Heftige Blitze, Starkregen und Sturmböen prägten das Unwetter-Wochenende in Cuxhaven. Die Wetterlage sorgte für mehrere Rekorde. Foto: Peter Engel Photografie
Heftige Blitze, Starkregen und Sturmböen prägten das Unwetter-Wochenende in Cuxhaven. Die Wetterlage sorgte für mehrere Rekorde. Foto: Peter Engel Photografie
Wetter schlägt Kapriolen

Nach dem Unwetter-Wochenende: Cuxhaven erlebt Wetterextreme und bricht Rekorde

von Tamina Francke | 29.06.2026

Rekordregen, die wärmste Nacht seit Beginn der Messungen und ein Unwetter mit außergewöhnlicher Blitzintensität: Das zurückliegende Wochenende hat in Cuxhaven gleich mehrere Wetterrekorde gebrochen (mit Fotos und Videos).

Das Unwetter-Wochenende wird vielen Menschen im Kreis Cuxhaven in Erinnerung bleiben. Während die Feuerwehren zahlreiche Sturmschäden beseitigen mussten, sorgte die Wetterlage gleichzeitig für mehrere Rekorde.

Dabei begann das Wochenende meteorologisch zunächst vergleichsweise unspektakulär. Wie aus Statistiken auf wetterdienst.de hervorgeht, gehörte Cuxhaven am Sonnabend (27. Juni) um 15 Uhr sogar zu den kältesten Orten Deutschlands. Die Wetterstation belegte Platz 14 unter den bundesweit niedrigsten Temperaturen.

"Im Nordwesten Deutschlands sind wir trotz der Hitze insgesamt noch vergleichsweise glimpflich davongekommen", ordnet auch Meteorologin Annika Brieber vom Klimahaus Bremerhaven auf Nachfrage von CNV-Medien ein. Während sich viele Regionen Deutschlands auf weit über 35 Grad aufheizten, blieb es an der Nordseeküste tagsüber noch moderater.

Immer wieder zuckten Blitze über Geestland. Foto: kng.melly

23,9 Grad in der Nacht und Rekordregen

Für einen Rekord sorgte Cuxhaven dennoch: In der Nacht von Freitag auf Sonnabend wurde mit 23,9 Grad die bislang wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Der Grund dafür liegt laut Brieber in der besonderen Lage direkt an der Küste. "Die unmittelbare Nähe zur Nordsee spielt dabei eine wichtige Rolle", erklärt Meteorologin Annika Brieber. "Das Meer speichert tagsüber viel Wärme und gibt sie nachts nur langsam wieder ab. Zudem verhindert die feuchte Luft, dass die Temperaturen in der Nacht stark absinken." Dadurch bleiben die Nächte an der Küste häufig deutlich wärmer als im Binnenland.

Heftige Blitze erhellten in der Nacht zum Sonntag den Himmel - hier über Lüdingworth. Foto: jacqueline_wlff

Auch die Gewitter in der Nacht zum Sonntag hatten es in sich. "Von der Dauer und Intensität der Blitze und Gewitter war die Lage außergewöhnlich", so die Meteorologin. Eine genaue Anzahl der Blitze werde allerdings nicht erfasst. Besonders bemerkenswert waren die Niederschlagsmengen: Innerhalb kurzer Zeit fielen in Cuxhaven 56,2 Millimeter Regen. Damit wurde zugleich ein neuer Monatsrekord aufgestellt. Noch nie seit Beginn der Messungen war im Juni an einem Tag eine derart hohe Niederschlagsmenge registriert worden.

Immer wieder zuckten Blitze über Geestland. Foto: kng.melly

Ausgerechnet am Siebenschläfertag

Die Hitze fiel ausgerechnet auf den Siebenschläfertag. Die bekannte Bauernregel besagt: "Wie das Wetter am Siebenschläfertag sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt." Meteorologisch betrachtet steckt hinter der Regel tatsächlich ein gewisser wissenschaftlicher Zusammenhang. Ende Juni stabilisieren sich häufig großräumige Wetterlagen, die das Wetter über mehrere Wochen prägen können. 

Verlässlich ist das allerdings nicht. Die Trefferquote liegt bundesweit bei etwa 60 bis 70 Prozent, in Norddeutschland wegen des starken Einflusses von Nord- und Ostsee niedriger. Zudem bezieht sich die Regel nach heutiger Einschätzung eher auf die Wetterentwicklung der folgenden vier Wochen und nicht auf einen einzelnen Tag.

Spektakulär anzusehen, für die Einsatzkräfte jedoch herausfordernd: Mehrere Gewitterzellen zogen in der Nacht über Cuxhaven. Foto: josiehqlt

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Tamina Francke

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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