Streit um Jugendraum: Verlierer ist die Ihlienworther Jugend (Kommentar)
Wenn sich Politik in Zuständigkeitsfragen verheddert, geraten die eigentlichen Betroffenen schnell aus dem Blick. In der Gemeinde Ihlienworth ist das die Jugend. Ein Kommentar von NEZ/CN-Redakteur Jens-Christian Mangels.
Wenn zwei sich streiten, dann leidet der Dritte - und das ist in diesem Fall die Jugend. Die geplante Schließung des Jugendraums in Ihlienworth ist mehr als nur eine lokale Sparmaßnahme - sie ist ein fatales Signal an die junge Generation. Ausgerechnet dort, wo Gemeinschaft, Austausch und Perspektiven gefördert werden sollten, wird der Rotstift angesetzt. Dass sich Gemeinde und Samtgemeinde nicht über die Finanzierung einigen können, mag im Geflecht von Zuständigkeiten begründet liegen, gesellschaftlich bleibt es unverständlich.
Jugendarbeit ist kein "Nice-to-have", das man in schwierigen Haushaltslagen beliebig streichen kann. Sie ist ein zentraler Baustein für Integration, Prävention und soziale Entwicklung. Wer hier spart, zahlt am Ende einen deutlich höheren Preis - sei es durch soziale Spannungen, fehlende Angebote oder den Verlust von Vertrauen in politische Entscheidungen.
Gerade in ländlichen Regionen fehlen jungen Menschen häufig verlässliche Treffpunkte. Jugendräume schaffen hier Halt, fördern Eigenverantwortung und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Ihre Schließung ist deshalb mehr als eine organisatorische Entscheidung - sie sendet ein fatales Signal des Rückzugs.