Das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in Hemmoor wird nicht mehr genutzt. Es steht seit Jahren leer; ein Käufer hat sich trotz der zentralen Lage in Hemmoor bislang nicht gefunden. Foto: Schröder
Das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in Hemmoor wird nicht mehr genutzt. Es steht seit Jahren leer; ein Käufer hat sich trotz der zentralen Lage in Hemmoor bislang nicht gefunden. Foto: Schröder
Ungewöhnliche Immobilien

Kirchen in Cuxhaven und Hemmoor zu kaufen: Zwei Ex-Gotteshäuser suchen neue Besitzer

von Christian Mangels | 13.08.2025

Weil ihr Unterhalt teuer ist und die Zahl der Gläubigen sinkt, trennen sich immer mehr Gemeinden von ihren Kirchen, Kapellen und Pfarrhäusern. In Cuxhaven und Hemmoor stehen zwei frühere Gotteshäuser zum Verkauf. Wo sie stehen und was sie kosten.

Sie sind Heimstätte für Gottesdienst, Taufe, Hochzeit oder Beerdigung - doch als solche werden sie oft nicht mehr gebraucht: In Deutschland stehen Kirchen immer häufiger zum Verkauf. Als Gründe dafür werden meist der Rückgang der Mitgliederzahlen, Umstrukturierungspläne und von den Gemeinden nicht mehr zu stemmende Unterhaltungskosten genannt. Im Kreis Cuxhaven bieten Immobilienmakler gleich zwei frühere Kirchen zum Verkauf an - in Hemmoor und in Cuxhaven.

In Hemmoor sucht die ehemalige Neuapostolische Kirche in Warstade einen neuen Besitzer. Die Türen des 1973 erbauten Gotteshauses, das an der Kreuzung Zentrumstraße/B 495 liegt, sind seit vielen Jahren geschlossen. Wer einen Gottesdienst besuchen möchte, wird an die Kirchengemeinden in Otterndorf, Stade und Bremervörde verwiesen. Als Kaufpreis sind 240.000 Euro ausgerufen. 

Der von der Kirche eingeschaltete Immobilienmakler Günter Heße wirbt mit einem "Gebäude mit viel Potenzial im Herzen von Hemmoor". In der Objektbeschreibung ist von einer "massiven Bauweise" und einer 260 Quadratmeter großen Wohn- und Nutzfläche die Rede. Der Versammlungsraum ist 116 Quadratmeter groß. Zur Ausstattung der barrierefreien Immobilie gehören Teeküche, Heizungsraum, Sanitärräume, eine freitragende Empore und 15 Stellplätze. Und: "Der Rat kann sich an der Stelle eine gewerbliche Entwicklung sehr gut vorstellen", so Heße. Eine Anpassung der Bauleitplanung wäre in Abstimmung möglich.

Das frühere Kirchengebäude ist in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder mal in den Blick der Stadt Hemmoor geraten. So wurde das Haus bei den Plänen für den Bau eines Bürgerhauses ins Gespräch gebracht. Doch dieses Projekt scheint auf Eis gelegt: Aktuell gibt es in der Hemmoorer Politik keine Mehrheit für einen bestimmten Standort oder die Größe eines Bürgerhauses.

Gebäude wird seit 2018 nicht mehr kirchlich genutzt

Auch in Cuxhaven stockt der Verkauf der früheren Neuapostolischen Kirche. Das 1953 erbaute Haus liegt an der Theodor-Storm-Straße und wird seit der Zusammenlegung der Gemeinden Cuxhaven und Sahlenburg im Jahr 2018 nicht mehr kirchlich genutzt. Der letzte Gottesdienst fand am 30. Mai 2018 statt. Die Immobilie wurde mittlerweile umfassend zurückgebaut und entkernt. Nur noch die alten Mosaikfenster erinnern an die Vergangenheit des Gebäudes als Gotteshaus.

In Cuxhaven ist eine ungewöhnliche Immobilie für 299.000 Euro auf dem Markt: Ein Cuxhavener Immobilienbüro bietet die ehemalige Neuapostolische Kirche in der Theodor-Storm-Straße zum Verkauf an. Foto: Mangels

Schon 2023 wurde die einstige Kirche von einem Cuxhavener Immobilienbüro zum Verkauf angeboten. Das Gebäude war damals unter anderem als Ärztehaus im Gespräch. Doch die geplante Neunutzung scheiterte. Jetzt treibt Immobilienkauffrau Caroline Regge den Verkauf voran. Sie bewirbt das Haus als "perfekte Grundlage für ein Neubau- oder Umbauprojekt mit Charakter".

Insgesamt bietet das Gebäude 350 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Das dazugehörige Grundstück ist 1076 Quadratmeter groß. 299.000 Euro soll die Ex-Kirche im Dichterviertel kosten. Als mögliche Nutzungsideen nennt die Maklerin unter anderem Loftbüros, Praxisräume, betreutes Wohnen bis hin zum Mehrfamilienhaus oder einem generationenübergreifenden Wohnkonzept.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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