Bezirkspräsident Thomas Brunken erinnerte bei der gut besuchten Kreisdelegiertentagung in Neuenkirchen an die Werte des Schützenwesens. Foto: Potschka
Bezirkspräsident Thomas Brunken erinnerte bei der gut besuchten Kreisdelegiertentagung in Neuenkirchen an die Werte des Schützenwesens. Foto: Potschka
Verdiente Schützen geehrt

Schützenkreis Unterelbe blickt nach vorn

von Jens Potschka | 08.02.2026

Brust raus, Herz zeigen: Auf der Kreisdelegiertentagung des Schützenkreises Unterelbe geht es um Zusammenhalt und frischen Wind im Vorstand. Wie prominente Gäste für den ehrenamtlichen Einsatz trommeln und welche Visionen sie teilen, überrascht.

Das Dorfgemeinschaftshaus platzte am Sonnabend aus allen Nähten. Rund 100 Schützenschwestern und -brüder waren zur Kreisdelegiertentagung des Schützenkreises Unterelbe gekommen - 89 von ihnen stimmberechtigt. Die Stimmung: gut. Die Torten: lecker. Der Blick: nach vorn. "Brust raus, das Herz zeigen, wofür wir dastehen", forderte Bezirkspräsident Thomas Brunken die Versammelten auf.

Prominente Gäste mahnen zum Miteinander

Kreispräsidentin Astrid Scharoun begrüßte ein illustres Feld an Gästen: den stellvertretenden Landrat Richard Schütt, Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule, Bürgermeisterin Dagmar Diers, Dieter Sauer vom Kreissportbund sowie Thomas Brunken, Präsident des Bezirks Elbe-Weser. Die Delegation war komplett - und redete nicht lange um den heißen Brei herum.

Richard Schütt, der als stellvertretender Landrat zum letzten Mal in dieser Funktion anwesend war: "Geben Sie nicht auf. Reden Sie miteinander, um die ehrenamtliche Arbeit in unseren Dörfern weiterzuentwickeln." Seine Botschaft war klar: "Wer  nicht mit der Zeit geht, der geht auch mit der Zeit." Der Landkreis Cuxhaven stehe fest hinter den Schützenvereinen, versicherte Schütt.

Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule lobte die Konstanz der Mitgliederzahlen. In Steinau seien von 1800 Einwohnern rund 300 im Schützenverein organisiert. Sein besonderer Dank galt der Jugendarbeit.

Bürokratieabbau nicht vorangekommen

Rüdiger Sauer vom Kreissportbund Cuxhaven nannte die beeindruckenden Zahlen: 247 Vereine mit knapp 78 000 Mitgliedern im Landkreis Cuxhaven. Die große Herausforderung bleibe die Gewinnung von Ehrenamtlichen: "Häufig sind es zwei Posten, die nicht funktionieren: der Vorsitzende und der Schatzmeister." Sauer forderte mehr Bürokratieabbau: "Es wird immer viel versprochen, aber leider ist noch nicht viel vorangekommen."

Bürgermeisterin Dagmar Diers betonte den Zusammenhalt der örtlichen Vereine in Neuenkirchen und freute sich über die "leckeren Torten, die von den Helfern gebacken wurden". Gerade in der heutigen Zeit brauche man "ehrenamtliches Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt mehr denn je".

Bezirkspräsident Thomas Brunken wurde poetisch. Er verglich das Schützenjahr mit den Jahreszeiten. Er erinnerte an die Werte des Schützenwesens: "Es ist egal, ob ihr arm oder reich seid, kommt zu uns. Es ist egal, ob ihr jung oder alt seid, kommt zu uns. Wir nehmen die Leute mit, wir fangen sie auf." 2026 sei ein "Jahr der Jubiläen":  75 Jahre Nordwestdeutscher Schützenbund, 75 Jahre Schützenkreis Zeven, 75 Jahre Bezirksschützenverband Elbe-Wesermündung. Die Feier in der Bördehalle am 24. Oktober werde ein Höhepunkt.

Neuer Vorstand gewählt

Bei den Vorstandswahlen, die per schriftlicher Akklamation durchgeführt wurden, gab es wichtige Personalentscheidungen: Richard Bormann aus Stade wurde für drei Jahre zum neuen stellvertretenden Kreispräsidenten gewählt. Marion Struß aus Cuxhaven-Groden übernahm für ein Jahr das Amt der Damenleiterin, Cinely Born wurde stellvertretende Damenleiterin. Michael Sepcke ergänzt künftig als zweiter Kassenwart den Vorstand.

Mit der Kreisehrennadel wurden ausgezeichnet: Meike Bergander, Axel Dierker und Regina Wist (alle SV Altenbruch), Elvira Treuel, Heiko Dede und Wolfgang Treuel (alle SV Groden) sowie Arthur Langner (SV Neuenkirchen).

Die sportlichen Erfolge würdigten die Verantwortlichen mit besonderen Preisen: Beste Luftgewehr-Mannschaft der Damenklasse wurde das Team des SV Steinau GZ II mit Jana von Twistern, Wenke Mohrmann und Viviane Lunden (Durchschnitt 375,9 Ringe). Die beste Luftpistolen-Mannschaft der Herrenklasse stellte der SV Altenbruch mit Frank Pelzer, Marco Otten und Eric Wölber (336 Ringe). Beste Jungschützin wurde Samira Weißflog vom Deutschen Freischütz Oxstedt, bester Jungschütze Kilian Reinecke von Steinau "Gut Ziel".

Kreispräsidentin Astrid Scharoun resümierte in ihrem Bericht ein "insgesamt stabiles" Schützenjahr 2025. Die Kreismeisterschaften für das Sportjahr 2026 seien bereits abgeschlossen, auch die Kreisliga habe ihren vierten Durchgang absolviert. Scharoun dankte allen Ehrenamtlichen: "Ohne dieses Engagement wäre die Arbeit unseres Kreises nicht möglich."

Die Berichte der Kreisjugendleiterin Sabrina Kahrs und der Kreissportleiterin Anna Hörbel waren den Delegierten vorab per Mail zugesandt worden. Kahrs hob die erfolgreiche Jugendarbeit hervor. Allein beim Kreisjugendtag in Altenbruch nahmen 52 Jugendliche aus sechs Vereinen teil.

Am Ende der Tagung war klar: Der Schützenkreis Unterelbe ist gerüstet für die Zukunft. Mit einem neuen Vorstand, mit klarem Blick auf die Herausforderungen und mit der Gewissheit, dass Tradition und Moderne sich nicht ausschließen müssen.

Ehrung für besondere Leistungen: Die ausgezeichneten Schützenschwestern und -brüder, die mit einer Ehrennadel oder einem Pokal belohnt wurden, freuten sich über die Glückwünsche des Vorstandes. Foto: Potschka
Der geschäftsführende Vorstand des Schützenkreises Unterelbe v.l.: Ursula Gimm, Richard Bormann, Astrid Scharoun, Thorsten Höpcke und Ulrike Poppe. Foto: Potschka
Stehen nach den Vorstandswahlen den Schützendamen vor: Marion Struß und Cinely Born. Foto: Potschka

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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