Die Landfrauen kämpfen für "Ditt und Datt". Sie hoffen, dass sie den Verkaufsraum in der Alten Meierei auch künftig für ihr wohltätiges Projekt nutzen können. Foto: Mangels
Die Landfrauen kämpfen für "Ditt und Datt". Sie hoffen, dass sie den Verkaufsraum in der Alten Meierei auch künftig für ihr wohltätiges Projekt nutzen können. Foto: Mangels
Soziales Projekt in Gefahr

Aufregung in Ihlienworth: Landfrauen-Laden "Ditt und Datt" soll ausziehen

von Christian Mangels | 29.11.2023

Seit über zehn Jahren verkaufen die Landfrauen in ihrem Laden "Ditt und Datt" in der Alten Meierei Gebrauchtes für den guten Zweck. Doch nun droht dem Projekt das Aus: Weil die Samtgemeinde Raumbedarf angemeldet hat, soll "Ditt und Datt" ausziehen.

Was könnte nachhaltiger sein, als gebrauchten Gegenständen ein neues Leben zu schenken? Im kleinen Laden "Ditt und Datt - von all'ns wat" im Obergeschoss des Ihlienworther Landfrauenmarktes gibt's jede Menge Haushalts- und Deko-Artikel zum Verkauf. Die Landfrauen haben mit diesem Projekt einen echten Nerv getroffen: Immer wenn der Landfrauenmarkt seine Pforten in der Alten Meierei öffnet, wird das Lädchen von Besuchern geradezu überrannt. "In einer Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger mit jedem Cent rechnen müssen, bietet der Laden vielen Menschen die Gelegenheit, für wenig Geld Haushaltsartikel zu erwerben", erklärt Landfrau Heike Horeis. Rentner, Bedürftige, Geflüchtete, aber auch "ganz normale" Familien finden hier das passende Besteck oder den geeigneten Weihnachtsschmuck.

Es geht bei "Ditt und Datt" aber nicht nur um den günstigen Einkauf, sondern auch um den guten Zweck. Den Reinerlös aus den Verkäufen spenden die ehrenamtlich tätigen Landfrauen seit Beginn an für regionale und überregionale Projekte. Jugendfeuerwehr und Telefonseelsorge, Flutopfer und Welthungerhilfe, Waisenhaus und Seemannsmission - alle bislang unterstützten Organisationen, Verbände und Personen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Aktuelle und dringliche Notsituationen in der Region hat das "Ditt und Datt"-Team stets im Blick. Als in Steinau ein Haus komplett abbrannte, wurde der betroffenen Familie mit einer Spende geholfen. Ein Syrer, der in der Heimat dringende Dinge zu erledigen hatte, konnte dank der Landfrauen-Unterstützung in den Flieger steigen. Insgesamt sind im Laufe der Jahre Einnahmen und Spendengelder in Höhe von rund 116.000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.

Das "Ditt und Datt"-Team des Landfrauenmarkt-Vereins hat um dieses Engagement bisher nicht viel Aufhebens gemacht. "Man hat uns gar nicht so auf dem Schirm", glaubt Heike Horeis. Doch nun, wo das Projekt vor dem Aus stehe, habe sich die Gruppe dazu entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. 

Was ist passiert? Vor zwei Wochen erhielten die Landfrauen einen Anruf von der Samtgemeinde mit der Bitte, den "Ditt und Datt"-Raum möglichst bis zum 31. Dezember zu räumen. Die Verwaltung benötige das Zimmer für das Bauamt, hieß es. "Da sind wir natürlich aus allen Wolken gefallen", sagt Marina Becker. "Statt unsere Arbeit zu loben, nehmen sie uns den Raum weg." 

Markt und der Laden gehören zusammen

Die angedrohte Kündigung des Raums schwebt nun wie ein Damoklesschwert über dem Landfrauen-Verein. Wenn sie ihren Verkaufsraum in der Alten Meierei verlieren, steht das ganze "Ditt und Datt"-Projekt vor dem Aus, sagen die Initiatorinnen. Das Team brauche eine Räumlichkeit in unmittelbarer Nähe des Landfrauenmarktes. "Beides, der Markt und der Laden, gehören zusammen. Wir unterstützen uns gegenseitig", erklärt Heike Horeis. Und: "Hohe Mieten können wir nicht zahlen." Die Landfrauen hoffen auf Gesprächsbereitschaft bei der Samtgemeinde.

Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule versichert: "Selbstverständlich sind noch persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen von 'Ditt und Datt' vorgesehen." Der Verwaltung sei "der großartige Einsatz" des "Ditt und Datt"-Teams für das Gemeinwohl durchaus bewusst. "Gerade eben vor diesem Hintergrund ist uns auch sehr an einer gemeinsamen Betrachtung gelegen. Es ist nicht in unserem Sinne, das Projekt zum Erliegen zu bringen", so Thielebeule. Eine Kündigung der Räumlichkeiten sei bislang nicht erfolgt. Die Verwaltung prüfe auch weitere Optionen.

Der Verwaltungschef weist aber auch auf die angespannte Bürosituation in Ihlienworth hin. Zwar habe die Möglichkeit des Homeoffice in den vergangenen Jahren ein wenig Entlastung gebracht. "Alles in allem zeigt sich aber trotzdem, dass wir bei Vollbesetzung aller im Stellenplan vorhandenen Personalstellen zukünftig zusätzliche Bürokapazitäten benötigen werden", erklärt Thielebeule. So wolle man im Fachbereich Bauen auch weiterhin ausbilden können. Neben Verwaltungsfachangestellten und Anwärtern werde ab Sommer 2024 auch ein Platz für einen Studenten im dualen bautechnischen Studium benötigt.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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