"Endlich wieder aufregen": Menschen in Hemmoor und Cuxhaven bewerten Straßenzustände
Erneuter Schneefall im Kreis Cuxhaven bringt die Menschen ins Rutschen. Gehwege müssen freigeräumt und Straßen gestreut werden. Bürgerinnen und Bürger aus Hemmoor und Cuxhaven äußern sich zum Winterdienst.
Wenn Schnee fällt, greifen in Städten und Gemeinden klare Regeln - und doch sorgt genau das regelmäßig für Diskussionen. Mit dem erneuten Schneefall im Kreis Cuxhaven ist auch in Hemmoor das Thema Räumarbeiten wieder in den Fokus gerückt.
Rechtlich gilt:
- Eigentümer und Anlieger sind verpflichtet, Gehwege vor ihren Grundstücken werktags in der Regel ab den frühen Morgenstunden von Schnee und Eis zu befreien.
- Geschäftsinhaber tragen diese Verantwortung für die Flächen vor ihren Läden.
- Für Fahrbahnen und größere Straßen ist der städtische Bauhof zuständig.
Lage und Meinungen aus Hemmoor
In Hemmoor hatte es bereits in den frühen Morgenstunden am Montag (26. Januar 2026) angefangen zu schneien. Eine Hemmoorerin beschrieb die Straßen auf dem Weg nach Otterndorf als spiegelglatt. Von einer Seitenstraße sei sie nur schlitternd auf die Bundesstraße 73 gekommen.

Viele Anwohner waren zu dieser Zeit bereits vor ihren Häusern anzutreffen. Schnee schippen, Fuß- und Radwege freihalten - ein vertrautes Bild. Dennoch scheint sich das Thema Schneeschieben und Räumdienst auf öffentlichen Geh-und Radwegen in Hemmoor in den vergangenen Wochen zu einem Politikum entwickelt zu haben. Darauf deuten zahlreiche Kommentare in sozialen Netzwerken hin. Auch die Zurückhaltung bei persönlichen Stellungnahmen fällt auf: Auf Nachfrage wollte sich niemand namentlich äußern.
"Endlich kann man sich wieder über die Räumdienste aufregen", schrieb eine Nutzerin sarkastisch in einer Hemmoorer Facebook-Gruppe. Besonders die Parkplätze vor den Einzelhandelsgeschäften im Zentrum standen zuletzt in der Kritik. Sogar von Stürzen war dort die Rede. Eine andere Hemmoorerin wählte einen sachlicheren Ton: "Die Bürger räumen die Fußwege frei, die Geschäfte vor ihren Türen - und der Bauhof ist auf der Straße unterwegs."
Eine andere Bürgerin aus Osten, äußerte sich zu den Parkplätzen der Kindertagesstätte Althemmoor. "Ich finde es sehr schade, dass die Gemeinde die Kita-Auffahrt und den Parkplatz nicht zur Abholzeit geräumt hat", äußert sie sich beim Abholen ihres Kindes. Viele Eltern, meistens Mütter, seien mit dem Kinderwagen unterwegs, müssten mehrere kleine Kinder an die Hand nehmen oder seien schwanger, so die Bürgerin.

Unterschiedliche Meinungen in Cuxhaven
In Cuxhaven gehen die Meinungen über den erneuten Schneefall auseinander. Ein großes Thema sind die Fuß- und Radwege.
"Wir sind verhältnismäßig gut durchgekommen", beschreibt Silvia Helfers die Lage. Sie und ihr Mann sind gerade zum Urlaub in Döse. Außerorts sei der Radweg gut freigewesen, innerorts eher nicht, meint sie. "Die Gehwege waren auch eher schlecht geräumt."
"Altenwalde ist dicht": Gottfried Frommhold ist auf dem Weg zum Einkaufen, da ihm sein Streusalz ausgegangen ist. "Ich bin am laufenden Band am Schippen", sagt er. Die Hauptstraße sei dann etwas besser gewesen, urteilt er.
Über den Schnee freut sich hingegen Christin Langanke: "Endlich wieder Winter." Sie ist aus Süderwisch mit dem Auto losgefahren und habe keine Probleme gehabt. "Es ist klar, dass nicht jede Nebenstraße direkt geräumt werden kann", meint Langanke. Sie ist in Begleitung von Rene Lehrke aus Altenwalde: "Es ist ein normaler Winter", findet er.
"Man muss langsam gehen und auch fahren", warnt das Ehepaar Leuschner. Sie wohnen in einer Nebenstraße in Cuxhaven. "Die Nebenstraße ist nie frei", stellt Mirjana Leuschner fest. Auf den Fuß- und Radwegen sah es bei ihnen auch nicht besonders gut aus. Selber schippen müssen sie aber nicht, da das ihr Hausmeister tut. Der sei heute auch bereits den ganzen Tag zugange gewesen, beschreiben die beiden.
Von Märthe Werder und Bengta Brettschneider