstedt und Hemmoor bleibt bestehen
Seit Monaten staut sich der Unmut der Autofahrer: Die Vollsperrung der K21 wegen des Radwegebaus sorgt für Umwege und Ungeduld. Warum eine halbseitige Sperrung nicht möglich ist und wann die Arbeiten enden sollen, erfahren Sie hier.
Seit dem 6. Oktober vorigen Jahres ist die Kreisstraße 21 bei Hemmoor-Bröckelbeck voll gesperrt. Grund ist der Bau eines Radweges auf knapp sechs Kilometer Länge. Abschnittsweise soll die Vollsperrung der Straße noch bis voraussichtlich April dieses Jahres andauern. Für zahlreiche Autofahrer keine guten Aussichten.
Das Unverständnis über die Vollsperrung der K21 zwischen dem Hemmoorer Stadtteil Bröckelbeck und Lamstedt mehrt sich. Vor allem weil sich auf der Baustelle über Wochen aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse nichts tat. Die Baustelle lag brach. Der Autoverkehr wurde trotzdem großräumig über die B73 und B495 umgeleitet.
Vollsperrung bleibt voraussichtlich bis April
Seit September wird der neue Radweg entlang der Kreisstraße gebaut. Er wird unter anderem am Lamstedter "Steingarten" entlangführen, wo der dortige Parkplatz neugestaltet wird, und endet bei der Kreuzung in Bröckelbeck. Vor Beginn der Bauarbeiten im Sommer wurden Kampfmittelsondierungen durchgeführt. Außerdem hat der Wasserverband Wingst die Gelegenheit genutzt, seine Trinkwasserleitung entlang der Strecke zu erneuern.
Insgesamt sollen die Bauarbeiten noch bis Mai andauern. Warum die Vollsperrung sein muss, erläutert eine Sprecherin des Landkreises Cuxhaven. Demnach würde eine halbseitige Sperrung bedeuten, dass die Bauarbeiten nur sehr eingeschränkt ausgeführt werden könnten. Das komme bei der Baustelle an der K 21 aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht in Frage. Grundlage ist die technische Regel für Arbeitsstätten - Straßenbaustellen (ASR A5.2).
Halbseitige Sperrung aus verschiedenen Gründen nicht möglich
Bei der vorhandenen Straßenbreite der K21 von 5,70 Meter verbliebe eine maximale Baubreite von 1,70 Meter. Diese Breite unterschreite jedoch den erforderlichen Sicherheitsabstand und wäre für den Schutz der Beschäftigten auf der Baustelle vor Gefährdungen im Grenzbereich zum fließenden Verkehr nicht ausreichend. Verbreiterungen im Seitenraum mit Stahlplatten, um eventuell Arbeitsraumbreiten zu erzeugen, seien aus naturschutzrechtlichen Belangen nicht möglich, da dort gemäß dem landschaftspflegerischen Begleitplan sensible Bereiche vorhanden seien.
Der Landkreis Cuxhaven, heißt es in der Mitteilung, sei sich der Einschränkungen bewusst und danke allen Anliegerinnen und Anliegern sowie den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern für das Verständnis und die Geduld. Den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern sei in enger Abstimmung mit der Baufirma Georg Mehrtens Ingenieurbau GmbH jederzeit eine Erreichbarkeit ihrer Grundstücke ermöglicht worden.
Seit Dienstag wieder Betrieb auf der Baustelle
Die witterungsbedingt länger als geplant andauernde Unterbrechung der Bauarbeiten habe ebenfalls keine zeitweise Freigabe für eine halbseitige Nutzung der Strecke ermöglicht. Dies habe sicherheitstechnische und wirtschaftliche Gründe: Verschmutzungen der Fahrbahn (etwa durch Verwehungen) hätten nicht ausgeschlossen werden können. Die Baustrecke sei auch noch nicht verkehrssicher, da beispielsweise Absätze an den Zufahrten vorhanden seien, die noch angeglichen werden müssten. Zudem würde ein erforderlicher Auf- und Abbau oder Umbau der Verkehrssicherung Extrakosten verursachen. Für mögliche Beschädigungen durch den freigegebenen Verkehr vor Fertigstellung müssten demnach die Baufirma oder der Landkreis aufkommen.
Am Dienstag wurden die Bauarbeiten wegen der Witterungsänderung wieder aufgenommen.
