Festivalleiterin Inga Rossbach und ihr Vorgänger Jasper Barendregt: Um ein Festival dieser Größe im Landkreis Rotenburg zu leiten, muss man sehr viel im Blick haben. Foto: Heyne
Festivalleiterin Inga Rossbach und ihr Vorgänger Jasper Barendregt: Um ein Festival dieser Größe im Landkreis Rotenburg zu leiten, muss man sehr viel im Blick haben. Foto: Heyne
Festivalvorbereitungen

Hurricane-Festival in Scheeßel: Leiterin Inga Rossbach verrät im Interview Highlights

15.06.2025

Die Vorbereitungen für das Hurricane-Festival in Scheeßel vom 19. bis 22. Juni sind im vollen Gange. Leiterin Inga Rossbach erzählt im Interview mit der Zevener Zeitung, was die Organisatoren diese Tage beschäftigt und worauf Fans sich freuen dürfen.

Von Ulla Heyne

Im Interview mit der Leiterin Inga Rossbach über Bandwünsche, Glamping und Ahoi-Brause beim Hurricane-Festival in Scheeßel. 

Frau Rossbach, wie laufen die Vorbereitungen fürs Hurricane, ist alles im Zeitplan?

Ja, die Laster rollen schon durch den Ort (lacht). Nach der langen Trockenphase haben wir etwas Regen, das tut den Flächen gut!

Noch vor einigen Wochen hätte man geglaubt, Sie organisieren ein Festival für Maulwürfe… Die von uns im Infield verlegte Kanalisation ist fertig, aktuell spülen wir und pumpen ab, damit das gesamte Fassungsvermögen von 165 m² verfügbar ist; dazu kommt noch eine zusätzliche Druckleitung, die 110 Kubikmeter Wasser pro Stunde abpumpen kann.

So schnell wächst ja kein Gras - dürfen wir uns wieder auf Staubbilder im Infield freuen?

Wir konnten viel Grasnarbe erhalten, nur auf den Hauptsträngen ist ein Schottergemisch aufgebracht. Dort haben wir nicht mehr angesät, das wäre während der Trockenzeit unrealistisch. Das kommt nach dem Festival. Mit dem Mix aus Schotter und dem vorhandenen Rasen sind wir gut aufgestellt - der Staub durch die Sandbahn des MSC Eichenring, die wir immer wieder herstellen, gehört zum Hurricane einfach dazu! An neuralgischen Punkten stellen wir wieder Staubbindemaschinen, also eine Art Schneekanone, auf.

Die Entnahme von Wasser ist ja seit Jahren ein Thema. Wie weit sind Ihre Pläne beim Brunnenbau?

Ja, die Bewässerung ist eine Sache der Abwägung und erfolgt nach Rücksprache mit dem Wasserversorgungsverband. Er ist seit Jahren an Bord, wenn nötig, fahren wir den Wasserdruck herunter. Den Plan eines Brunnens angesichts ausgelasteter Wassernetze verfolgen wir schon seit zwei Jahren. Leider haben die Probebohrungen ergeben, dass die Qualität des Grundwassers so ist, dass es ohne eine aufwändige Aufbereitung weder als Trink- noch als Brauchwasser nutzbar wäre. Wir sprechen da über eine Summe im sechsstelligen Bereich für die Nutzung an fünf Tagen im Jahr und hätten uns ein anderes Ergebnis erhofft. Auf jeden Fall behalten wir aber im Blick, was sich in der Forschung tut und ob eine Aufbereitung in der Zukunft wirtschaftlich wird.

Wie sieht es mit dem Anschluss an eine örtliche Stromleitung anstatt der Diesel-Aggregate aus - ist damit in den nächsten Jahren zu rechnen?

Wir haben Fachpersonal vor Ort, das alle baulichen Möglichkeiten für Feststrom vor Ort prüft und auch unsere Bedarfe aufzeichnet. Aber auch hier ist es eine Kosten-Nutzen-Abwägung für wenige Tage im Jahr.

Bleiben wir beim Thema Umwelt: Seit einigen Jahren verzichten Sie auf ein Müllpfand und schaffen stattdessen Anreize zum Müllsammeln durch Spenden an lokale Projekte. Wie ist die Resonanz?

Wir sind begeistert - die Bereitschaft, auch beim Festival Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und Müll selbstständig zu entsorgen, wächst immer weiter. Der Besuch der Müllabfuhr morgens wird von vielen gefeiert, da haben wir aufgestockt. Wir unterstützen jährlich wechselnde lokale Projekte und sind auch dieses Jahr sehr divers aufgestellt. Für unsere Gäste ist die Verbindung des Umweltaspekts mit dem sozialen Gedanken eine große Motivation.

Ist die Zusammenarbeit mit "Helga", einem Anbieter günstiger Campingausrüstung, die schon angesichts der Preise wohl kaum mehrere Festivals überstehen dürfte, da das richtige Signal für Nachhaltigkeit?

Da habe ich ein ganz anderes Bild. "Helga" ist ein Service, der diejenigen versorgt, die etwas vergessen haben oder denen unterwegs etwas kaputtgeht. Wenn man sich die Preise und Produkte anschaut, ist das ein himmelweiter Unterschied im Vergleich zu dem, was in Discountern angeboten wird und überdauert mehr als eine Saison!

Ist das kleine Dorf der Benefizorganisationen wieder dabei?

Ja. Letztes Mal haben wir sie zum ersten Mal im Impact Village gebündelt, mit Sitzgelegenheiten, Aktivierungen und interaktiven Spielen. Das kam sehr gut an. Deshalb behalten wir das bei, gegebenenfalls mit neuen Partnern. Wir bekommen viele Anfragen.

Ansonsten: alles beim Alten, auch beim Grundlayout?

Es wird wieder die vier Bühnen geben, das Riesenrad, gegebenenfalls den Auftritt eines Sponsoren, der neu an Bord ist, der unübersehbar sein wird. Unser Festival-Shop erstrahlt im neuen Glanz mit erweitertem Sortiment für ein starkes Shopping-Erlebnis, einem "Späti" für den Rückweg vom Infield zum Zelt und erstmals seit einiger Zeit wieder der Möglichkeit, gekühltes Bier zu preordern.

Was ist neu im Sortiment, was würden Sie persönlich kaufen?

Ahoi-Brause (lacht)! Und es gibt mehr Auswahl bei den Getränken und beim Eis. Unsere Gäste haben sich mehr im Convenience-Bereich gewünscht, da haben wir uns mit Snacks, Sandwiches und Wraps breiter aufgestellt. Das Angebot der frischen Backwaren wurde ausgebaut, es wird mehr Grillgut geben und grundlegend ein deutlich größeres Sortiment als im Vorjahr.

Was haben denn die Umfragen bei den Gästen sonst noch so ergeben, und haben Sie einiges umsetzen können?

Überwiegend erhalten wir ein überaus positives Feedback. An kleinen Stellschrauben drehen wir, der Festivalshop ist ein Beispiel oder dass die Duschköpfe zu hoch für kleine Personen sind. Das ist sehr kleinteilig, aber wir gehen diesen wertvollen Anregungen gern nach. Außerdem fragen wir in Umfragen gezielt nach musikalischen Wünschen, die sich tatsächlich in unserem Booking niederschlagen. Letztendlich geht es darum, die perfekte Mischung aus den Idolen unserer Gäste und Entdeckungen unseres Booking-Teams zu finden, die die für uns relevanten Genres abdeckt und aus großen Namen und spannenden Geheimtipps gleichermaßen besteht.

Gibt es Beispiele für Bands, die es aufgrund verstärkter Fanwünsche ins Line-Up geschafft haben?

Acts, die in der letzten Bandumfrage ganz vorne und nun im Line-up landeten, sind unter anderem Apache207, Green Day oder SDP.

Im Unterschied zum letzten Jahr ist das Festival jetzt, wenige Wochen vor dem Start noch nicht ausverkauft. Woran liegt das?

Die Festival-Kapazität ist genau die gleiche wie in den Vorjahren, wir sind aktuell noch im Vorverkauf und sehen einer guten und erfolgreichen Veranstaltung entgegen.

Wie wird der "Supporters Club", ein exklusives Angebot an Firmen aus der Region, angenommen?

Die Resonanz ist überwältigend. Mit unserem Angebot zur Vernetzung lokaler Unternehmen im Festivalkontext scheinen wir eine Lücke zu schließen. Aktuell haben wir Annahmeschluss; um eine gute Betreuung auch vor Ort zu gewährleisten, nehmen wir für das Hurricane 2025 keine neuen Mitglieder mehr auf. Wir haben ca. 50 Mitgliedschaften aus diversen Bereichen und hoffen, dass sich untereinander tolle, vielleicht auch unvorhergesehene Synergien entwickeln.

Wie sieht es mit den Vorlieben der anderen Besucher aus - ist das "ganz normale" Camping noch gefragt oder geht der Trend zum "Schöner Wohnen"?

Wir verzeichnen einen stetigen Zuwachs für den Hurricane Park, der Anteil der Campenden ist in etwa gleich verteilt zwischen Hurricane Park und dem regulären Campingplatz. Das zeigt uns, dass unsere Gäste ein hohes Bewusstsein für die Umwelt auch beim Festival haben. Ansonsten bieten wir ein breites Angebot von Sonderprodukten, die allesamt gut genutzt werden. Die Womo-Plaketten sind bis auf Restkapazitäten auf Womo Ost ausgeschöpft. Auf der ein oder anderen Fläche würden wir gern größer werden, das gibt der verfügbare Platz aber nicht her. Das Camping im Resort wird ebenso gut angenommen, dort haben wir nur noch einige wenige Unterkünfte frei.

Und worauf brauchen Sie in diesem Jahr nicht zu verzichten?

Auf Croissants! Im Rahmen der Kooperation mit einer Bäckerei vor Ort, die die Gäste mit frischen Brötchen versorgt, werden auch Croissants im Angebot sein.

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