In der Bevölkerung gibt es über die Milchwirtschaft sehr viel Unwissen und falsche Vorstellungen. Das wollen die Landfrauen mit dem Ihlienworther Milchmuseum ändern. Foto: Mangels
In der Bevölkerung gibt es über die Milchwirtschaft sehr viel Unwissen und falsche Vorstellungen. Das wollen die Landfrauen mit dem Ihlienworther Milchmuseum ändern. Foto: Mangels
Ausstellung

Zukunftssorgen: Warum dem Milchmuseum in Ihlienworth die Heimatlosigkeit droht

von Christian Mangels | 05.04.2024

Wie kommt die Milch aus dem Euter in die Tüte? Und was haben Bauern vor 100 Jahren anders gemacht als ihre Kollegen heute? Seit 16 Jahren informieren die Landfrauen im Ihlienworther Milchmuseum über das Kuhprodukt. Doch nun droht die Heimatlosigkeit.

Die Landfrauen im Sietland sind schon seit vielen Jahren in Sachen Milch sehr aktiv. Im Jahr 2002 richteten sie die Milchtheke auf dem Landfrauenmarkt ein, 2008 folgte der Kauf eines Verkaufsanhängers für Milch und Milchprodukte. Noch im selben Jahr öffnete in der Heimatstube neben der Alten Meierei das Milchmuseum seine Pforten. Alma Reinecke, Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft, hat es eingerichtet und wurde dabei von dem Landwirt und Milch-Kenner Wulf Quassowsky tatkräftig unterstützt.

Die drei Räume des Museums sind prall gefüllt mit Wissen. Gut 100 Jahre Milchgeschichte werden hier erlebbar - fast genauso lange gab es auch eine Molkerei in Ihlienworth. Sie schloss im Juni 1983 für immer ihre Türen und beherbergt heute unter anderem den Landfrauenmarkt, der sich großer Beliebtheit erfreut. Einmal im Monat (an den Markttagen) und nach vorheriger Anmeldung ist das Milchmuseum geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, es wird lediglich um eine Spende gebeten.

Eine Ausstellung zum Staunen und Mitmachen

Es ist eine Ausstellung zum Staunen und Mitmachen. Die Besucher können zahlreiche historische und moderne Geräte zur Milcherzeugung und -verarbeitung bewundern - vom Milchtank und der Handmilchpumpe bis zum Seihtuch und dem Melkerfahrrad. An einer noch funktionierenden Melkanlage, wie sie vor 50 Jahren in kleinen Kuhställen zu finden war, erleben kleine und große Besucher hautnah, wie das Melkgeschirr am Euter arbeitet.

Alte Fotografien dokumentieren die Produktion und Verteilung der Milch. Und das Thema Kuh-Kitsch in Form von Tassen, Spardosen, Kuscheltieren, Kissen oder Handtüchern im Kuhdesign darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Landfrauen um Erika Wisch führen interessierte Gäste durch das Ihlienworther Milchmuseum. Dort wird unter anderem eine alte Melkanlage vorgeführt. Foto: Mangels

Das "kuhle" Museum kommt gut an - und ist dennoch in Gefahr. Bald wird in Ihlienworth ein neues, modernes Feuerwehrhaus gebaut, dann muss das Milchmuseum weichen. Deshalb suchen die Landfrauen und die Gemeinde händeringend neue Räumlichkeiten - möglichst in der Nähe des Landfrauenmarktes. "Wer Räumlichkeiten anzubieten hat, möge sich gerne bei mir melden", sagt Gemeindedirektorin Francesca Dock. Sie setzt sich zusammen mit dem Gemeinderat dafür ein, dass diese besondere Sammlung erhalten bleibt.

"Das Milchmuseum hat eine bedeutende Rolle bei der Bewahrung und Darstellung der regionalen Milchwirtschaftsgeschichte", sagt Francesca Dock. Es diene als Ort der Bildung und Sensibilisierung für die Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung. "Das Milchmuseum trägt somit zur Erhaltung des kulturellen Erbes und zur Förderung des Verständnisses für die Milchwirtschaft bei."

Gesucht wird ein neuer Standort in Ihlienworth, der die Exponate angemessen repräsentiert, schützt und möglichst barrierearm zugänglich ist. Wer passende Räumlichkeiten kennt oder anbieten kann, erreicht Gemeindedirektorin Francesca Dock unter der Telefonnummer (04751) 919103 oder unter der E-Mail-Adresse Francesca.Dock@land.hadeln.de. 

Seit 16 Jahren informieren die Landfrauen im Ihlienworther Milchmuseum an der Hauptstraße über das Kuhprodukt. Doch nun droht die Heimatlosigkeit: Weil in direkter Nachbarschaft ein neues Feuerwehrhaus gebaut wird, muss das Milchmuseum weichen. Foto: Mangels
Wie wurde früher eigentlich Butter verarbeitet? Das Ihlienworther Milchmuseum liefert anhand von Butterfässern und anderen Ausstellungsstücken die Antworten. Foto: Mangels

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