Landkreis Cuxhaven hat den Dreh raus: Spezialfahrzeuge für die Feuerwehren
Hemmoor wird einer der drei neuen Drehleiter-Standorte. Das steht nach dem positiven Votum des Samtgemeinderates fest.
Von der Anschaffung versprechen sich die Feuerwehrführung, der Landkreis als Geldgeber und die Samtgemeinde noch mehr Effektivität bei der Brandbekämpfung in den Samtgemeinden Hemmoor, Land Hadeln und Börde Lamstedt. Bislang war man dort in besonderen Einsatzsituationen auf Hilfe von außen angewiesen.
Drehleitern ermöglichen eine größere Flexibilität und Effizienz bei der Brandbekämpfung in komplexen Lagen. In Städten wie Cuxhaven mit zahlreichen mehrstöckigen Gebäuden gehören sie zur Grundausstattung der Wehren; im Landgebiet stellt sich die Situation ganz anders dar. Kommunen und Landkreis sind nach dem Brandschutzgesetz nämlich nicht verpflichtet, eine Drehleiter anzuschaffen. Es reicht daher aus, dass bei Brandeinsätzen quasi auf Leihbasis eine Drehleiter angefordert wird.
Zurzeit sind zwei Drehleitern in Cuxhaven und eine in Langen im Einsatz. Zudem greifen die Cuxland-Kommunen auch auf die mobilen Leitern in den Nachbarkreisen sowie in Bremerhaven zurück - wenn sie denn verfügbar sind.
Seit Jahren wird im Cuxland jedoch darüber diskutiert, dass die Situation nicht mehr tragbar ist. So hatte die Kreisfeuerwehrspitze bereits vor acht Jahren ein erstes "Drehleiterkonzept" vorgelegt, das aber nicht zur Umsetzung kam. 2024 stand das Thema erneut in Kreisen der Feuerwehr und Politik auf dem Plan. Und diesmal bewegte sich unter der Regie des neuen Landrates Thorsten Krüger, der den Zivil- und Katastrophenschutz quasi zur Chefsache gemacht hat, tatsächlich etwas.
Drei Abschnitte - drei Drehleitern
So beschloss der Kreistag, dass in den drei Brandschutzabschnitten des Cuxlandes, die sich über die Altkreise Land Hadeln und Wesermünde erstrecken, jeweils drei baugleiche Drehleitern angeschafft und zum Einsatz kommen sollen. Pro Leiter, die eine Brandbekämpfung aus mehr als 20 Metern Höhe ermöglicht, muss man von einer Investition in einer Größenordnung von mindestens einer Million Euro ausgehen. Diese Finanzierung übernimmt der Landkreis.
Standort wird Althemmoor/Westersode
Die Kommunen sind jedoch ebenfalls gefordert, denn sie sollen sich um die Unterhaltung, die Reparaturen, die Abwicklung von Einsätzen und die notwendige Ausbildung kümmern. Bliebe noch die Frage der Standortwahl. Und da gab es durchaus interne Diskussionen in Politik- und Feuerwehrkreisen. Letzten Endes ist die Entscheidung aber mittlerweile gefallen - und zwar für Hemmoor. Dort wird in wenigen Wochen das neue Feuerwehrhaus der Feuerwehren Althemmoor und Westersode eingeweiht. Die beiden Wehren gehen in eine gemeinsame Zukunft unter einem Dach und übernehmen auch die Verantwortung für die Drehleitereinsätze in den Samtgemeinden Hemmoor, Börde Lamstedt und Land Hadeln (und darüber hinaus).
Im Hemmoorer Samtgemeinderat musste das jedoch erst noch beschlossen werden. Doch das war keine Hürde. Schließlich bietet der Neubau Westersode/Althemmoor Platz für das Drehleiterfahrzeug. Zudem ist seitens der Wehren signalisiert worden, dass es an der Ausbildung der Feuerwehrleute nicht hapern werde. Intern wird nun noch an einer möglichen neuen Aufgabenverteilung der Wehren auf Samtgemeindeebene gearbeitet. Und es gibt auch Absprachen zwischen dem Landkreis und den drei Samtgemeinden Land Hadeln, Hemmoor und Börde Lamstedt über die laufende Finanzierung des neuen Angebotes, um die Schlagkraft der Wehren in den drei Samtgemeinden weiter zu erhöhen.
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