Neue Bauplätze in Ihlienworth: Gemeinde macht nächsten Schritt
Ihlienworth will sein Wohnraumangebot erweitern. Mitten im Dorfzentrum, östlich des Deichweges, ist ein neues Wohngebiet geplant. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Vergabe der dafür notwendigen Planungsleistungen befasst.
Das rund 1,4 Hektar große Plangebiet "Östlich des Deichweges" liegt zentral im Ort zwischen bestehender Bebauung und erstreckt sich vom Deichweg in Richtung Medem. Dort möchte die Gemeinde neue Bauflächen für Einfamilien- und Doppelhäuser ausweisen. Die Entwicklung soll sich an der vorhandenen dörflichen Struktur orientieren und diese behutsam ergänzen.
Nach den bisherigen Planungen könnten in dem Gebiet etwa zwölf Baugrundstücke entstehen. Je Grundstück sind höchstens zwei Wohneinheiten vorgesehen, sodass rechnerisch maximal 24 Wohneinheiten möglich wären. Die Gemeinde begründet das Vorhaben unter anderem mit dem örtlichen Bedarf: Junge Erwachsene und Familien wollten in Ihlienworth bleiben und eigene Haushalte gründen, zugleich gebe es Bedarf bei älteren Einwohnern, die innerhalb der Gemeinde in geeigneteren Wohnraum umziehen möchten. Freie Wohnbaugrundstücke stehen nach Angaben in der Planbegründung derzeit kaum zur Verfügung. Auf einer Interessentenliste aus dem Jahr 2020 waren zehn Personen für ein Baugrundstück verzeichnet.
Die Nachfrage ist im Moment noch verhalten
Aktuell hält sich das konkrete Interesse allerdings noch in Grenzen. "Die Nachfrage ist im Moment noch verhalten", sagt Ihlienworths Bürgermeister Christian Roth. Seitdem das Bauschild aufgestellt worden sei, habe es aber bereits Nachfragen zu den Grundstücksgrößen und den Quadratmeterpreisen gegeben. Roth geht davon aus, dass das Interesse zunehmen könnte, sobald diese Eckdaten feststehen: "Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn die Grundstücksgrößen und Quadratmeterpreise feststehen, die Nachfrage steigen wird."
Erschlossen werden soll der größte Teil des Gebietes über den Deichweg. Zwei jeweils fünf Meter breite neue Straßen sollen von dort in das Wohngebiet führen. Zusätzlich ist im nördlichen Bereich eine Verbindung von der Hauptstraße vorgesehen. Dort soll auch eine öffentliche Grünfläche mit Spielplatz entstehen.
Ein wichtiger Punkt ist der Umgang mit Regen- und Hochwasser. Das Gebiet liegt zwar hinter einer Hochwasserschutzanlage, bei einem extremen Versagen der Schutzeinrichtungen wären jedoch Überflutungen möglich. Zudem rechnen die Planer infolge des Klimawandels mit häufigerem und stärkerem Starkregen. Deshalb ist im Südosten des Baugebietes ein Regenrückhaltebecken vorgesehen. Es soll Oberflächenwasser zwischenspeichern und gedrosselt in die Medem ableiten. Das berechnete Rückhaltevolumen beträgt 380 Kubikmeter.
Entlang der Medem soll außerdem ein zehn Meter breiter Streifen von Bebauung freigehalten werden, damit das Gewässer weiterhin unterhalten werden kann.
Für das Erscheinungsbild des neuen Viertels enthält der Bebauungsplan ebenfalls Vorgaben. Vorgesehen sind unter anderem geneigte Dächer in roten, anthrazitfarbenen oder schwarzen Tönen sowie überwiegend Verblendmauerwerk in ortstypischen Farben. Schottergärten sollen nicht zulässig sein; nicht bebaute Grundstücksflächen müssen gärtnerisch gestaltet werden.
Als nächster Schritt steht die Planung der Erschließung an. Dafür hatte das Bauamt fünf Ingenieurbüros angefragt, drei Angebote gingen ein. Das günstigste stammt vom Ingenieurbüro Galla aus Horneburg mit einer vorläufigen Summe von 81.662,55 Euro brutto. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig, den Auftrag - vorbehaltlich der Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Cuxhaven - an das Ingenieurbüro Galla zu vergeben. Zunächst sollen die Leistungsphasen eins bis drei beauftragt werden. Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen laut Sitzungsvorlage zur Verfügung.
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