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Immer mitten drin: Claus Peter. Insbesondere die Ausbildung von Nachwuchsköchen lag und liegt ihm am Herzen - so wie hier beim „Kitchen-Battle“ im Jahre 2018. Dabei ging es darum, dass Peters Team und die Truppe eines jüngeren Kochs ein Sechs-Gänge-Menü zauberten. „Ich möchte die jungen Leute motivieren“, sagte er am Rande der Veranstaltung. Jetzt muss er sich angesichts gesundheitlicher Gründe erst einmal zurücknehmen und an sich selbst denken. Archivfoto: Kramp
Immer mitten drin: Claus Peter. Insbesondere die Ausbildung von Nachwuchsköchen lag und liegt ihm am Herzen - so wie hier beim „Kitchen-Battle“ im Jahre 2018. Dabei ging es darum, dass Peters Team und die Truppe eines jüngeren Kochs ein Sechs-Gänge-Menü zauberten. „Ich möchte die jungen Leute motivieren“, sagte er am Rande der Veranstaltung. Jetzt muss er sich angesichts gesundheitlicher Gründe erst einmal zurücknehmen und an sich selbst denken. Archivfoto: Kramp
Wie geht es weiter?

Insolvenzantrag für "Hotel Peters" in Wingst ist ein "Schlag ins Kontor"

von Egbert Schröder | 28.10.2026

Jeder drückt Firmenchef Claus Peter die Daumen, dass er gesundheitlich wieder fit wird. Nach dem Insolvenzantrag für "Peters - Das Genusshotel" (Wingst) stellen sich Zukunftsfragen. Der Bürgermeister und der Dehoga-Verband haben inzwischen reagiert.

Patrick Pawlowski ist amtierender und wohl auch künftiger Wingster Bürgermeister. Er befürchtet negative Auswirkungen durch das drohende Aus beim "Hotel Peters". Archivfoto: Mangels

Von Egbert Schröder

Wingst. Die Nachricht vom Insolvenzantrag für "Peters - das Genusshotel" in der Wingst wirkt nach. Damit steht ein gastronomischer Vorzeigebetrieb im Cuxland vor dem Aus. Wie es weitergeht? Ungewiss. Der Bürgermeister spricht von einem "Schlag ins Kontor" mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die Gemeinde. Im "Deutschen Hotel- und Gaststättenverband" (Dehoga) sorgt man sich generell um die Perspektiven der Branche. Der aktuelle Fall reihe sich in eine ganze Kette von Negativ-Nachrichten ein.

Wie berichtet, ist Claus Peter als Betreiber von "Peters - das Genusshotel in der Wingst" gesundheitlich angeschlagen. An eine schnelle Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte als Küchenchef, ins Restaurant und ins Hotel ist nicht zu denken. Er führt den Familienbetrieb in dritter Generation, hat sich auch überregional durch zahlreiche Auszeichnungen und durch die konsequente Förderung des Nachwuchses einen Namen gemacht. Doch die Zeit der großen Events ist erst einmal vorbei. Für ihn haben jetzt die Genesung und Rehabilitation absolute Priorität. 

Das weiß auch der Wingster Bürgermeister Patrick Pawlowski, der ihm in dieser Situation natürlich alles Gute wünscht: "Es ist vor allem erst einmal wichtig, dass er wieder gesund wird."

"Claus Peter ist die Kernmarke"

Gleichzeitig macht er sich natürlich in seiner Eigenschaft als Wingster Bürgermeister auch Gedanken und Sorgen, welche Auswirkungen die drohende Insolvenz und mögliche Schließung des Unternehmens für die Wingst haben könnten. Denn: Der Restaurant- und Hotelbetrieb am Wingster Bahnhof lockt schließlich auch viele Auswärtige an, gilt als ein bedeutender Faktor im Wingster Tourismus und in der Cuxländer Gastro-Szene. "Wir machen uns schon unsere Gedanken, wie es jetzt weitergeht. Wir reden hier schließlich von einem der Aushängeschilder in der Wingst", sagt Pawlowski im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihm sei bewusst, dass Claus Peter quasi die "Kernmarke" des Unternehmens sei. Jetzt müsse man einfach abwarten, wie es in dem Restaurant- und Hotelbetrieb weitergehe, der ja ansonsten "gut aufgestellt" sei. Die Gemeinde habe da nur wenige Einflussmöglichkeiten.

Die Entwicklung in der Wingst mag angesichts der gesundheitlich bedingten Gründe des Firmenchefs speziell sein. Aber dass die Restaurantbranche zunehmend unter Druck gerät, weiß Renate Mitulla als Geschäftsführerin des "Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes" (Dehoga) leider nur zu gut. "Wir beobachten mit Sorge die zunehmende Konsumzurückhaltung der Bürgerinnen und Bürger und die damit verbundenen Auswirkungen auch auf unsere Branche", sagte sie in dieser Woche auf Anfrage unserer CNV-Redaktion.

"Dauerkrise in der Gastronomie"

Was das bedeutet, wird auch in belastbaren Zahlen deutlich. So sprechen die Wirtschaftsforscher von "Creditreform" von einer "Dauerkrise in der Gastronomie" und verweisen auf die Entwicklung seit sechs Jahren: "Seit 2020 haben mehr als 11.000 Unternehmen Insolvenz angemeldet; allein 2025 stieg die Zahl der Pleiten um fast 30 Prozent. Gleichzeitig verschwinden tausende Restaurants 'still'  vom Markt. Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe haben diese Abfolge von Krisen nicht überlebt. Zehntausende Restaurants und Lokale mussten seitdem schließen", sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung.

Keine Anzeichen für eine Kehrtwende

Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht bald verbessern würden, dürfte die Gastronomie weiter "ausdünnen". Hantzsch: "Besonders kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen angesichts hoher Energie-, Miet- und Lebensmittelkosten ums Überleben." Besonders in kleinen Städten und Dörfern dürfte dieser Wandel deutlich sichtbar werden. Für 2026 sieht er keine Kehrtwende, sondern vielmehr eine Verstetigung der Entwicklung.

So würden die Eigenkapitalquoten deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegen. Bei fast vier von zehn Unternehmen der Gastrobranche betrage die Quote weniger als zehn Prozent. Knapp ein Drittel der Betriebe weise zudem eine "negative Gewinnmarge" auf und weitere 30 Prozent arbeiteten zwar profitabel, erzielten jedoch nur geringe Margen von unter fünf Prozent. Das könne schnell zu Problemen führen. Denn oft überstiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten die liquiden Mittel. In solchen Fällen steige dann auch das Insolvenzrisiko.

"Die Situation ist insgesamt nicht einfach für unsere Branche", sagt Renate Mitulla vom niedersächsischen Dehoga-Verband. Zu den belastenden Faktoren zählten unter anderem auch der Fachkräftemangel, die "überbordende Bürokratie" sowie ungeklärte Nachfolgeregelungen. Zudem habe sich - gerade mit Blick auf ländliche Regionen - auch die Art der Veranstaltungen geändert: "Größere Feiern im privaten Rahmen werden in Landgasthöfen immer seltener." Und statt der Kneipe im Ort einen Besuch abzustatten, griffen viele potenzielle Kunden lieber zum Telefon, würden sich eine Mahlzeit bestellen und liefern lassen und blieben auf dem Sofa sitzen. Dieser Trend lasse sich nur schwer umkehren, aber er hinterlasse nun einmal seine Spuren - gerade auf dem Land.

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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