In Hemmoor erarbeitet man lokale Strategie gegen Klimakrise
Die gesetzlich vom Bund den Kommunen verordnete "Kommunale Wärmeplanung" ist kein Allheilmittel. Doch sie liefert zumindest Basisdaten und Potenziale; jetzt auch in der Samtgemeinde Hemmoor.
Es war eine Pflichtaufgabe. Und die hat die Samtgemeinde Hemmoor erledigt und die gesetzlich geforderte "Kommunale Wärmeplanung" auf den Weg gebracht. Bleibt die Frage: Und nun? Den ganz großen Wurf hat es bei der optimalen Energieversorgung der Zukunft in Hemmoor, Hechthausen und Osten durch das Konzept nicht gegeben. Eine echte und umfassende Alternative zu dezentralen Anschlüssen per Gas- und Ölheizung sowie Wärmepumpe ist nicht in Sicht. Oder kann vielleicht das Ostewasser für eine klimaschonendere Heizvariante sorgen?
Nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen macht die Wärmeversorgung in Deutschland über 50 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus und verursacht einen Großteil des CO2-Ausstoßes. Rund 80 Prozent des Wärmebedarfs werde derzeit durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl gedeckt. Von über 40 Millionen Anschlüssen in Deutschland heize nahezu jeder zweite Haushalt mit Gas und knapp jeder vierte mit Heizöl. Aber angesichts der Öl- und Gaspreisentwicklung denken natürlich viele Eigenheimbesitzer, Vermieter und Mieter über die Vorteile einer Wärmepumpe nach. Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
"Klimafreundlich und fortschrittlich"
Ein herausragendes Ziel der 2024 per Gesetz auf den Weg gebrachten Wärmeplanung ist es nach Auffassung des Ministeriums, "den vor Ort besten und kosteneffizientesten Weg zu einer klimafreundlichen und fortschrittlichen Wärmeversorgung zu ermitteln". Das Wärmeplanungsgesetz schaffe demnach die rechtliche Grundlage für die "verbindliche und systematische Einführung einer flächendeckenden Wärmeplanung", die als "wegweisendes Instrument auf der Grundlage der lokalen Gegebenheiten" einen Weg aufzeigen solle, wie in der Zukunft schrittweise die Wärmeversorgung auf die Nutzung der "Erneuerbaren Energien" oder "unvermeidbarer Abwärme" umgestellt werden könne.
In der Samtgemeinde Hemmoor liegen die drei beteiligten Kommunen Osten, Hechthausen und Hemmoor zeittechnisch auf einem guten Kurs. Die mit einem Büro aus Hannover erarbeitete Bestands- und Potenzialanalyse hat jedoch gezeigt, dass die Handlungsmöglichkeiten in der räumlich nicht verdichteten Oste-Region überschaubar sind.
In insgesamt sieben Bereichen - darunter auch die Zentren von Hemmoor, Hechthausen und Osten - wurde überprüft, wie dort weitgehend klimaneutral eine Versorgung erfolgen kann und welche regionalen Handlungsempfehlungen es gibt, die auch tatsächlich Sinn machen. Niedersachsen strebt schließlich bereits 2040 eine Klimaneutralität bei der Energieversorgung an; auf Bundesebene handelt es sich um das Jahr 2045.
Ostewasser? Reine Zukunftsmusik
Dass Öl- und Gasheizungen nach und nach durch Wärmepumpen ersetzt werden dürften, ist natürlich ein allgemeiner Trend. So auch in der Samtgemeinde Hemmoor. Viele private Hauseigentümer und auch Vermieter von Zwei- oder Mehrfamilienhäusern stehen über kurz oder lang vor der Frage, wann es zu einem Tausch der Heizung oder alternativ dem Einbau einer Wärmepumpe kommt. Etliche Anlagen sind schließlich schon zwei oder drei Jahrzehnte alt.
Zumindest theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, eventuell durch technische Varianten das Ostewasser so zu nutzen, dass es einen klimaneutralen Beitrag leisten kann. Aber das ist noch reine Zukunftsmusik. Die Grundlage für derartige Überlegungen bietet jedoch der vom Samtgemeinderat einstimmig verabschiedete Wärmeplan.
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