Natur zum Anfassen: Grundschule Sietland hat in Odisheim ein grünes Klassenzimmer
Die Grundschule Sietland verfügt über ein grünes Klassenzimmer. Es ist das Ergebnis einer Erfolgsgeschichte, und die ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Vor 20 Jahren hat sich diese Grundschule auf den Weg gemacht, zur Umweltschule zu werden.
Mittlerweile ist die Ihlienworther Schule just zum achten Mal zertifiziert worden. Als Umweltschule hat sich das Kollegium um Schulleiter Torsten Ayecke stets neue Ziele gesteckt und Projekte überlegt, die sich verknüpft zu einem roten Faden entwickeln.
2006 wurde die Grundschule das erste Mal zur Umweltschule und war damit Vorreiterin in der Region. Nur Nordholz trägt dieses Siegel noch länger. Bildung für nachhaltige Entwicklung und die damit verbundene Vermittlung von Gestaltungskompetenz werde an der Grundschule Sietland ernst genommen, so Torsten Ayecke und Lehrerin Maren Kropp-Meyer.
Schon früh ging es um praktische Handhabungen, um den Kindern Umweltaspekte zu vermitteln. So wurde ein Schulgarten in Ihlienworth umgesetzt - und jetzt verfügt die Grundschule sogar über ein riesiges grünes Klassenzimmer, in dem es blüht und gedeiht und es jede Menge zu entdecken gibt. Der Mori-Garten in Odisheim ist für die Schülerinnen und Schüler zum außerschulischen Lernort geworden, in dem Umweltbildung auf praktische Weise veranschaulicht werden kann.
Dieser 10.000 Quadratmeter große Garten wurde von Edeltraud Mori angelegt, gehegt und gepflegt Es befinden sich dort Sonnen- und Schattenstauden, Rhododendren, Kamelien, ein Teich und seltene Bäume. Nach dem Tod von Edeltraut Mori erbte die Gemeinde Odisheim dieses Anwesen. Es war ihr Herzenswunsch, dass ihr geliebter Garten über ihren Tod hinaus erhalten bleibt und für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Es kümmern sich Patinnen und Paten um die Pflege. Unterstützung erhält der Dorfverein DEO durch die Gartenakademie an der Oste. Und auch die Schule kommt mit ins Spiel. Dass Maren Kropp-Meyer zu den Unterstützerinnen im Mori-Garten zählt, entfaltet sich zu einer glücklichen Fügung. Der Grundschullehrerin kam die Idee, diesen besonderen Ort zu verknüpfen mit der Umweltbildung. Seit geraumer Zeit nutzt sie jetzt den Mori-Garten zum Unterricht an der frischen Luft - und kommt doch mal ein Regenschauer herunter, kann sich die Klasse in der Diele verkriechen.
Die Ergebnisse aus diesen Unterrichtseinheiten im Grünen tragen die Kinder in einem Tagebuch ein, und veranschaulichen anhand von Texten und selbstgemalten Bildern das Gelernte. Mit diesem besonderen Natur- und Umweltkunde-Projekt überzeugte die Schule die Bingo-Umweltstiftung. Aus Mitteln der Stiftung wird der Transport der Schüler von Ihlienworth nach Odisheim finanziert sowie Workshops. Am Montag war der erste Workshop und Gärtnermeister Annette Minners von der Gartenakademie an der Oste erläuterte den Drittklässler anhand von Früchten des Herbstes, welche Strategien in der Natur existieren, damit sich Pflanzen vermehren. Sie erfuhren aber ebenso, wo Rohrkolben wachsen, dass eine pflückfrische Quitte nicht schmeckt, sondern erst zu Saft oder Gelee verarbeitet werden muss, oder welch unterschiedliche Hagebutten es gibt. Das geförderte Mori-Gartenprojekt beinhaltet noch drei weitere Unterrichteinheiten, damit die Kinder den Garten in jeder Jahreszeit erleben. Der Anfang mit dem Herbst ist gemacht.