Krötenwanderung im Kreis Cuxhaven startet: Straßen gesperrt zum Schutz der Amphibien
Die Krötenwanderung im Kreis Cuxhaven hat eingesetzt, und ehrenamtliche Helfer sichern mit Schutzzäunen den gefährlichen Weg über Straßen. Straßensperrungen und Monitoring schützen die wandernden Amphibien vor dem Verkehrstod.
Die Krötenwanderung hat eingesetzt. Mit steigenden Temperaturen in wärmeren, feuchten Nächten begeben sich Erdkröten und andere Amphibien wie Braunfrösche oder Teichmolche aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Auf dem Weg dorthin müssen sie oft Straßen überqueren - und sind besonders gefährdet. Sie können buchstäblich unter die Räder kommen und werden dabei tödlich zermatscht. Jedes Jahr werden unzählige Tiere überfahren.
Damit ihr Weg zum Laichgewässer nicht zum Todesmarsch wird, setzen ehrenamtliche Umweltschützer auf Krötenschutzzäune. So wie aktuell in Bad Bederkesa - wo der NABU Cuxhaven mit seinem Mitglied Philip von Hallen einen engagierten Anwohner hat, der mit einem Nachbarn Amphibien vor dem Verkehrstod rettet. Im zweiten Jahr in Folge ist dort von NABU-Mitgliedern der Schutzzaun bodennah gespannt worden, den die Naturschützer von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Cuxhaven als Leihgabe erhalten haben.
Straßensperrung zum Schutz
Zum Schutz wandernder Amphibien wurde ein rund 1200 Meter langer Abschnitt der Straße Pferdemühlendamm / Im Wolfsteinischen Moor in Bad Bederkesa vorübergehend von der Stadt Geestland für den Autoverkehr gesperrt. Diese temporäre Sperrung soll verhindern, dass die Tiere auf dem betroffenen Straßenabschnitt überfahren werden. Die Kommune stimmte sich dabei mit dem NABU ab. "Es ist toll, dass die Stadt Geestland die Straßensperrung so unkompliziert umgesetzt und damit die Krötenwanderung unterstützt hat", freut sich Paul Müller, der für den Artenschutz zuständige Mitarbeiter im Fachbereich Natur & Landschaft.
Die Tiere hatten im Kleingartengebiet ihr Winterquartier und ziehen jetzt Richtung Teich. Vor allem wenn die Temperaturen klettern und feuchte Witterung herrscht, bewegt das die Kröten, Frösche und Molche. Durch den gespannten Krötenschutzzaun können sie die Straße nicht queren, suchen einen Weg entlang des Zauns und fallen in einen der alle 20 Meter in den Boden eingelassenen Eimer. Anwohner Philip van Hallen und sein Nachbar kümmern sich um die Tiere. Zweimal - morgens und abends - sammeln sie sie aus den Eimern und tragen sie Richtung Gewässer. Sie dokumentieren ihre Funde und tragen so zum Monitoring bei.
Es gibt über diesen Zaun hinaus laut Landkreis Cuxhaven weitere "ständige" Zäune, zum Beispiel in Hagen und in Heeßel. In Hagen steht der Zaun in Verbindung mit dem Abbau von Ton: Die Kröten bzw. allgemein Reptilien und Amphibien werden damit zu einem Tunnel unter der Straße geleitet. In Hemmoor-Heeßel werden die Tiere an einer Sandkuhle mit einem Zaun um Gefahrenstellen herumgeleitet, um die Laichgewässer zu erreichen.
Krötenfunde bitte dem Fachbereich melden
Wichtig sei, dass es vor Ort Akteurinnen und Akteure gibt, die die Krötenwanderung unterstützen, da Kröten und andere Amphibien nicht über Tage in einem Sammelbehälter an einem Krötenzaun bleiben können, heißt es seitens der Landkreis-Pressestelle auf Nachfrage gegenüber cnv-medien.de. Alle im Cuxhavener Kreisgebiet vorkommenden Amphibienarten stehen unter Naturschutz. Der Fachbereich Natur & ländliche Räume bittet daher darum, Funde von mehreren Kröten oder anderen Amphibien, die auf eine Wanderung hindeuten, per E-Mail an 67@landkreis-cuxhaven.de oder telefonisch unter 04721 66-2340 zu melden. So können die Vorkommen der verschiedenen Arten aufgenommen und der Bedarf an weiteren Zäunen ermittelt werden.
Auch mit seinen beiden Kreisstraßenmeistereien in Dorum und Hemmoor unterstütze der Landkreis die Krötenwanderung. Beispielsweise werde erforderlichenfalls im Seitenraum von Straßen zeitlich vor der Krötenwanderung gemäht, sodass keine Tiere zu Schaden kommen und die Zäune gut aufgestellt werden können.