Die CDU ist die stärkste Kraft in der Samtgemeinde Börde Lamstedt
Nach der Kommunalwahl in der Börde Lamstedt kommt es zu einem großen Umbruch im Samtgemeinderat. Überraschend viele neue Gesichter prägen die politische Landschaft, während die CDU als klare Siegerin hervorgeht.
Im Samtgemeinderat der Börde Lamstedt kommt es nach der Kommunalwahl am Sonntag zum großen Stühlerücken. Nur drei der 16 gewählten Ratsmitglieder verfügen über kommunalpolitische Erfahrung. Alle anderen wurden neu in den Rat gewählt.
Am meisten Stimmen erhielt die CDU mit 53,39 Prozent. Sie kommt auf neun der 16 zu vergebenden Sitze. Die meisten Stimmen (1012) konnte Lamstedts Bürgermeister Manfred Knust für die CDU auf sich vereinigen. Ann-Katrin Lafrenz aus Mittelstenahe erhielt 818 Stimmen, Kerstin Tiedemann aus Stinstedt 784.
Überraschungserfolg für jungen SPD-Kandidaten
Zweitstärkste Kraft wurde die SPD mit 16,44 Prozent. Sie wird mit drei Sitzen im Rat vertreten sein. Hier zog vor allem der erst 20 Jahre alte Tim Mehrtens, der seinen ersten Wahlkampf führte und gleich ein Top-Ergebnis erzielte. Der aus Stinstedt stammende Vorsitzende der Jusos im Landkreis holte das zweitbeste Stimmenergebnis in der Samtgemeinde (1008) und freute sich ausgelassen über diesen Erfolg, durch den die SPD einen Sitz mehr im Rat erhält als vor fünf Jahren.
Nicht unerwartet wurde die AfD mit 14,67 Prozent drittstärkste Kraft in der Börde. Die Partei schickt zwei Kandidaten in den Samtgemeinderat. Die Wählergemeinschaft "Wir für die Börde" ist nach ihrem Wahlergebnis von 8,99 Prozent nur noch mit einem Sitz vertreten. Auch die Grünen sicherten sich einen Sitz im Samtgemeinderat.
Viele neue Mandatsträger müssen eingewiesen werden
"Wir werden viel zu erklären haben", sagte Samtgemeindebürgermeister Frank Springer, "um die vielen neuen Ratsmitglieder bei den Themen abzuholen. Denn wir haben keine Zeit zu verlieren und müssen mit unserer Agenda vorankommen." Für den Verwaltungschef und Wahlleiter sowie seine Mitarbeiter dauerte der Wahlabend bis zum frühen Montagmorgen. "Die Wahl verlief bei uns reibungslos und hat Spaß gemacht", so Springer, der als Samtgemeindebürgermeister ebenfalls Sitz und Stimme im Rat der Samtgemeinde hat.
Dass es viele erfahrene Kommunalpolitiker diesmal nicht in den Samtgemeinderat geschafft haben, macht Springer nachdenklich. "Ich bedaure das aus Sicht der Samtgemeindeverwaltung, weil sie viel Erfahrung und Ideen mit in die Ratsarbeit eingebracht haben." Erfreulich war für Springer vor allem die Wahlbeteiligung, die in der Börde traditionell hoch ist. Diesmal betrug sie rund 76 Prozent. Kreisweit lag sie bei 64 Prozent.
Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs ist das Ratsgremium von 19 auf insgesamt 17 Mandate geschrumpft.
Mehr Politiker aus der Börde im Kreistag vertreten
Auf Kreisebene wird die Börde künftig mit mehreren Abgeordneten im Kreistag vertreten sein. Für die CDU ziehen Manfred Knust (2724 Stimmen), und Ann-Katrin Lafrenz (2263 Stimmen) in das Kreisparlament ein. Tim Mehrtens ist mit 2140 Stimmen direkt für die SPD in den Kreistag gewählt worden. Der AfD-Kreisvorsitzende Ralf Bendig aus Lamstedt kommt auf 1074 Stimmen.
Bürgerliste ist Wahlsieger in der Gemeinde Lamstedt
In der größten Bördegemeinde, Lamstedt, liegt die Bürgerliste Lamstedt mit 53,63 Prozent weit vorne. Die CDU ist hier nicht mit eigenen Kandidaten angetreten. Die Kandidaten der Bürgerliste traten bei der Samtgemeinderats- und der Kreistagswahl für die CDU an. Die Bürgerliste nimmt 8 Sitze im Gemeinderat ein. Am meisten Stimmen holte Manfred Knust mit 797, gefolgt von Dr. Ralf Mahler (Bürgerliste) mit 526. Die AfD erzielte hier 15,41 Prozent und holte zwei Ratsmandate. Die SPD folgt mit 14,76 Prozent und erhält ebenfalls zwei Sitze. "Wir für Lamstedt" kommt auf 13,53 Prozent und erhält ebenfalls zwei Sitze. Und auch die Linke ist mit einem Sitz im Rat vertreten.
In den kleineren Bördegemeinden dominieren die Wählergemeinschaften. So auch in Armstorf, wo die WG Armstorf alle Mandate erhielt - Bürgermeister Heino Klintworth mit 314 Stimmen an der Spitze.
Auch Hollnseth hat eine Wählergemeinschaft, die auf 93,46 Prozent und acht von neun Ratssitzen kam. Die meisten Stimmen holte Bürgermeister Tobias Wehber. Doch auch die Grünen gewannen ein Ratsmandat.
Ähnlich sieht es in Mittelstenahe aus, wo die Wählergemeinschaft 91,53 Prozent erreichte und acht von neun Sitzen holte. Die meisten Stimmen holte Ann-Katrin Lafrenz mit 247. Auch in Mittelstenahe konnten sich die Grünen einen Ratssitz sichern.
In Stinstedt muss das Los über einen Ratssitz entscheiden
In Stinstedt errang die Bürgerliste Stinstedt alle neun Mandate. Das neunte ist allerdings noch offen. Hier muss laut Wahlleiter Springer das Los zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Die meisten Stimmen holte Kerstin Tiedemann (325).
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