Ab Frühjahr kommt es aufgrund von Straßenbaumaßnahmen in der Lamstedter Ortsdurchfahrt  zu abschnittsweisen Vollsperrungen. Die Gewerbetreibenden sind in Sorge. Foto: dpa/Kahnert
Ab Frühjahr kommt es aufgrund von Straßenbaumaßnahmen in der Lamstedter Ortsdurchfahrt zu abschnittsweisen Vollsperrungen. Die Gewerbetreibenden sind in Sorge. Foto: dpa/Kahnert
Großbaustelle ab Frühjahr

Vollsperrung der B495 in Lamstedt: Gewerbetreibende fürchten um ihre Existenz

von Wiebke Kramp | 09.01.2026

Lamstedt steht vor einer Herausforderung: Die geplante Vollsperrung der Ortsdurchfahrt der B495 sorgt für Unmut und Existenzängste bei den örtlichen Gewerbetreibenden.

Der Zeitplan steht. Voraussichtlich ab April oder Mai wird die Ortsdurchfahrt Lamstedt der B495 für mindestens sieben Monate zur Großbaustelle - sehr zur Sorge der örtlichen Gewerbetreibenden. Sie befürchten erhebliche Umsatzeinbußen und eine Existenzgefährdung. Abschnittsweise kommt es wegen der Fahrbahnsanierung mit Geh- und Radwegerneuerung zu einer Vollsperrung.

Die Einwohner wurden von der Gemeinde Lamstedt und der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Stade auf  einer Versammlung über die Einzelheiten informiert. Darüber hinaus sorgten Samtgemeindebürgermeister Frank Springer und Bürgermeister Manfred Knust dafür, die Gewerbetreibenden gesondert zu informieren.

Auf einer Länge von insgesamt 1145 Metern erfolgt die Fahrbahn- und Radwegsanierung in vier Bauabschnitten, die dazu jeweils voll für den Verkehr gesperrt werden. Nach den gegenwärtigen Planungen soll die rund 2,4 Millionen teure Maßnahme rund sieben Monate dauern, kann sich aber aufgrund von Witterung verzögern.

"Für uns alle ein harter Einschnitt"

"Unsere allergrößte Sorge  ist, dass sich die Bauarbeiten unnötig in die Länge ziehen", sagt Torsten Wienberg als Sprecher der Lamstedter Gewerbetreibenden. Er prognostiziert ohnehin erhebliche Umsatzeinbußen von gewerbeabhängig bis zu 75 Prozent. "Das wird für uns alle ein harter Einschnitt. Hoffen wir mal, dass es nicht ganz so knüppeldick kommt", sagt der Modehauschef.

Dass die Sperrung der einzelnen Bauabschnitte zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen wird, war den Händlern und Handwerkern bis dato nicht bekannt. Und so gibt es verärgerte und besorgte Stimmen. "Über die Vollsperrung herrscht ziemlicher Unmut", so Samtgemeindebürgermeister Frank Springer. Aber es gebe dazu keine Alternative. Eine halbseitige Sperrung sei aufgrund der Enge der Ortsdurchfahrt und aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. "Die Erreichbarkeit steht und fällt mit einer vernünftigen Beschilderung, schließlich ist die Zufahrt von Lamstedt weiterhin frei und auch eine Erreichbarkeit der Gewerbetreibenden möglich. Wir werden eine gütliche Lösung hinbekommen", zeigt sich Frank Springer zuversichtlich, dass die Baumaßnahme nicht zu Existenzbedrohungen führen wird und sichert diesbezüglich seinen Einsatz bei der Straßenbauverwaltung zu.

Auch Torsten Wienberg weiß um die Notwendigkeit der Bauarbeiten, lobt ausdrücklich die Gemeinde für die Dialogbereitschaft, die rechtzeitigen Informationen und das Ausloten von Möglichkeiten, damit Geschäfte so gut es geht erreichbar bleiben: "Wir sind dazu im engen Austausch mit dem Bürgermeister und dem Samtgemeindebürgermeister."

Baubeginn "Auf den Schmaläckern" 

Und so sehen die Maßnahmen im Einzelnen aus. Begonnen wird im Frühjahr bei der Straße "Auf den Schmaläckern" bis zum Knotenpunkt B495/L116. Neben der Fahrbahnerneuerung vorgesehen sind die Erneuerung des Geh- und Radwegs auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Hemmoor, der Bau einer Querungshilfe zwischen den Straßen "Birkenweg" und "Auf den Schmaläckern" sowie der Umbau der bisherigen Busbuchten im Bereich der Tankstelle und bei der Kirche zu so genannten Fahrbahnrandhaltestellen sowie der Neubau einer Fußgängerampel.

Fußgänger und Radfahrer sollen während der Bauphase den linken Radweg in Fahrtrichtung Hemmoor nutzen können. Schotterrampen dienen als Zufahrten zu privaten Grundstücken. Während der Asphaltarbeiten ist ein Befahren der Privatgrundstücke nicht möglich, Rettungsfahrzeuge sollen jedoch in Notfallsituationen eine Durchfahrtsmöglichkeit bekommen.

Die Mülltonnenleerung werde durch die Baufirma organisiert. Notwendige Anlieferungen sollen während der Baumaßnahme nach Abstimmung mit der Bauüberwachung und der Baufirma möglich sein. Im Baustellenbereich wird es ein Baubüro geben, wo wöchentliche Besprechungen stattfinden und sich die Anwohner mit Problemen oder Fragen hinwenden können.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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