Kopfsteinpflaster zur Mühle in Hechthausen ? Auf den ersten Blick ein Schnäppchen
Wer kann dazu schon "Nein" sagen? Zu 90 Prozent soll die Sanierung der Mühlenstraße in Hechthausen gefördert werden. Doch die Anlieger müssen den Geldbeutel zücken. Und das Wahrzeichen Hechthausens gammelt weiter vor sich hin ...
Die Mühle in Hechthausen ist ein Hingucker - aber nur im ersten Moment. Wer sich ihr abseits der B 73 am Ortseingang direkt an der Oste nähert, wird vom desolaten Zustand des historischen Bauwerks wenig begeistert sein. Doch zumindest die Zufahrtsstraße, die ursprünglich aus Kopfsteinpflaster bestand, soll saniert werden. An die eigentliche Mühle, die sich im Privatbesitz befindet, traut sich die Gemeinde angesichts des zu erwartenden gewaltigen Kostenvolumens in Millionenhöhe nicht heran.
Der Weg zur Mühle soll schöner, historischer und komfortabler gestaltet werden. Das wird aber nicht zum Nulltarif geschehen. Vielmehr handelt es sich um eine Summe von knapp 370.000 Euro, die in das Projekt investiert werden soll.
Eine Menge Geld; auf den ersten Blick. Denn: 90 Prozent der Summe wird, wenn die Genehmigung erfolgt, aus Mitteln der Dorfregion "Burweg/Hechthausen" finanziert. Die Dörfer Burweg und Hechthausen hatten sich vor einigen Jahren erfolgreich für eine landkreisübergreifende Kooperation beworben. Dadurch sind in den vergangenen Jahren gerade im Bereich der Gemeinde Hechthausen zahlreiche Projekte umgesetzt worden. Und jetzt auch die Instandsetzung der Mühlenstraße?
Es bleibt bei einer Breite von 3,5 Metern
Der Weg zur Hechthausener Mühle bestand ursprünglich aus einem reinen Kopfsteinpflaster, wurde aber später teilweise asphaltiert. Das soll sich ändern, denn Dreh- und Angelpunkt des Vorhabens ist die "Wiederherstellung und Erneuerung des historischen Pflasters". Die Breite von 3,5 Metern bleibt nach den vorliegenden Plänen erhalten, denn ansonsten würde es keine 90-prozentige Förderung geben. Zwar begegnen sich dort - quasi in einer Sackgasse - nicht im Minutentakt Fahrzeuge, doch wenn es dazu kommt, kann es eng werden. Daher sind auch Ausweichbuchten vorgesehen.
Doch generell bleibt es bei 3,5 Metern, die künftig auch noch zusätzlich Platz für einen Rad- und Gehweg bieten sollen. Außerdem sind am Rand der Straße Aufenthaltsmöglichkeiten durch Parkbänke und -tische vorgesehen.
90 Prozent Förderung? Die Wiederherstellung eines historischen Kopfsteinpflasters? Eigentlich eine gute Kombination. Aber es bleibt dennoch die Frage der Finanzierung. Die zehn Prozent, die die Gemeinde auf den ersten Blick selbst beisteuern muss, tragen nämlich zum Großteil angesichts der gültigen Satzung zum Straßenausbau die wenigen Anlieger (zu 75 Prozent). Dabei unterschieden wird - so Verwaltungschef Jan Tiedemann - nach Grundstücken mit Wohnbebauung und landwirtschaftlich genutzter Fläche. Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass es bei den Anliegern dieser kaum befahrenen Straße auch zu finanziellen Mehrbelastungen kommen wird. Aber der Gemeinderat sprach sich letzten Endes für die Planung der Neugestaltung der Mühlenstraße aus.
Die Mühle an sich ist jedoch ein völlig anderes Kaliber.