Vorstand der Werbegemeinschaft Ihlienworth bleibt kommissarisch im Amt
Die Werbegemeinschaft Ihlienworth wollte bei der Hauptversammlung einen neuen Vorstand wählen. Der Vorsitzende hatte seinen Rückzug angekündigt. Doch es kam dann doch anders.
Von Gaby Joppien
Ist das Modell der Werbegemeinschaft Ihlienworth (WGI) überholt? Was wollen wir und wie wollen wir die WGI verändern? Diese Fragen thematisierte der langjährige WGI-Vorsitzende Michael Saborowski auf der jüngsten Hauptversammlung der Unternehmer und stellte sein Amt zur Verfügung, um seinem Anliegen genügend Nachdruck zu verleihen.
Ein bloßes "weiter so wie bisher" kam für Michael Saboroski nicht in Frage. Zu tief muss der Frust gewesen sein vor allem über mangelndes Engagement der Mitglieder: Kaum Präsenz der Firmen beim gemeinsamen Messeauftritt der WGI in Otterndorf etwa, oder zu wenig Zuspruch beim Auf- und Abhängen der Weihnachtsbeleuchtung im Ort. "Wir haben Michael oft mit allem allein gelassen", war denn auch eine Meinung in der anschließenden Diskussion.
Schon im Vorfeld der Versammlung hatte eine Gruppe von Mitgliedern über die Zukunft des Vereins debattiert. Die Auflösung der Werbegemeinschaft habe dabei als Option keine Mehrheit gefunden, hieß es. Stattdessen solle dem Zusammenschluss von Handwerkern, Dienstleistern, Gastronomen und Gewerbetreibenden eine neue Struktur gegeben werden. Wie diese aussehen könne, solle in einem so genannten Findungsjahr herausgefunden werden.
Beschlossen wurde einstimmig, die Vorstandswahlen um ein Jahr zu verschieben, weshalb alle Vorstandsmitglieder bis dahin kommissarisch weiter im Amt bleiben. Während dieser Zeit sollen in kürzeren Abständen Versammlungen stattfinden, auf denen Ideen eingebracht werden, wie es mit Schwung und Elan weitergehen könnte.
Einige Punkte wurden bereits erwähnt, darunter die Streichung des Namens Ihlienworth aus dem Vereinslogo, weil nur noch ein geringer Teil der Mitglieder überhaupt aus der Sietland-Metropole stammt. Auch gemeinsame Schulungstage für die Mitglieder wurden angeregt, unter anderem zur Stärkung der Gemeinschaft. Es sollen allerdings nicht nur neue Themen entwickelt werden, denn von manch Altem wolle man sich verabschieden. Nach jetzigem Stand soll die Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr aufgehängt werden - ein Novum nach vielen Jahrzehnten, in denen die WGI dafür verantwortlich zeichnete.
Der anwesende Ihlienworther Bürgermeister Christian Roth fand es schade, dass der Verein die Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr aufhängen will, weil Leute fehlen, die mit anfassen. Darauf verzichten müssten die Einwohner dennoch nicht: "Dann müssen wir eine andere Lösung dafür finden", sagte er.
Nicht betroffen von den Veränderungen soll die bisherige Unterstützung von Vereinen und Verbänden sein, die weiter gewährt werde. Alles andere jedoch kommt auf den Prüfstand. In einem Jahr soll schließlich feststehen: Das ist der neue Weg und das ist der neue Vorstand.