Mehr als nur ein Hobby: Wie Bienen diesen Imker aus dem Kreis Cuxhaven faszinieren
Im Hadelner Imkerverein geht eine Ära zu Ende: Dankward Haude gibt nach über 30 Jahren seinen Vorsitz ab. Schon seit der Grundschule begeistern die Bienen den Imker. Die Insekten sind Familiensache und haben für ihn eine besondere Bedeutung.
Seit 1978 ist der 69-jährige Dankward Haude Mitglied im Imkerverein Hadeln. 1993 übernahm er den Vorsitz des Vereins, den er nun nach 31 Jahren abgibt. Seine Leidenschaft für Bienen und die Imkerei entdeckte der Nordholzer bereits im Grundschulalter. "Mein damaliger Lehrer war selbst Imker und hatte einige Völker zu Hause", erinnert sich der 69-Jährige. Zusammen mit seinem Vater half Haude seinem Lehrer bei der Bienenzucht. "Irgendwann hatten wir dann selbst Bienen zu Hause und mein Vater ist in den Imkerverein Hadeln eingetreten", erzählt Haude.
Nach dem Tod seines Vaters kümmerte sich Dankward Haude um die gelb-schwarz gestreiften Insekten. Die Imkerei erfüllt den 69-Jährigen: "Bienen bedeuten für mich Entspannung. Wenn ich bei ihnen bin, kann ich vom Stress abschalten und der Natur nahe sein." Für Haude ist die Imkerei ein faszinierendes Hobby, das er das ganze Jahr über ausüben kann. Während es im Sommer viel zu tun gibt und Haude sich fast rund um die Uhr seinen Bienen widmet, nutzt er den Winter, um sich auf die nächste Saison vorzubereiten.
Rund 50.000 Bienen pro Volk
Insgesamt kümmert sich Haude um 20 Bienen-Wirtschaftsvölker. Der 69-Jährige erklärt: "Wirtschaftsvölker sind solche Bienenvölker, mit denen ich zur Honigernte gehe und dadurch Geld verdiene." Vor einigen Jahren hatte der 69-Jährige noch doppelt so viele Völker. Doch die Bienen waren sehr zeit- und arbeitsintensiv, sodass sich der Imker im Laufe der Zeit entschloss, seinen Bestand zu reduzieren. Im Sommer zählt der Nordholzer etwa 50.000 Bienen pro Volk. Im Winter sind es zwischen 15.000 und 18.000.
Neben seinem Ehrenamt als erster Vorsitzender des Imkervereins Hadeln und seinen eigenen Bienen leitete der Nordholzer zusammen mit seinem Bruder Sieghard Haude die Imker-Grundschulung. Rund 13 Jahre lang bildeten die Brüder neue Imker aus und brachten ihnen die Grundlagen der Imkerei bei.
Frischer Wind für den Imkerverein
Bereits im Februar trat Dankward Haude als erster Vorsitzender des Imkervereins Hadeln zurück. Sein Ziel war es, das Amt noch vor Vollendung seines 70. Lebensjahres abzugeben. Dieses Ziel hat er nun mit seinem Nachfolger Thomas Klaßen erreicht. "Es war schwierig, jemanden zu finden, der dieses Ehrenamt übernehmen wollte. Aber dieses Problem kennt mittlerweile fast jeder Verein, es fehlt überall an ehrenamtlich Engagierten", weiß Haude. Umso mehr freut er sich, dass mit Thomas Klaßen frischer Wind in den Verein kommt. "Nach 31 Jahren ist es an der Zeit, dass jemand Jüngeres den Vorsitz übernimmt", so Haude. Mit dem Wechsel an der Spitze bekomme der Verein eine neue Struktur. Der 69-Jährige gibt einen Ausblick: "Mittlerweile kennt man die Abläufe genau und vieles ist über die Jahre einfach gleich geblieben. Das soll sich jetzt ändern."
Zu den Aufgaben von Haude als Vorsitzender gehörte es unter anderem, den Verein nach außen zu präsentieren und gemeinsam mit dem Vorstand einen Jahresplan zu erstellen. Dabei wurden zum Beispiel Veranstaltungen geplant. Auch im Kreisimkerverein war der 69-Jährige aktiv. Nach seiner 31-jährigen Amtszeit möchte Haude dem Verein dennoch erhalten bleiben. Er appelliert: "Jeder Imker, ob aktiv oder nicht, sollte einem Imkerverein beitreten. So bleibt man garantiert auf dem neuesten Stand und ist immer gut informiert." Haude will den Vorstand weiter unterstützen - schließlich hat er über die Jahre viele nützliche Kontakte gesammelt. "Ich helfe, wo ich kann. So gewährleisten wir einen reibungslosen Übergang. Ich werde erst einmal abwarten und bin zuversichtlich, dass alles gut läuft. Und wenn es mir zu bunt wird, kann ich immer noch dazwischengehen", scherzt Dankward Haude. Der Imker freut sich, dass er nun einen Nachfolger hat und dadurch mehr Freizeit und vor allem noch mehr Zeit für seine Bienen.