Betreuungsnotstand in Ihlienworth: Neue Krippe wird sehnlichst erwartet
Krippenplätze sind derzeit Mangelware in Hadeln. Verwaltung und Politik tüfteln deshalb an Lösungen, um den Betreuungsnotstand zu lindern. In der Kita Ihlienworth-Odisheim sind umfangreiche Um- und Anbaumaßnahmen geplant.
Genügend Betreuungsplätze für kleine Kinder bereitzustellen, wird im Cuxland zunehmend zu einer Herausforderung. Allein in der Samtgemeinde Land Hadeln ist der Bedarf an Krippenplätzen in den vergangenen drei Jahren um 56 Prozent gestiegen.
Auch die Gemeinde Ihlienworth ächzt unter dem Krippenplatz-Bedarf. Die Lage spitzte sich im vergangenen Jahr so zu, dass die Eltern in Ihlienworth auf die Barrikaden gingen und von der Politik lautstark eine Lösung forderten. "Von den Betreuungsplätzen hängen Existenzen ab", sagte eine Mutter damals. Und: "Man hat nicht das Gefühl, dass das Thema ausreichend ernst genommen wird."
Eine pragmatische Übergangslösung geschaffen
Mittlerweile hat sich einiges getan. Die Samtgemeinde hat in Zusammenarbeit mit der Kirche im Steinauer Gemeindehaus eine pragmatische, gemeindeübergreifende Übergangslösung geschaffen. Die Samtgemeinde ließ das Gebäude für rund 45.000 Euro kindgerecht umbauen. Im März 2023 wurde die Krippe als Außengruppe des Kindergartens Ihlienworth-Odisheim eröffnet und startete ihr Betreuungsangebot mit sechs Kindern. Die Gruppe ist für 15 Krippenkinder ausgerichtet.
Ihlienworths Gemeindedirektorin Francesca Dock sagt: "Über die gelungene Lösung in Steinau höre ich durchweg nur Gutes." Natürlich gebe es hin und wieder kleinere Anregungen, "die gibt es aber in jeder Einrichtung". Hier werde im Einzelfall geprüft, ob diese finanziell umgesetzt werden können, so Dock.
Parallel laufen die Vorbereitungen für den Um- und Anbau der Kita in Ihlienworth. In dem Gebäudekomplex an der Grundschule soll Platz für einen Krippenraum, für Schlaf- und Bewegungsräume sowie Sanitär- und Abstellflächen geschaffen werden. Im Haushalt der Samtgemeinde wurde für die Baumaßnahme ein Betrag in Höhe von einer Million Euro eingeplant. Ob diese Summe reicht, ist aber noch unklar. Den Auftrag für die Planung des Umbaus erhielt der Cuxhavener Architekt Hauke Bartels.
Damit es nun richtig losgehen kann, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag grünes Licht für die Tragwerksplanung - also das, was allgemein als Statik bezeichnet wird - gegeben. Den Auftrag erhält das Cuxhavener Ingenieurbüro Viebrock. Der Bauantrag und die Vergabe der Bauleistungen rücken damit näher. Wann die Baumaßnahme abgeschlossen ist, lässt sich noch nicht abschätzen.